Europäische Ausbildungskooperationen

Europäische Ausbildungskooperationen

Europäische Ausbildungskooperationen und Mobilitätsphasen in der Berufsbildung verbessern die berufliche Handlungsfähigkeit der Beschäftigten und tragen so zur Standortsicherung der Unternehmen bei. (URL: #)

 
JOBSTARTER kann mit seinen Projekten zur Verbesserung der regionalen Ausbildungsplatzsituation einen wichtigen Beitrag leisten - sowohl zur "Europäisierung" der nationalen Berufsbildung als auch zu einem gemeinsamen europäischen Bildungs- und Beschäftigungsraum. Transparente Ausbildungsinhalte, gemeinsame Bildungsangebote und die Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen sind wichtige Voraussetzungen dafür. Die Mobilität von Auszubildenden ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem Europa ohne Grenzen.

 

Internationalisierung der Berufsbildung

"Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!" Diese Weisheit von Johann Wolfgang von Goethe trifft für die Qualifizierung von Beschäftigten heute nicht mehr ganz zu: Die Internationalisierung der Wirtschaft und die Öffnung der Arbeitsmärkte üben einen großen Druck auf Unternehmen und Beschäftigte aus, eröffnen aber zugleich neue Perspektiven.
Die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes aus dem Jahre 2005 liefert die rechtliche Grundlage für einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung. Sie ermöglicht Jugendlichen, einen Teil der Berufsausbildung - bis zu ein Viertel der gesamten Ausbildungsdauer - im Ausland zu verbringen. Der Innovationskreis Berufliche Bildung im Rahmen der Nationalen Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung hat mit seinen zehn Leitlinien unterstrichen, wie wichtig die weitere Öffnung der Berufsbildung nach Europa ist, und ehrgeizige Ziele formuliert: Bis zum Jahr 2010 soll sich die Zahl der Auslandsaufenthalte während der Ausbildung auf jährlich 5.000 verdoppeln.

Wie JOBSTARTER mit Projekten zur beruflichen Bildung zu einem gemeinsamen europäischen Bildungs- und Beschäftigungsraum beitragen kann

Das JOBSTARTER-Programm hat sich zum Ziel gesetzt, Ausbildungsplätze zu schaffen und die Ausbildungsqualität zu erhöhen. Europäische Ausbildungskooperationen und Mobilitätsphasen in der Berufsbildung spielen hierbei eine wichtige Rolle, da sie die berufliche Handlungsfähigkeit der Beschäftigten verbessern und zur Standortsicherung der Unternehmen beitragen.

Im Fokus: Europäische Ausbildungskooperationen und Mobilität

Die Ziele von JOBSTARTER sind klar definiert: Das Programm möchte Betriebe für Ausbildung gewinnen, um möglichst vielen Jugendlichen die Chance auf einen Ausbildungsplatz zu geben. Regional- und Strukturentwicklung geht mit einem wachsenden Bedarf an "europäischen" Kompetenzen und Qualifikationen einher. Sie sind die Grundlage dafür, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre beruflichen Aussichten dies- und jenseits der Grenze verbessern und Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit auf den internationalen Märkten ausweiten können.

Die Öffnung der Arbeitsmärkte erhöht den Druck auf die berufliche Bildung, eröffnet aber zugleich neue Perspektiven. JOBSTARTER unterstützt daher Initiativen, die die Chancen, die sich durch die Europäisierung der Berufsbildung ergeben, für betriebliche Ausbildung nutzen. Die Herausforderungen liegen vor allem darin,

  • Ausbildungsplätze in aussichtsreichen Beschäftigungsfeldern zu schaffen, die von europäischer Ausbildungskooperationen profitieren können.
  • zukunftsorientierte grenzüberschreitende Beschäftigungsbereiche zu ermitteln und durch Auslandsqualifizierung das vorhandene Fachkräftepotenzial besser zu nutzen,
  • grenzüberschreitende Bildungsangebote zu entwickeln, um die Beschäftigungs- und Wachstumspotenziale vor allem in Grenzregionen zusammenzuführen und zu nutzen,
  • die Mobilität von Auszubildenden, Fachkräften und des Bildungspersonals zu fördern, um ihre fachlichen, interkulturellen und kommunikativen Kompetenzen zu verbessern und so die Grundlage für langfristige grenzüberschreitende Kooperationen zu schaffen,
  • die Unternehmen auf eine internationale Wirtschaftstätigkeit systematisch vorzubereiten und bei der Qualifizierung ihrer Belegschaften zu unterstützen.

