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"Mit Fachkräften in die Zukunft - Mehr Ausbildung in den Freien Berufe" - Januar 2009 (Ausgewählter Menüpunkt)
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Fachtagung am 23. Januar 2009 in Frankfurt/Main
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird das Thema "Ausbildung zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses" auch im Bereich der Freien Berufe zukünftig noch stärker in den Fokus rücken. Insbesondere Kanzleien und Praxen, die bislang noch nicht ausgebildet haben, brauchen Information, Beratung und Unterstützung in allen Fragen der Ausbildung. Aber auch die Nachfrage nach Modellen, die eine flexiblere Ausrichtung der Ausbildung an den spezifischen Anforderungen von Kanzleien und Praxen erlaubt, wird immer größer. Die Fachveranstaltung widmete sich diesem Thema und zeigte Wege auf, wie vorhandene Ausbildungspotenziale im Bereich der Freien Berufe noch besser ausgeschöpft und zusätzliche erschlossen werden können.
Rund 70 Ausbildungsexperten aus Landesministerien, dem Bundesverband und dem Verband Freier Berufe Hessen, Kammern, regionalen Arbeitsagenturen sowie Vertreterinnen und Vertreter regionaler und bundesweiter Ausbildungsinitiativen diskutierten Modelle zur Steigerung der Attraktivität der Berufsausbildung im Bereich der Freien Berufen sowie Unterstützungsmöglichkeiten, die Kanzleien und Praxen den Einstieg in Ausbildung erleichtern
Monika Wenzel, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung
Monika Wenzel, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung
In ihrer Begrüßungsrede hob Monika Wenzel die wirtschaftliche Bedeutung der Freien Berufe hervor: "Sie erbringen einen bedeutenden Teil der Wirtschaftsleistung, sichern für viele Menschen die Beschäftigung und bilden eine wichtige Ressource für die Ausbildung von Jugendlichen." Wichtig sei es, die Besonderheiten und Bedarfe der Freien Berufe - insbesondere im Bereich der Ausbildung - kennenzulernen, um da, wo der Ausschöpfung vorhandener Ausbildungspotenziale Hindernisse entgegenstehen, gezielt unterstützen zu können. "Sowohl auf Landesebene wie auch auf Bundesebene gibt es eine Reihe erfolgreicher Initiativen, die - mit zum Teil unterschiedlichen Ansatzpunkten - das Ziel haben, Ausbildung regional zu unterstützen und zu stärken", so Wenzel. Eines der Ziele der Veranstaltung sei, den jeweiligen Ausbildungsakteuren die unterschiedlichen Ansatzpunkte zweier hessischer Initiativen - "OloV" und "regio.pro" - sowie Aktivitäten regionaler JOBSTARTER-Initiativen zur Unterstützung dualer Ausbildung in den Freien Berufen, bekannt zu machen und die Basis für eine bessere Vernetzung zu schaffen. "Dies kann dazu beitragen, dass Ausbildungsakteure in den Freien Berufen zukünftig besser von den Leistungen der einzelnen Initiativen profitieren".
Volker Grünewald, Programmstelle JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Volker Grünewald, Programmstelle JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
"In der Diskussion um die Zukunft der Ausbildung ist eines der zentralen Stichworte die Steigerung der Attraktivität der Berufsausbildung", machte Volker Grünewald in seiner Begrüßungsrede deutlich. Durch die Reform des Berufsbildungsgesetzes habe man innovative Wege geschaffen, um duale Berufsausbildung attraktiver zu gestalten. Vieles davon werde heute bereits im Programm JOBSTARTER erprobt und erfolgreich in die Praxis umgesetzt. "Auch für die Freien Berufe bietet JOBSTARTER eine Vielzahl an Instrumenten, z. B. um angesichts des demografischen Wandels das eigene Angebot stärker zu bewerben, die Freien Berufe in Schulen, bei Lehrern und Schülern und deren Eltern bekannt zu machen, die Ausbildung durch Zusatzqualifikationen anzureichern oder mit einem spezifischen Studiengang zu kombinieren, wie es ihn für Steuerfachangestellte oder Rechtanwaltsfachangestellte schon gibt", so Grünewald. Die Bilanz der bisherigen JOBSTARTER-Aktivitäten im Bereich der Freien Berufe könne sich sehen lassen: "Insgesamt ist es den sechs Projekten, die duale Ausbildung im Bereich Freier Berufe unterstützen, gelungen, rund 1.000 Ausbildungsplätze zu akquirieren, von denen viele das Kriterium der Zusätzlichkeit erfüllen - und was noch wichtiger ist: Über 600 Plätze sind bereits besetzt."
Marcus Kuhlmann, Bundesverband der Freien Berufe
"Die wirtschaftliche Bedeutung der Freien Berufe wird in der Öffentlichkeit noch immer zu wenig wahrgenommen", hob Marcus Kuhlmann hervor. Dabei werde übersehen, dass es in diesem Bereich rund vier Millionen Erwerbstätige gebe, inklusive eine Million Selbstständige. "Eine durchaus beachtliche Zahl", so Kuhlmann. "Bei insgesamt 40 Millionen Erwerbstätigen heißt das, dass insgesamt 10 Prozent aller Erwerbstätigen im Bereich der Freien Berufe beschäftigt sind." Die Zahl der Auszubildenden liege bundesweit derzeit bei 136.000. Das bedeute jedoch nicht, dass man sich entspannt zurücklehnen könne, so Kuhlmann. "Die Ausbildungsquote geht stetig zurück!" In seinem Vortrag erläuterte er Ausbildung und Ausbildungssituation in den Freien Berufen und zeigte auf, worin die zukünftigen Herausforderungen zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses vor dem Hintergrund des demografischen Wandels liegen.
