Programm

"Innovationen und Ausbildungsinitiativen in Handwerk und KMU"

Bundesweite JOBSTARTER-Fachtagung am 30. und 31. Mai 2007 in Berlin-Schmöckwitz

Das Handwerk sowie KMU gestalten innovative Berufsbildung durch erfolgreiche Netzwerke

Das Handwerk und die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind Säulen der dualen Berufsbildung in Deutschland und wichtige Impulsgeber für Innovationen und die Modernisierung. Davon konnten sich die Teilnehmer einer bundesweiten JOBSTARTER-Fachtagung am 30. und 31. Mai in Berlin-Schmöckwitz überzeugen.

Handwerk und KMU verfügen über eine lange Tradition in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Dort findet der weitaus größte Teil der Erstausbildung statt. Hier bereiten sich Meister und ausbildende Fachkräfte auf ihre künftige Rolle einer herausragenden Tätigkeit als Führungskräfte vor, die gleichzeitig und selbstverständlich die Ausbildung von Lehrlingen einschließt. Zukunftsfähigkeit und wirtschaftlicher Erfolg, das haben die Betriebe erkannt, sind von dieser Art der Nachwuchsförderung in hohem Maße abhängig.

In den vergangenen Jahren haben sich in der Berufsbildung sowohl im Handwerk als auch in KMU tiefgreifende Wandlungsprozesse vollzogen. Das betrifft beispielsweise die Einführung neuer gestaltungsoffener Ausbildungsberufe und neuer Ausbildungsstrategien. Dazu gehören die Umgestaltung von überbetrieblichen Ausbildungszentren zu kundenorientierten Kompetenzzentren, der Übergang zu handlungs- und geschäftsprozessorientierten Ausbildungsmethoden, die Ausbildung am Kundenauftrag, die im Handwerk entwickelt wurde und die heute auf die gesamte Berufsausbildung ausstrahlt, die Erschließung vielfältiger Flexibilitätspotentiale in KMU sowie neue Methoden der Gestaltung von Kompetenzentwicklungsprozessen. Im Spannungsfeld von Tradition und Modernisierung gehen vom Handwerk wichtige Impulse für die Berufsausbildung in Deutschland und in Europa aus.

Programmübergreifende Zusammenarbeit: Modellversuche & JOBSTARTER

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JOBSTARTER-Fachtagung in Berlin

Ein aktuelles Beispiel dafür ist auch die Tagung in Berlin Schmöckwitz, die im Rahmen des vom BMBF geförderten Ausbildungsstrukturprogramms JOBSTARTER. durchgeführt wurde. Veranstalter waren in Übereinstimmung mit der JOBSTARTER-Programmstelle beim Bundesinstitut für Berufsbildung das JOBSTARTER-Regionalbüro West (Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk, ZWH) und das JOBSTARTER-Regionalbüro Ost (Gesellschaft zur Förderung von Berufsbildungsforschung und Qualifizierung, GEBIFO).

Auf dieser Tagung kamen JOBSTARTER-Projekte aus dem Handwerksbereich zu Worte, die exemplarisch aus ihrer Arbeit berichteten, ebenso Vertreter der Politik, der überregionalen und regionalen Handwerksorganisationen sowie weiterer Berufsbildungsakteure und der Wissenschaft. Gleichzeitig wurde die Verbindung zu solchen Wirtschaftsmodellversuchen hergestellt, die im Handwerk/ in KMU agieren und dort Konzepte zur Festigung und Fortsetzung des zukunftsorientierten Ansatzes der gestaltungsoffenen Berufsbildung erforschen, erproben und weiterentwickeln.

Es wurden Gemeinsamkeiten beider Ansätze und Programme herausgestellt, die zu Synergien führen und die Diskussion um die Qualitätssicherung in Verbindung mit der Stabilisierung und dem Ausbau des Ausbildungsangebots sowie der beruflichen Weiterbildung bereichert. Es konnte deutlich nachgewiesen werden, dass die "älteren" Modellversuche solche "jungen" Programme wie "JOBSTARTER" beeinflussen und durch ihre Kenntnisse und Erfahrungen zu einem guten Gelingen beitragen können.

Höhepunkte der Fachtagung

Das Programm der Tagung in Berlin Schmöckwitz zeigt die unterschiedlichen Facetten auf, die zum Thema Innovationen im Handwerk/KMU in der beruflichen Bildung gehören. Es wurde deutlich, dass bereits vieles erreicht werden konnte, indem die Tradition der dualen Berufsbildung gezielt genutzt wurde, um neue Akzente im Berufsbildungssystem zu setzen. Gleichzeitig konnte auch zusammengetragen werden, an welchen Punkten noch deutlicher Handlungsbedarf besteht.

