Programm

11.05.2010 | 10 bis 17 Uhr in Berlin

1:0 für die Berufsausbildung! JOBSTARTER Halbzeitkonferenz

Das Konferenzmotto "1:0 für die Berufsausbildung" griff der WDR-Journalist Helmut Rehmsen als Moderator und "Stadionsprecher" der Tagung gerne auf: Der Konferenzort Berlin mit dem Absteiger Hertha BSC sei ja zuletzt nicht gerade durch Fußball-Triumphe aufgefallen. Der Spielstand von 1:0 war nach Einschätzung von Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, deutlich untertrieben: Eigentlich stehe es bereits 30.000:0, korrigierte er und meinte damit die beeindruckende Zahl an besetzten JOBSTARTER-Ausbildungsplätzen.

Erfolgreiche erste Halbzeit für JOBSTARTER

Berlin, 11. Mai 2010: Zur "Halbzeit" von JOBSTARTER, das bis zum Jahr 2013 laufen wird, nahmen rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Projekten und Institutionen des Berufsbildungswesens die kommenden drei Jahre in den Blick.

Verstärkt wird in Phase 2 die Besetzung der bislang rund 42.500 geschaffenen  und 30.000 besetzten Ausbildungsplätze mit Jugendlichen im Fokus stehen. Dabei wird es auf Kooperation, Institutionalisierung und regional angepasste Lösungen ankommen, wie Podiumsdiskussion und Fachforen der Konferenz in verschiedenen Zusammenhängen ergaben.

Auf dem "Marktplatz" im Foyer des Tagungshotels präsentierten sich eine Reihe von JOBSTARTER-Projekten mit eigenen Ständen. Auch hier stand alles im Zeichen des Konferenzmottos "1:0 für die Berufsausbildung": An mehreren Kickertischen und sogar einer Torwand konnten die Teilnehmer ihre Ballkünste erproben. In einem "Public-Viewing"-Zelt lief der JOBSTARTER-Film.

Bildergalerie JOBSTARTER-Marktplatz

Bildbeschreibung:

Mit großem Beifall bedachte das Plenum die Uraufführung des JOBSTARTER-Films über junge Menschen in Ausbildung 

JOBSTARTER-Film feiert Premiere

Der Imagefilm im Auftrag des BIBB hatte am Morgen seine Uraufführung erlebt: Fünf spannend montierte Einblicke in den Alltag von Auszubildenden, Unternehmen und Beratern aus JOBSTARTER-Projekten vermittelten einen Eindruck davon, wie erfüllend und befriedigend eine gute Ausbildung für junge Menschen sein kann - und wie gewinnbringend für Betriebe. Vor allem, wenn dabei Probleme durch viel Idealismus und Engagement überwunden werden. Der Film erntete spontanen Applaus im vollbesetzten Saal.

Selbst während der Pausen ging es in den Gesprächen immer wieder um den Wunsch nach einer intensivierten Kooperation und Verstetigung der zahlreichen Projekte und Institutionen im Berufsbildungswesen. Stellvertretend für viele stand auch, was Steffen Reichelt vom Verein Arbeit und Leben Sachsen an einem der Tische als Anspruch formulierte: "Wir müssen den zunehmend schwierigen Spagat zwischen den Ansprüchen ausbildender Unternehmen und den Berufsvorstellungen Jugendlicher hinbekommen."

Das Forum, das die Halbzeitkonferenz bot, wurde ganz überwiegend als positiv und motivierend erlebt. Andreas Link von der Strahlemann-Stiftung, einem der vorgestellten JOBSTARTER-Projekte: "Diese Konferenz trägt dazu bei, dass sich gute Kontakte auch zu anderen Projekten entwickeln."

Bildergalerie Impressionen 1

Staatssekretär Dr. Braun eröffnete die Konferenz

Bildbeschreibung:

Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, während seines Vortrags

Zu einer "Halbzeitansprache" an die JOBSTARTER-Mannschaft lud Moderator Rehmsen in bestem "Fußball-Deutsch" Dr. Helge Braun ein, den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Braun lobte denn auch die "Spieler" des Programms für 241 Projekte und 42.500 neu geschaffenen Ausbildungsplätze: "Diese Zahlen sind eine beeindruckende Bestätigung dafür, dass das im Rahmen des Ausbildungspaktes initiierte Programm des BMBF eine Erfolgsgeschichte ist." Für die zweite Phase von JOBSTARTER verwies er unter anderem auf Unterstützung durch das neue BMBF-Programm "Bildungsketten bis zum Berufsabschluss": Es sieht in Kooperation mit Schulen, Kammern und Unternehmen vor, Schüler bereits ab der 7. Klasse individuell zu realistisch erreichbaren Berufszielen hinzuführen. "Somit werden wir neue Chancen für Jugendliche eröffnen, Schulabbrüche reduzieren und das Übergangssystem effizienter gestalten", versprach Braun.

