Good Practice

Projektbeispiel zum Thema "Zukunftsbranchen" (Auszug aus der Broschüre "JOBSTARTER - Regionale Impulse für Ausbildung")

Wo die Richtigen sich finden

"Fit for new energy": Wie eine Ausbildungsplatzbewerberin ein aufwendiges Auswahlverfahren überstand - und eine ganze Region von diesem Modell profitiert

Nach mehr als einem Dutzend erfolgloser Bewerbungen hatte es die Oldenburger Abiturientin Jana Runden geschafft: In einem mehrstufigen Auswahlverfahren, bei dem anfangs fast 100 Kandidatinnen und Kandidaten im Rennen waren, ergatterte die heute 21-Jährige vor zwei Jahren einen Ausbildungsplatz. Seither lernt sie Industriekauffrau beim heimischen Solarmodulhersteller aleo-solar. Etwa 50 Jugendliche waren zuvor zu einem Test mit Mathe- und Wirtschaftsfragen eingeladen worden, den Jana überdurchschnittlich gut absolvierte. Daraufhin gab es für sie und eine Handvoll weiterer junger Leute ein Gespräch mit der Personalchefin des Solarherstellers. Am Ende stand für sie als einziger Bewerberin der Ausbildungsvertrag.

Die Vorauswahl wurde ermöglicht durch das JOBSTARTER-Projekt Fit for new energy. Das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft hatte den Mittelständler aleo-solar beim "Matching" beraten. So nennt sich das Zusammenführen geeigneter Ausbildungskandidatinnen und -kandidaten mit Unternehmen, die umgekehrt für die jungen Bewerber die beste Jobbasis bieten. Für den zukünftigen Ausbilder waren die Dienstleistungen kostenlos. Wie im Fall aleo-solar wendet sich Fit for new energy in der Region Weser-Ems an Unternehmen im Bereich nachhaltiger Energien wie beispielsweise Hersteller von Windkraft- oder Solarenergieanlagen.

In dem strukturschwachen Gebiet zwischen Emden und Osnabrück, Leer und Oldenburg boomt seit einigen Jahren die regenerative Energiewirtschaft. Immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen der Branche lassen sich hier nieder. Doch die wenigsten Start-ups und Mittelständler können sich im harten Tagesgeschäft auch ausreichend darum kümmern, die immer knapperen Nachwuchskräfte anzuwerben. Das geschieht nun sehr erfolgreich im Rahmen von Fit for new energy. Schon knapp 100 zusätzliche Ausbildungsplätze sind in der Region entstanden.

Durch das "externe Ausbildungsmanagement" der Bildungswerker wird eine passende Personallösung gefunden - davon profitieren nicht zuletzt junge Leute wie Jana Runden. In den ersten beiden Lehrjahren hat sie vielfältige Erfahrungen gesammelt: "Ich darf hier schon relativ selbstständig arbeiten", freut sich die Auszubildende. Zu ihren Aufgaben gehört auch englischsprachige E-Mail- Korrespondenz. Um noch mehr in die Fremdsprache einzutauchen, könnte in ihrem Abschlussjahr noch ein Auslandsaufenthalt hinzukommen: Dann will die Oldenburgerin von einer Auslandspartnerschaft des JOBSTARTER-Projekts profitieren und für einige Wochen in den Niederlanden arbeiten.

 

Teamgeist macht das Rennen

Deutsche Azubis helfen ihren niederländischen Gastgebern, Boote mit Sonnengeneratoren zu bauen - gemeinsam gewinnen sie damit eine Solar-Wettfahrt

Die Niederlande sind bekannt für ihren kreativen Umgang mit Wasser:
Gezeitenkraftwerke, Wohnschiffe, schwimmende Bauten - warum nicht auch solarbetriebene Boote? Das Energieforschungsinstitut INES in Groningen hat es wahr gemacht: Es erprobt Boote mit Sonnengeneratoren.

So sollen Möglichkeiten erkundet werden, fossile Brennstoffe durch regenerative Energie zu ersetzen. Bei der Konstruktion haben deutsche Auszubildende das niederländische Team in Groningen vier Wochen lang unterstützt. Die jungen Deutschen verbrachten im Rahmen des Projekts Fit for new energy drei Wochen in der nordholländischen Stadt. Beim Bau eines Boots-Trailers konnten sie ihr Know-how als Schweißer und Metallbearbeiter einbringen.

"Wir hätten nicht gedacht, dass uns die deutschen Auszubildenden so viel helfen können", sagt Karel Bosmann, Projektmanager von INES. Denn die vereinten niederländisch-deutschen Bemühungen führten zu einem spektakulären Erfolg: Bei einem Rennen von solarbetriebenen Booten fuhr das INES-Team allen davon und errang den Sieg. Im Austausch kamen fünf junge Leute aus Holland für einen Monat nach Oldenburg, um hier Erfahrungen mit der betrieblichen Ausbildung bei einem ansässigen Unternehmen zu machen.

Die internationale Perspektive ist einer der Vorteile, die das Projekt Fit for new energy den Betrieben der Weser-Ems- Region bietet. Bis in die Niederlande reicht die Perspektive des vierköpfigen Teams vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft, wenn es um passende Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsplätze geht. Der Oldenburger Oberbürgermeister und Schirmherr von Fit for new energy, Gerd Schwandner, baut auf diese Internationalität: "Mit unserer Partnerstadt Groningen verbindet uns räumliche Nähe und die Zukunftsbranche Energie. Das schafft Möglichkeiten für gemeinsame Arbeits- und Ausbildungsmärkte ohne Grenzen. Hier setzt das JOBSTARTER-Projekt genau richtig an."

Autor: Oliver Driesen

Ansprechpartner

  • Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft

    • Erwin Böning
    • Bahnhofstraße 19
    • 26122 Oldenburg
    • Telefonnummer: 0441 2190610
    • E-Mail-Adresse:
    • Homepage: http://www.bnw.de

Publikationen

  • JOBSTARTER - Regionale Impulse für Ausbildung ID = 1046

    Titelbild der Publikation

    2009, 36 Seiten
    Bestell-Nr.: 30460

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    Download [PDF - 2,73 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/jobstarter_regionale_impulse_fuer_ausbildung.pdf)

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