Vorgestellt: Ausbildungsbausteine in Südthüringen

Das Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) Rohr-Kloster erprobt in Südthüringen Ausbildungsbausteine. Die Bausteine sind Neuland - und machen deshalb viel Entwicklungsarbeit notwendig. Das CONNECT-Projekt hat vorab alle Partner ins Boot geholt, um den Erfolg zu garantieren. Kammern, Agentur für Arbeit, Bildungsdienstleister und Berufsschulen in der Region beteiligen sich.

 

Neuland Ausbildungsbausteine

Noch bevor sich das Team um Marion Kranz um eine CONNECT-Förderung beworben hatte, lotete es aus, wie das neue Instrument der Ausbildungsbausteine gewinnbringend in die bestehenden regionalen Strukturen eingebracht werden könnte. Viele Fragen standen im Raum: Wie reagieren die Betriebe auf das neue Instrument? Welchen Nutzen haben die Jugendlichen? Lassen sich die Ausbildungsbausteine überhaupt integrieren? Schnell war klar, dass neben Jugendlichen und Betrieben alle am regionalen Übergangssystem beteiligten Akteure für die Projektidee gewonnen werden mussten. Nur mit tragfähiger Unterstützung konnte die Erprobung stattfinden.

 

Das Projekt "Flexibilisierung von Ausbildungszeiten" des BTZ ROHR-KLOSTER der Handwerkskammer Südthüringen will eine bessere Verwertbarkeit von Übergangsmaßnahmen für Jugendliche erreichen. Sie absolvieren währenddessen Ausbildungsbausteine, die möglichst auf eine anschließende reguläre Ausbildung angerechnet werden. In berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB nach § 61 SGB III), betrieblicher Einstiegsqualifizierung (EQ) sowie in einer Berufschulklasse der Fachrichtung Gebäudetechnik werden die Bausteine modellhaft erprobt. Generell gilt das Angebot für alle 14 vorgesehen Berufsbilder, das Projekt richtet sich aber vor allem an Jugendliche, die sich für diese Berufe interessieren: Kraftfahrzeugmechatroniker/- in, Elektroniker/-in Betriebs- und Gebäudetechnik, Maler/-in und Lackierer/-in sowie Bauten- und Objektbeschichter/-in.

Mit Partnern von der Idee zum Projekt

Also machten sich die Bildungsexperten Geisthardt, Schilling, Reif und Kranz auf den Weg, um Resonanz und Akzeptanz auszuloten: Bei Betriebskontakten, Berufsschulbesuchen und Beratungen mit Bildungsträgern zeigten sich die Verantwortlichen aufgeschlossen und interessiert. Bildungsdienstleister und Kammern sahen in JOBSTARTER CONNECT frühzeitig eine Chance, Jugendliche in Übergangsmaßnahmen besser zu motivieren. Auch die Agentur für Arbeit erklärte sich rasch zu einer aktiven Mitwirkung bereit.

Somit standen bereits vor Projektbeginn viele Türen offen. Jetzt ging es um konkrete Absprachen:

  • Projekt und Berufsschule schlossen einen Kooperationsvertrag mit verbindlichen Aufgaben.
  • Vertreterinnen und Vertreter aus Betrieben, Berufsschulzentren, der Industrie- und Handelskammer und der Agentur für Arbeit gründeten eine regionale Projektgruppe JOBSTARTER CONNECT zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch.
  • Das Team entwickelte Intrumente, um die Dokumentation und Qualitiätssicherung der Qualifizierung an den unterschiedlichen Lernorten zu ermöglichen.
  • Die kompetenzorientierten Bausteine erforderten neue Curricula und praxisbezogene Lernaufträge, die ebenfalls erstellt wurden.


Ausbildungsbausteine im Betriebsalltag

Die Bereitschaft, Ausbildungsbausteine im Unternehmen zu "lehren", stellt die Betriebe vor besondere Herausforderungen. Das Instrument ist ganz neu und Erfahrung und Routine fehlen. Der Arbeitsalltag im betrieblichen Ablauf gerade kleiner und mittlerer Handwerksunternehmen macht es den Verantwortlichen mitunter schwer, die Umsetzung der Ausbildungsbausteine konkret und nachweislich zu dokumentieren. Deswegen bekommen sie Unterstützung vom CONNECT-Projektteam um Marion Kranz, die eine kontinuierliche und regelmäßige Begleitung der Unternehmen für unabdingbar hält: "Nur durch intensiven Kontakt unserer Ausbildungsberater mit den Betrieben ist eine qualitätssichere Arbeit zu gewährleisten, um letztlich eine Anerkennung der Ausbildungsbausteine bei den Kammern zu erwirken", so Simone Geisthardt.

Das Ziel: Anerkennung von Ausbildungsbausteinen

In Südthüringen ist es dem Projektteam gelungen, sich mit den beiden Kammern über ein Verfahren zur Anerkennung zu verständigen. Zum jetzigen Zeitpunkt erproben bereits 29 Jugendliche Ausbildungsbausteine:

  • 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Berufsfachschule
  • 7 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Berufsvorbereitenden Maßnahmen (BvB) und
  • 7 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Einstiegsqualifizierung der Handwerkkammer und Industrie- und Handelskammer

Marion Kranz ist optimistisch, was die Erfolgsaussichten des Projektes angeht: "Das Programm JOBSTARTER CONNECT ist eine Chance, Übergangszeiten effektiv und flexibel zu gestalten, um Ausbildungszeiten zu verkürzen." Gute Netzwerkarbeit und verbindliche Kooperationen ermöglichen die erfolgreiche Erprobung. Die Angebote für Betriebe und Bildungsträger, die entwickelten Lehr- und Lernaufträge zu verwenden, finden Zuspruch. Der Projektverlauf wird zeigen, wie praktikabel sie dauerhaft in der Ausbildungspraxis sind. Auch in Zukunft gilt es, anfallende Probleme mit den Partnern offen zu thematisieren, gemeinsame Lösungen zu entwickeln und das Projekt mit neuen Ideen voranzubringen. Dafür hat das Projektteam bis 2012 Zeit.

Ansprechpartnerinnen:

Marion Kranz und Simone Geisthardt
BTZ ROHR-KLOSTER
Kloster 1
98530 Rohr

03 68 44 47 388 / 329
http://www.btz-rohr.de/

Ansprechpartner

  • Programmstelle JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung

    • Robert-Schuman-Platz 3
    • 53175 Bonn
    • JOBSTARTER CONNECT - Wissenschaftlicher Mitarbeiter
    • Bernd Weiterer
    • Telefonnummer: 0228/107-1436
    • E-Mail-Adresse:

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