Die Rede von Herrn Dr. Braun lesen Sie hier.

Blick in den mit rund 200 Konferenzteilnehmern voll besetzten Plenarsaal

Podiumsdiskussion zeigt verschiedene Blickwinkel

Die ganze Bandbreite der JOBSTARTER-Themen zeigte sich spätestens bei der Diskussion des hochkarätig besetzten Podiums im ersten Teil der Konferenz: Von Jugendlichen mit Migrationshintergrund bis zu Imageproblemen von Handwerksberufen, vom Reformbedarf des Dualen Systems bis hin zur Verstetigung der zahlreichen Berufsbildungsprojekte reichte das Spektrum der von Moderator Rehmsen geleiteten Debatte. Aus ihren jeweiligen Blickwinkeln trugen dazu bei:

  • Matthias Anbuhl, Leiter des Bereichs Bildung, Qualifizierung und Forschung beim DGB-Bundesvorstand
  • Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatsekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Professor Dr. Friedrich Hubert Esser, Leiter der Abteilung Berufliche Bildung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks e.V.
  • Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung
  • Dr. Iris Pfeiffer, Marktfeldleiterin Bildung und Beschäftigung bei der Prognos AG
  • Dr. Beate Scheffler, Leiterin der Abteilung Berufliche Bildung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW.

Kernpunkte der Diskussion finden Sie hier.

Vom Wandel der Berufsausbildung, Integration und Ausbildungsbausteinen

FORUM 1: Berufsausbildung: den Wandel wirksam mitgestalten

Thema in diesem Forum war unter anderem die Zukunftsfähigkeit der Dualen Berufsbildung angesichts der demographischen Entwicklung: Was können neue Instrumente leisten?

  • Gegenläufige Entwicklungen: Eine Analyse der Statistiken ergab, dass in Deutschland Ausbildungsstellen besetzt werden können, während gleichzeitig Jugendliche keine Ausbildungsstelle finden. Da die Ursachen vielfältig sind, müssen je nach Region und Zusammenhang spezifische Lösungen für die Bedürfnisse von Unternehmen und Jugendlichen gefunden werden.
  • Zwei Beispiele für passgenaue Problemlösungen: Das JOBSTARTER-Projekt Ausbildungsverbund der Wirtschaftsregion Braunschweig hat einen Dualen Studiengang entwickelt, auf den die Unternehmen sehr gut ansprechen, weil sie auf diese Weise Führungsnachwuchs gewinnen. Der Senior Experten Service (SES) bietet mit  der JOBSTARTER-Initiative VerA Jugendlichen mit Ausbildungsproblemen Senioren als erfahrene Begleiter an. Auch dieses Modell läuft sehr gut an. Die hohe Akzeptanz liege auch daran, dass die Begleiter aus der Großeltern- und nicht der Elterngeneration stammen. Ihnen werde eher zugehört.
  • Neue Bundesländer: Die Auswertung der Arbeitsmarktdaten zeigt auch, dass die mancherorts bereits überwunden geglaubten Ost-West-Unterschiede auf dem Ausbildungsmarkt aufgrund der demographischen Entwicklung bestehen bleiben werden.

Protokoll Forum 1: Berufsausbildung: den Wandel wirksam mitgestalten

Präsentation Forum 1: Duale Berufsausbildung, Dr. Elisabeth Krekel

Präsentation Forum 1: Stark durch die Ausbildung - Initiative VerA, Dr. Susanne Nonnen

Präsentation Forum 1: Service-Center für kleine und mittlere Unternehmen der Bau- und Dienstleistungsbranche, Sabine Will

FORUM 2: Migration und Integration: Berufliche Bildung zeigt Wege

In diesem Forum ging es unter anderem um die Frage, wie Menschen mit Migrationshintergrund durch Ausbildung zu gesellschaftlicher Teilhabe gelangen können.