JOBSTARTER richtet sich nach dem regionalen Bedarf. Wer einen Antrag auf Projektförderung stellt, muss daher deutlich machen, wie eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu den Zielen des Programms beitragen kann und welchen Mehrwert das Projekt für die jeweilige Region erzielt.

Was ist möglich mit JOBSTARTER?

JOBSTARTER zielt darauf ab, Strukturen zu schaffen, die langfristige und dauerhafte europäische Bildungskooperationen ermöglichen. Beispiele für Konzepte zur Umsetzung von europäischen Ausbildungskooperationen im Programm JOBSTARTER könnten sein:

  • Identifizierung von Wachstums-/Beschäftigungspotenzialen sowie Branchen/Berufen, die von grenzüberschreitenden Bildungskooperationen und Auslandsaufenthalten profitieren können,
  • Erstellung von Konzepten, die bei der Ausbildungsplatzentwicklung die Akzeptanz bei Unternehmen für grenzüberschreitende Kooperationen in der dualen Ausbildung und integrierten Auslandsaufenthalten erhöhen,
  • Identifizierung von Lerninhalten zur Schaffung von Transparenz in der dualen Ausbildung,
  • Vermittlung und Durchführung von Auslandsaufenthalten im Rahmen der Berufsvorbereitung und / oder der betrieblichen Ausbildung,
  • Einbeziehung von Lernorten des Partnerlandes zur Planung und Organisation grenzüberschreitender Ausbildung,
  • Einbeziehung von Berufsbildungsakteuren des Partnerlandes in ein Netzwerk zum Ausbau grenzüberschreitender Kontakte und Kooperationen, Verbünde, und / oder anderer Qualifizierungsmodelle.

Daraus ergibt sich eine große Vielfalt möglicher Themenschwerpunkte. Die Projekte können

  • kleinen und mittleren Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit im Ausland ausweiten wollen, mit Strategien und Modellen dabei helfen, die betriebliche Ausbildung  auszurichten,
  • Existenzgründer dabei unterstützen, sich auf ausländischen Märkten zu engagieren,
  • Unternehmen von Inhaberinnen und Inhaber mit Migrationshintergrund gewinnen, die ihre Kontakte in den jeweiligen Herkunftsländern für die binationale Ausbildung nutzen können,
  • Ausbildungsmodelle für grenzregionale Ausbildungsverbünde entwickeln und erproben,
  • Ausbildungsbausteinen entwickeln, um Lerninhalte grenzüberschreitend transparent zu machen,
  • grenzüberschreitende Bildungspartnerschaften aufzubauen, um Ausbildungsstrukturen an die demografische Entwicklung anzupassen,
  • Betriebe bei der Organisation und Begleitung von Ausbildungsabschnitten im europäischen Ausland unterstützen.

Von der Planung zur Umsetzung: Bestehende Förderprogramme miteinander verbinden!

Wie mit den Leitlinien des Innovationskreises für berufliche Bildung im Rahmen der Nationalen Qualifizierungsoffensive dokumentiert ist, will die Bundesregierung die Dauer der geförderten Auslandsaufenthalte auf sechs Wochen bis drei Monate erhöhen. Nach einer Befragung des DIHK haben im Jahr 2008 nur rund 1,8% aller Auszubildenden einen Auslandsaufenthalt absolviert. Die Gesamtzahl der Jugendlichen, die den Schritt über die Grenze wagen, soll sich bis 2010 auf jährlich 5.000 verdoppeln Zugleich soll die grenzüberschreitende Verbundausbildung nachhaltig ausgebaut werden.

Eine wesentliche Rolle bei grenzüberschreitenden Ausbildungskooperationen spielt daher die Mobilitätsförderung.
Denn für Unternehmen können Mobilitätsphasen im europäischen Partnerland zu einem wichtigen Faktor werden: Die Auszubildenden erweitern ihre Fach- und Sprachkompetenz, lernen den Markt des Nachbarlandes kennen, sie erwerben kulturelle und länderspezifische Kenntnisse und knüpfen Kontakte, die den Unternehmen zugute kommen. Die Lernerfahrungen im Ausland können mit dem EUROPASS Mobilität dokumentiert werden.

