Potenzialanalyse von JOBSTARTER-Projekt "Ausbildungsnetzwerk pro Ausbildung CC"

Die regionalen Ausbildungspotenziale für die neuen Berufe Servicekraft für Dialogmarketing (2-jährige Ausbildung) und Kaufmann/-frau für Dialogmarketing (3-jährige Ausbildung) in Sachsen-Anhalt untersucht die Potenzialanalyse des Projekts "Ausbildungsnetzwerk pro Ausbildung CC", das unter der Projektleitung der Deutschen Angestellten Akademie Dessau erschließen will.

Das "Ausbildungsnetzwerk pro Ausbildung CC" verfolgt das Ziel, einen positiven Beitrag gegen die Abwanderung von Jugendlichen zu leisten und dazu beizutragen, dass Sachsen-Anhalt sich als Wirtschaftsstandort für die Call-Center-Branche etabliert.

Ziel der Analyse war es einerseits, eine möglichst detaillierte Erfassung und Strukturierung der Unternehmen der Branche in Sachsen-Anhalt zu erreichen und andererseits das kurz- und mittelfristige Ausbildungsplatzangebot aufzuzeigen. Daneben sollte die Analyse auch zur Sensibilisierung für diese neuen, größtenteils noch unbekannten Berufsbilder beitragen. Dies war verbunden mit der Hoffnung, vor allem kleine und mittlere Unternehmen in der Region für die Ausbildung in diesen Berufen aufzuschließen.

Die Analyse konzentrierte sich dabei auf die Felder:

  • Betriebsgrößen und regionale Verteilung der Unternehmen
  • Leistungsspektrum der Unternehmen
  • kurzfristiges Ausbildungsplatzpotenzial
  • Prognose des mittelfristigen Ausbildungspotenzials
  • Ausbildungshemmnisse.

zum ausführlichen Bericht

Verwendete Methoden

Die Branchen- und Ausbildungsplatzpotenzialanalyse erfolgte in einem zweistufigen methodischen Vorgehen:

In einem ersten Schritt wurden mit Hilfe von Internetrecherchen, Adressrecherchen, Firmenübersichten der Städte Dessau, Halle und Magdeburg sowie einer Adressdatenbank der DAA Dessau alle Unternehmen, die Dienstleistungen im Call-Center-Bereich erbringen, erfasst. Die so ermittelte Grundgesamtheit bildete die Basis für die Erhebung des Ausbildungsplatzangebotes für die beiden neuen Ausbildungsberufe in den jeweiligen Regionen.
Hierzu wurde in einem zweiten Schritt bei 35 Call-Centern eine telefonische Befragung mit Hilfe eines halbstandardisierten Fragebogens durchgeführt. Die telefonische Erhebung erfolgte im Zeitraum vom 26.06.2006 bis 14.07.2006. Einige der kontaktierten Unternehmen waren nicht bereit, sich telefonisch befragen zu lassen. Diesen Unternehmen wurde auf deren Bitte der Fragebogen per Fax zugestellt.
Zusätzlich zu den Unternehmen der Call-Center-Branche wurden 20 große Unternehmen anderer Branchen  befragt.  Aus den 100 größten Unternehmen des Bundeslandes Sachsen-Anhalt wurden zu diesem Zweck 20 ausgewählt, von denen angenommen wurde, dass sie über ein eigenes Kunden- bzw. Servicecenter und somit auch über ideale Voraussetzungen für eine Ausbildung in diesen Berufen verfügen.

Die Interviews umfassten im Wesentlichen die folgenden drei Fragenkomplexe:

  • Bekanntheitsgrad der neuen Berufe und Positionierung der Unternehmen zu diesem Thema
  • Ausbildungsabsicht und Ausbildungsplatzpotenzial
  • Ausbildungserfahrungen und -hemmnisse

 

Ergebnisse

Im Bundesland Sachsen-Anhalt konnten 71 Call-Center mit über 6.000 Beschäftigten identifiziert werden. Die höchste Firmenkonzentration ist in Magdeburg und Umgebung mit 36 Call-Centern anzutreffen, gefolgt von Halle mit 25. In der Region Dessau sind gegenwärtig neun dieser Dienstleister vertreten.