  • Migrationshintergrund ist für diese Gesellschaft attraktiv: Inzwischen gebe es  bereits regelrechte Symbolfiguren für Interkulturalität und Mehrsprachigkeit .
  • Großes Potenzial der Interkulturalität: Das wird sowohl vom Programmbereich KAUSA als auch vom Beispiel der Türkisch-Deutschen IHK in Köln belegt, die bereits über 400 Ausbildungsplätze in "migrantischen" Betrieben geschaffen hat.
  • Hoher Aufwand und schwieriger Zugang: Allerdings ist der Informations- und Beratungsaufwand in Betrieben mit Migrationshintergrund, bis Ausbildungsangebote realisiert werden, etwa viermal so hoch wie in nicht-migrantischen Unternehmen. Zudem braucht es Türöffner, um sich als Berater erfolgreich in diesen Communities zu bewegen, etwa indem die Beratenden selbst eine Zuwanderungsgeschichte haben.

Protokoll Forum 2: Migration und Integration: Berufliche Bildung zeigt Wege

Getreu dem Motto "1:0 für die Berufsausbildung"

FORUM 3: Übergang in Ausbildung: "Bildungsketten" statt Warteschleifen

JOBSTARTER CONNECT erprobt bundeseinheitliche Ausbildungsbausteine in 40 regionalen Projekten. In Nordrhein Westfalen setzt das Programm "Dritter Weg in der Berufsausbildung  NRW" ein anderes Ausbildungsbaustein-Konzept um. Dieses Forum zeigte die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Programme. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten die Zukunft von Baustein-Konzepten. Folgende Ergebnisse sind festzuhalten:

  • Wirksamkeit von Ausbildungsbausteinen: Sie sind ein relativ neues Instrument der Ausbildungsmarktpolitik. Das Landesprogramm "Dritter Weg" in NRW verbucht bereits dokumentierte Erfolge: 88 Prozent der Teilnehmenden erlangten einen Abschluss, meist innerhalb der Regelzeit.
  • Vorteil für die Motivation: Mit kleinen Schritten (Bausteinen) werden den Jugendlichen nachweislich Erfolgs- statt Frustrationserlebnisse vermittelt, was ihre Kompetenzen betrifft. Dies wirkt motivierend.
  • Verstetigung von Ausbildungsbaustein-Projekten: Der "Dritte Weg" wird zum  Regelangebot der Bundesagentur für Arbeit in NRW. Ein Problem: Verstetigung und Regelförderung bedeuten oft, nach der Modellerprobungsphase weniger Geldmittel zur Verfügung zu haben.

Protokoll Forum 3: Übergang in Ausbildung: "Bildungsketten" statt Warteschleifen

Präsentation Forum 3: Kompetenz in Bausteinen - Flexible Berufsausbildung in Berlin, Rainer Rodewald

Präsentation Forum 3: Der "3. Weg" als Teil einer Gesamtstrategie der beruflichen Integration in Nordrhein-Westfalen, Christofer Susen-Godde

Bildergalerien Foren

 

Fazit: Auf ein Wiedersehen im Endspiel

Bildbeschreibung:

Auf Wiedersehen zum Finale: Kornelia Haugg (BMBF) beim Schlusswort

Zum Abschluss der ganztägigen JOBSTARTER-Konferenz legte Moderator Rehmsen den "Ball" sprachlich noch einmal auf den "Elfmeterpunkt" - für das Schlusswort von Kornelia Haugg, Abteilungsleiterin im BMBF: "Sie müssen jetzt nur noch verwandeln!", so der Moderator. Den Konferenztag bezeichnete sie als "sehr intensiv" und war sichtlich zufrieden mit der Zwischenbilanz von JOBSTARTER. Mit Blick auf die bevorstehende zweite Halbzeit von JOBSTARTER, die drei Jahre dauern wird, gab die BMBF-Vertreterin schon einmal einen Vorgeschmack auf die Abschlusskonferenz 2013: "Wir sehen uns dann wieder zum Endspiel!"

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Ansprechpartner

  • Programmstelle JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung

    • Robert-Schuman-Platz 3
    • 53175 Bonn
    • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Veranstaltungsorganisation
    • André Grabinski
    • Telefonnummer: 0228/107-2405
    • E-Mail-Adresse:

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Förderung/Durchführung

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JOBSTARTER wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union.