JOBSTARTER zielt darauf ab, Strukturen zu schaffen, die langfristige und dauerhafte europäische Bildungskooperationen ermöglichen. Bei Fragen zur Organisation von Ausbildungsphasen im Ausland steht das europäische Berufsbildungsprogramm LEONARDO DA VINCI Mobilität zur Verfügung. Die beiden Programme bieten gemeinsam eine Vielzahl von Möglichkeiten, komplexe und "ganzheitliche" Projekte zu verwirklichen, die nicht nur den Jugendlichen, sondern auch Unternehmen und Regionen zugute kommen.

Wie können Auslandsaufenthalte durchgeführt und finanziert werden?

Bei der Organisation von Auslandsaufenthalten hilft das europäische Berufsbildungsprogramm LEONARDO DA VINCI Mobilität. Es bezuschusst die Reise- und Aufenthaltskosten und unterstützt die sprachliche, pädagogische und interkulturelle Vorbereitung der ausreisenden Jugendlichen. Ausführliche Informationen und Hinweise zur Antragstellung bietet die Nationale Agentur "Bildung für Europa" unter http://www.na-bibb.de/.


Good Practice: JOBSTARTER- Projekte mit europäischen Ausbildungskooperationen

Hier finden Sie weitere Fördermöglichkeiten:

Hier finden Sie weitere Anregungen, Beratung und Broschüren:

  • Betriebliche Mobilitätsberatung: Berufsbildung ohne Grenzen - Das Netzwerk der Kammern zur betrieblichen Beratung zur Erhöhung der grenzüberschreitenden Mobilität von Auszubildenden und jungen Beschäftigten
  • Broschüre "Marktchancen sichern - Personal international qualifizieren. Ein Leitfaden zur Durchführung von beruflichen Auslandsaufenthalten" (zu beziehen über die Homepage der Nationalen Agentur)
  • Broschüre "Fit für Europa - Auslandspraktika erfolgreich organisieren" (zu beziehen über Forum Ost eu-gwb-brdt@t-online.de)
  • "Berufliches Lernen in Europa - Mobilitätsprojekte" - Informationsflyer über Ziele, Fördermöglichkeiten und Wege der Antragstellung für organisierte Lernaufenthalte im Rahmen des Programms LEONARDO DA VINCI (zu beziehen über die Homepage der Nationalen Agentur)
  • Broschüre "impuls 28: LEONARDO DA VINCI 2000-2006. Mobilität in Europa: Ergebnisse der zweiten Programmphase" (zu beziehen über die Homepage der Nationalen Agentur)

Autorin: Claudia Laubenstein

Hier geht's zum Good Practice-Beispiel.

  • JOBSTARTER-Bündnisse: Vereinte Kräfte, mehr Erfolg

    Zu Beginn des Jahres 2010 wurden durch offizielle Erklärungen etwa zeitgleich zwei JOBSTARTER-Ausbildungsnetzwerke besiegelt: Die "JOBSTARTER-Initiative Pro Ausbildung Westfalen-Lippe" (JIPA) und das Bündnis "Partner für Ausbildung Rhein-Ruhr" (PARR) sind besonders schlagkräftige Kooperationsformen für mehr Ausbildung in ihren jeweiligen Regionen. Beide haben typische Entstehungsgeschichten und beeindruckende Erfolgsbilanzen, die weiteren Regionen den Weg weisen könnten.
    [mehr] (URL: http://www.jobstarter.de/de/2541.php)
  • Netzwerke & Verbünde

    Der Programmbereich Netzwerke & Verbünde sichert den Erfahrungsaustausch von JOBSTARTER-Projekten zu den Themen Verbundausbildung, Ausbildungsnetzwerke, europäische Ausbildungskooperationen und Potenzialanalysen.
    [mehr] (URL: http://www.jobstarter.de/de/130.php)

Publikationen

  • JOBSTARTER REGIONAL

    Titelbild der Publikation

    3/2008 Von den Nachbarn lernen - Ausbildung in der Grenzregion

    2008, 16 Seiten
    Bestell-Nr.: 30413

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 1,75 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/jobstarter_regional_3-2008.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

Ansprechpartner

  • Programmstelle JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung

    • Robert-Schuman-Platz 3
    • 53175 Bonn
    • Programmbereich Netzwerke und Verbünde (Europäische Ausbildungskooperationen)
    • Claudia Laubenstein
    • Telefonnummer: 0228 107 - 1338
    • E-Mail-Adresse:
 

Förderung/Durchführung

Europäische Union

Programmdurchführung:

Logo des Bundesinstituts für Berufsbildung

JOBSTARTER wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union.