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Teilzeitberufsausbildung (Ausgewählter Menüpunkt)
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Die Teilzeitberufsausbildung eröffnet jungen Menschen mit Familienverantwortung eine realistische Perspektive auf eine qualifizierte Berufsausbildung. (URL: #)
In den "Empfehlung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung vom 27.6.2008 zur Abkürzung und Verlängerung der Ausbildungszeit / zur Teilzeitberufsausbildung (§ 8 BBiG/ § 27 HwO) sowie zur vorzeitigen Zulassung zur Abschlussprüfung (§ 45 Abs. 1 BBiG / § 37 Abs. 1 HwO)" finden sich Konkretisierungen zur Umsetzung des § 8 BBiG. Demnach liegt ein "berechtigtes Interesse" im Sinne einer Teilzeitberufsausbildung vor, wenn der oder die Auszubildende ein eigenes Kind betreuen, einen pflegebedürftigen Angehörigen pflegen muss oder vergleichbare schwerwiegende Gründe vorliegen (vgl. Abschnitt B.5, Satz 1). Auch führt die Teilzeitberufsausbildung grundsätzlich nicht zur Verlängerung der kalendarischen Gesamtausbildungsdauer (vgl. Abschnitt B.5, Satz 4).
Die Teilzeitberufsausbildung eröffnet jungen Menschen mit Familienverantwortung eine realistische Perspektive auf eine qualifizierte Berufsausbildung. Gleichzeitig sichert sie den Betrieben Fachkräftenachwuchs durch motivierte Auszubildende, die aufgrund ihrer familiären Verantwortung gute soziale und organisatorische Kompetenzen sowie ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Die Teilzeitberufsausbildung kann darüber hinaus jungen Menschen helfen, eine mögliche familiäre Isolierung durch einen Alltag zu durchbrechen, der von der Betreuung des Kindes oder der Pflege eines Angehörigen dominiert wird.
JOBSTARTER greift die Möglichkeiten der Teilzeitberufsausbildung auf und fördert Projekte, die aufzeigen, was gut funktioniert und wie die Probleme gelöst werden können. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Teilzeitberufsausbildung ist grundsätzlich in allen Berufsbereichen des dualen Systems (kaufmännisch, medizinisch, gewerblich-technisch, gastronomisch) möglich. JOBSTARTER knüpft damit an die Erfahrung erfolgreicher Projekte an, die im Vorgängerprogramm STARegio gefördert wurden.
Das JOBSTARTER-Projekt aus der 1. Förderrunde "Tau - Teilzeitausbildung für junge Mütter und Väter" in der Trägerschaft der Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gemeinnützige GmbH Bamberg hat in der Projektlaufzeit (Mai 2006 - September 2008) in der Region Bamberg und Forchheim ein regionales Netzwerk aller relevanten Akteure und eine Beratungs- und Unterstützungsstruktur aufgebaut - mit Erfolg: 30 zusätzliche Ausbildungsplätze für junge Eltern unter 25 Jahre wurde geschaffen. Über die Erfahrungen bei der Projektarbeit lesen Sie unter: www.tau-bamberg.de/.
In der 3. Förderrunde widmen sich dem Thema der Teilzeitberufsausbildung die JOBSTARTER-Projekte
Näheres über die Projekte finden Sie auf der JOBSTARTER-Projektlandkarte.
Es gibt bundesweit Projekte, die aus Bundesmitteln gefördert werden bzw. wurden und die die Möglichkeiten der Teilzeitberufsausbildung in die Praxis umsetzen. Im Folgenden werden einige ausgewählte Projekte vorgestellt:
Das Projekt "Ausbildung in Teilzeit" wird in gemeinsamer Trägerschaft der Handwerkskammer und IHK Lübeck durchgeführt. Von 2005 bis 2007 wurde es unter dem Projektnamen "Teilzeitausbildung für junge Mütter und Väter unter 25 Jahren sowie in Pflege eingebundene junge Erwachsene" aus dem Programm STARegio aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und sowie aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) der Europäischen Union gefördert. Seit 2008 erhält das Projekt Fördergelder vom Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein und dem ESF.