Claudia Knobel, Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur
Auf die zunehmende Bedeutung der Regionen für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Arbeitskräften wies Claudia Knobel hin und betonte, dass - trotz Internationalisierung und Globalisierung - ein funktionsfähiger regionaler Arbeitsmarkt und eine effektive regionale Arbeitsmarktpolitik wesentliche Wettbewerbsfaktoren seien. "Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, frühzeitig über Informationen im Bereich zukünftiger regionaler Qualifikations- und Berufsbedarfe zu verfügen, um rechtzeitig auf Entwicklungen in diesem Bereich reagieren zu können und einem möglichen Mismatch entgegenzuwirken", so Knobel. In ihrem Vortrag stellte sie das im Rahmen des Modellprojekts "regio-pro - Regionale Beschäftigungs- und Berufsprognosen" entwickelte Frühinformationssystem zur Unterstützung von arbeitsmarktpolitischen Akteuren vor und zeigte auf, wie dieses Instrument genutzt werden kann.
Monika von Brasch, INBAS GmbH
"Im Auftrag des hessischen Ausbildungspaktes hat OloV Qualitätsstandards entwickelt, die dazu beitragen sollen, dass die Berufsorientierung für Jugendliche verbessert wird und sie schneller in Ausbildung vermittelt werden können", berichtete Monika von Brasch, Leiterin der Koordination der landesweiten hessischen Strategie "OloV". In ihrem Vortrag erläuterte sie, womit sich OloV-Qualitätsstandards befassen, wie sie umgesetzt werden und was damit erreicht werden soll.
Entgegen dem derzeitigen Bundestrend steigt in Hessen das Angebot an Ausbildungsplätzen im Bereich der Freien Berufe. Trotz zunehmender Ausbildungsbereitschaft bei Kanzleien und Praxen gibt es eine Reihe von Faktoren, die eine Ausschöpfung vorhandener Ausbildungspotenziale erschweren. Viele Kanzleien und Praxen beklagen die Schwierigkeit, passende Auszubildende zu finden. Die Identifizierung ausbildungshemmender Faktoren und die Diskussion von Ansätzen zur Steigerung der Attraktivität beruflicher Ausbildung im Bereich der Freien Berufe, um auch zukünftig den Bedarf an Fachkräftenachwuchs zu sichern, waren Schwerpunkte der Podiumsdiskussion.
Ausschnitte aus der Podiumsdiskussion
Moderation: Christa Oberth, JOBSTARTER Regionalbüro Süd
Martina Bork, Türkisch-Deutsche Gesundheitsstiftung e.V.: D.A.B.F. - Unterstützung dualer Ausbildung in Freien Berufen
Steffen Winckler (RA), Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern: Initiative zur Gewinnung von Ausbildungsplätzen bei Freien Berufen in Mecklenburg-Vorpommern
"Immer mehr Kanzleien und Praxen in Mecklenburg-Vorpommern können ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen. Hinzu kommt, dass viele Jugendliche ihre Ausbildung abbrechen. Als Kammern haben wir ein Interesse daran, dass sich in unserer Region das Ausbildungsklima verbessert", so charakterisierte Steffen Winckler die Ausgangslage und die Gründe der Steuerberater-, der Rechtsanwalts- und der Ärztekammer in Mecklenburg-Vorpommern für ihre Aktivitäten im Rahmen des JOBSTARTER-Projekts "Initiative zur Gewinnung von Ausbildungsplätzen bei Freien Berufen in Mecklenburg-Vorpommern". Einen ganz anderen Ansatzpunkt für ihre Aktivitäten im JOBSTARTER-Projekt "D.A.B.F. - Unterstützung dualer Ausbildung in Freien Berufen" skizzierte Martina Bork von der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung in Gießen: "Immer mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund entschließen sich für eine duale Ausbildung. Wichtig ist es, dass diese Jugendlichen die Chancen, die sich durch ihre Zweisprachigkeit ergeben, nutzen. Im Bereich der Freien Berufe gibt es dafür gute Möglichkeiten: Durch die Zunahme der Bevölkerung mit Migrationshintergrund brauchen immer mehr Apotheken, Arztpraxen und auch Kanzleien Personal, das z. B. über türkische oder griechische Sprachkompetenzen und den jeweiligen kulturellen Hintergrund verfügt, um Kunden besser beraten zu können." Im Rahmen der Gesprächsrunde gaben beide Projekte einen Einblick in ihre Projektarbeit - ihre Strategien, auf welche Hindernisse sie stoßen und wie sie damit umgehen.
Ausschnitte aus der Gesprächsrunde
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(URL: www.f-bb.de)
[PDF - 175,8 kB]
(URL: http://www.jobstarter.de/_media/08_12_03_Flyer.pdf)
[PDF - 74,8 kB]
(URL: http://www.jobstarter.de/_media/090123_Vortrag_Gruenewald_Fachtagung_Freie_Berufe.pdf)
[PDF - 55,7 kB]
(URL: http://www.jobstarter.de/_media/090123_Vortrag_Kuhlmann_Fachtagung_Freie_Berufe.pdf)
[PDF - 202,6 kB]
(URL: http://www.jobstarter.de/_media/090123_Vortrag_Knobel_Fachtagung_Freie_Berufe.pdf)
[PDF - 629,6 kB]
(URL: http://www.jobstarter.de/_media/090123_Vortrag_Brasch_Fachtagung_Freie_Berufe.pdf)
[PDF - 152,5 kB]
(URL: http://www.jobstarter.de/_media/090123_Ausschnitte_aus_der_Podiumsdiskussion_Fachtagung.pdf)
[PDF - 162,7 kB]
(URL: http://www.jobstarter.de/_media/090123_Ausschnitte_aus_der_Gespraechsrunde_Fachtagung.pdf)