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Peter Thiele, Referatsleiter im Bundesministerium für Bildung und Forschung

Peter Thiele, Referatsleiter im Bundesministerium für Bildung und Forschung, eröffnete die Tagung mit einem Beitrag zu den Zukunftsperspektiven der beruflichen Bildung in Deutschland und veranschaulichte unterschiedliche Initiativen des Bundesministeriums. Ulrich Wiegand, Geschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, schloss mit seiner Rede thematisch an und betrachtete aktuelle Ausbildungsinitiativen aus überregionaler Sicht. Er thematisierte Herausforderungen, wie den hohen Anteil an Altbewerbern, die Schwierigkeiten bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen sowie das Problem der Ausbildungsreife, und diskutierte mögliche Maßnahmen. Sein Fazit: "Viele der angesprochenen Punkte werden im Rahmen der JOBSTARTER-Initiative angesprochen". Außerdem betonte er: "Der Fokus auf KMU unterstützt dabei Maßnahmen, die auch die Handwerksorganisationen aus eigener Kraft nicht in der Intensität gewährleisten könnten". Kornelia Raskopp, Leiterin der Programmstelle JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung, griff den Hinweis von Herrn Wiegand auf und verdeutlichte die JOBSTARTER-Aktivitäten im Handwerksbereich anhand von Zahlen und Beispielen aus der Praxis. So sollen in der zweiten JOBSTARTER-Förderrunde insgesamt 1846 zusätzliche Ausbildungsplätze allein im Handwerk akquiriert werden. Das sind angesichts der Gesamtzielgröße in der zweiten Förderrunde 47%. Das Handwerk spielt bei JOBSTARTER somit eine zunehmend bedeutende Rolle.

Der Nachmittag mit seinen beiden Workshops stellte den eigentlichen Höhepunkt der Tagung dar. Hier ging es um den Austausch, die Weiterentwicklung des Erreichten und die Möglichkeiten, neue Netzwerke und Verbindungen zu anderen Projekten und Programmen herzustellen: Insgesamt elf Referentinnen und Referenten berichteten in zwei Workshops über ihre Erfahrungen bei der Durchführung ihres JOBSTARTER-Projektes. Themenschwerpunkte waren die Fragen: Was sind erfolgreiche Strategien bei der Gewinnung zusätzlicher Lehrstellen? Wie können vorhandene Ausbildungsplätze besetzt werden? Wie können geeignete Kooperationspartner gefunden und gewonnen werden? Der Erfahrungsaustausch brachte etablierte Lösungen zum Vorschein und wurde am zweiten Tag der Veranstaltung von Melanie Kochanek (ZWH) und Peter Albrecht (Gebifo) zusammengefasst.

Dass sich das Handwerk stets als Innovationsgeber ausgezeichnet hat, schilderten Gisela Westhoff vom Bundesinstitut für Berufsbildung und Christian Hollmann vom Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk in einem gemeinsamen Vortrag zur BIBB-Modellversuchspraxis. Sie verdeutlichten, dass BIBB-Modellversuche in der Vergangenheit entscheidend dazu beigetragen haben, die Berufs(aus)bildung im Handwerk zu verbessern und mit innovativen Produkten und Konzepten (z.B. zum externen Ausbildungsmanagement) zu unterstützen. Um den Transfer von Innovationen auch über die Grenzen von Förderprogrammen hinaus zu fördern, präsentierten sie eine Matrix mit aktuell verfügbaren Produkten aus Modellversuchen, die sich speziell auch für die Verwendung von JOBSTARTER-Projekten eignen. Sie legten damit einen Grundstein für die weitere Zusammenarbeit der beiden Programme.

Die abschließende Podiumsdiskussion zum Thema "Die Zukunft der Ausbildung im Handwerk" trug zu neuer Weichenstellung auf der Basis des Informations- und Erfahrungsaustausches der Tagung bei. Wolfgang Fehl von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk leitete mit einem kurzen Statement in das Thema ein und stellte die vier Podiumsteilnehmer, Dagmar Ehnert (HWK zu Leipzig), Dr. Beate Kramer (ZWH), Kornelia Raskopp (BIBB) und Dr. Peter-Werner Kloas (ZDH), anschließend vor. Die Diskussion behandelte aktuelle Herausforderungen wie die Entwicklung eines nationalen Qualifikationsrahmens für die Berufsbildung und den Einsatz von Ausbildungsbausteinen. Besprochen wurden jedoch auch die aktuelle Ausbildungsplatzsituation im Handwerk, die Nachwuchssicherung und der demografische Wandel mit seinen Konsequenzen.

Die Verabschiedung durch Hermann Röder von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk fasste die wesentlichen Inhalte und Höhepunkte der Veranstaltung zusammen und gab einen Vorgeschmack auf die anstehenden Herausforderungen, denen sich nicht nur die JOBSTARTER-Projekte zukünftig stellen müssen. Röder betonte, dass die Zusammenarbeit in programmübergreifenden Netzwerken, wie sie in Schmöckwitz initiiert wurden, Erfolge und viel versprechende Perspektiven aufzeige, die in der Zukunft unbedingt weiter zu verfolgen sind. Ferner verwies darauf, dass anlässlich der Tagung eine Publikation mit dem Titel "Innovationen und Ausbildungsinitiativen im Handwerk und KMU" erstellt werde, an der sich die Referentinnen und Referenten der Tagung beteiligen werden.

Dokumente

Ansprechpartner

    • JOBSTARTER-Regionalbüro West
    • Martin Diart
    • Telefonnummer: 0211 30 200 926
    • E-Mail-Adresse:
  • JOBSTARTER - Regionalbüro West

    • Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) e.V.
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