Die überwiegende Mehrheit der befragten Call-Center kennt die beiden neuen Berufe "Servicekraft für Dialogmarketing" und "Kaufmann/-frau für Dialogmarkting", ein Teil von ihnen hat sich schon mit diesen auseinandergesetzt und begrüßt die Einführung einer geregelten Erstausbildung. Dies ist u. a. auf den akuten Fachkräftemangel in dieser Wachstumsbranche, auf das gegenwärtige Image der Branche und aber auch auf intensive Informationskampagnen der Industrie- und Handelskammern sowie der Agenturen für Arbeit zurückzuführen.

Eine eindeutige Aussage hinsichtlich der Präferenz eines der beiden Berufe lässt sich nicht treffen. Beide Berufsbilder entsprechen den Bedarfen der Branche. Allerdings konnte ein knappes Viertel der Befragten noch kein Urteil darüber abgeben, weil sie sich noch nicht näher mit den Inhalten dieser Berufe beschäftigt haben.

Im Jahr 2007 werden knapp 50 Prozent der befragten Call-Center in Dessau, Halle und Magdeburg mit der Ausbildung in den neuen Berufen beginnen und mindestens 51 Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Auch für die nächsten Jahre wurde Ausbildungsbereitschaft signalisiert. 25 von 35 Umfrageteilnehmern gaben an, 2007 und 2008 auszubilden bzw. schlossen dies nicht aus, darunter elf, die in diesem Jahr noch nicht ausbilden.

Trotz dieser erfreulichen Ergebnisse hinsichtlich der bereits in diesem Jahr und in den nächsten beiden Jahren zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätzen für die beiden Berufe, darf nach Ansicht der Studie nicht übersehen werden, dass das tatsächliche Potenzial noch weitaus höher liegt. Dieses gilt es im Rahmen des Jobstarterprojektes "Ausbildungsnetzwerk pro Ausbildung CC'" zu erschließen.

Potenzial wird vor allem in den kleineren Call-Centern gesehen, die aus unterschiedlichsten Gründen kaum oder gar nicht ausbilden. Zudem zeigt die durchgeführte Analyse auffällige regionale Differenzen. Obwohl in der Landeshauptstadt weitaus mehr Call-Center als in Halle präsent sind, beabsichtigt - trotz einer latent vorhandenen Ausbildungsbereitschaft - nur eine Minderzahl von ihnen auszubilden.

Der Anteil an Unternehmen, die noch unentschlossen sind Ausbildungsverantwortung zu übernehmen, liegt bei fast 50 Prozent. Auch hier gilt es die diesbezüglichen Gründe zu analysieren, Gesprächsrunden etc. zu initiieren und ggf. durch geeignete Unterstützungsmaßnahmen die latent vorhandene Ausbildungsbereitschaft in eine reale zu überführen.

 

Handlungsempfehlungen

  • Folgende Handlungsempfehlungen werden in der Studie implizit angesprochen:
  • Das tatsächliche Ausbildungspotenzial liegt nach Ansicht der Autoren weitaus höher als das tatsächliche Angebot. Dieses gilt es zu erschließen.
  • Potenzial wird vor allem in den kleineren Call-Centern gesehen, die aus unterschiedlichsten Gründen kaum oder gar nicht ausbilden.
  • Zudem zeigt die durchgeführte Analyse auffällige regionale Differenzen. Obwohl in der Landeshauptstadt weitaus mehr Call- Center als in Halle präsent sind, beabsichtigt - trotz einer latent vorhandenen Ausbildungsbereitschaft - nur eine Minderzahl von ihnen auszubilden.
  • Der Anteil an Unternehmen, die noch unentschlossen sind, Ausbildungsverantwortung zu übernehmen liegt bei fast 50 Prozent. Die Gründe sind zu analysieren, Gesprächsrunden etc. zu initiieren und ggf. durch geeignete Unterstützungsmaßnahmen die latent vorhandene Ausbildungsbereitschaft in eine reale zu überführen.

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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