Mithilfe des Projektes sind landesweit Beratungsstellen eingerichtet worden, die Betriebe und junge Erwachsene mit Familienpflichten bei der passgenauen Erschließung ihres jeweiligen Ausbildungspotenzials unterstützen. Auf den Internetseiten des Projekts finden Auszubildende und Betriebe nützliche Broschüren und Infoflyer rund um das Thema Teilzeitberufsausbildung für die Praxis.
Im Rahmen des Programms "Kompetenzen fördern. Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf (BQF)" und dem Nachfolgerprogramm BQF-Transfer führte der gemeinnützige Verein RE/init e.V. das Modellprojekt "BEAT - Betriebliche Erst-Ausbildung in Teilzeit" durch. Das Handbuch Teilzeitberufsausbildung fasst die Projektergebnisse zusammen und bietet wertvolle Hinweise für die praktische Umsetzung sowie eine Liste aller regionalen Akteure, Ansprechpartner und Angebote für junge Frauen und Männer mit Elternpflichten. Die Projektlandkarte bietet - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - einen bundesweiten Überblick über die Projekte zur Teilzeitberufsausbildung.
Aus BQF wurde auch das Projekt "MOSAIK - Kompetenzentwicklung für (junge) Mütter. Kooperation von Beratung, (Aus)Bildung und Beruf" gefördert. Dieses richtete sich direkt an junge Mütter. Beide Projekte entwickelten spezielle Beratungs- und Kompetenzentwicklungsmodelle für junge Mütter und junge Väter sowie Modelle zum Aufbau von regionalen Netzwerkstrukturen u. a. mit dem Ziel, Ausbildungspotenziale in Teilzeit zu erschließen.
Repräsentative Zahlen über Teilzeitberufsausbildungsverhältnisse liegen derzeit nicht vor. Mit der Änderung der Erhebung der Auszubildendenmerkmale der Berufsbildungsstatistik des Statistischen Bundesamtes wird ab dem Erhebungsjahr 2007 auch die Abkürzung der Ausbildungsdauer erfasst.
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen hat eine Kammerbefragung durchgeführt und die Ergebnisse veröffentlicht: Teilzeitausbildung unter besonderer Berücksichtigung der Situation von Mädchen und jungen Frauen mit Kindern. Bericht der Landesregierung im Ausschuss für Frauenpolitik, Düsseldorf, 15. Januar 2009. Aus der Erhebung ergeben sich für das Land Nordrhein-Westfalen mind. 229 aktuell abgeschlossene und laufende Teilzeitberufsausbildungsverhältnisse (darunter 3 Väter bzw. 98,7% Mütter) in den 16 Industrie- und Handelskammern. Hinzu kommen 42 Teilzeitberufsausbildungsverträge in den Handwerkskammern.
Herausforderungen für eine erfolgreiche Teilzeitberufsausbildung
Der Erfolg einer Teilzeitberufsausbildung hängt von verschiedenen Faktoren ab, die auch in den Berichten der aufgeführten Projekte dargestellt werden. Herausragende Bedeutung haben dabei folgende Rahmenbedingungen:
Die JOBSTARTER-Projekte greifen diese Herausforderungen auf und erproben Lösungswege. Die Erfahrungen aus den Projekten zeigen, dass die Rahmenbedingungen bereit gestellt werden müssen, damit junge Mütter und Väter parallel zu ihren familiären Verpflichtungen die Chance der beruflichen Ausbildung wahrnehmen können. Neben den Projekten wird das Thema Teilzeitberufsausbildung in Werkstattgesprächen und Fachveranstaltungen erörtert. Das JOBSTARTER Regionalbüro Nord hat am 29.04.2009 ein Werkstattgespräch mit dem Titel "Chancen für junge Eltern - Ausbildung in Teilzeitform" mit Expertinnen und Experten in Hamburg durchgeführt. Die Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier.
Arbeiten des BIBB zur Teilzeitberufsausbildung nach § 8 BBiG
Autorin: Satiye Sarigöz
Hier geht's zum Good Practice-Beispiel.

3/2009 Teilzeitausbildung - keine halbe Sache!
2009, 16 Seiten
Bestell-Nr.: 30487
Download [PDF - 800,1 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/jobstarter_regional_3-2009.pdf)
Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
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(URL: http://www.jobstarter.de/de/2259.php)
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