11.10.2010 - 12.10.2010 | Berlin

CONNECT-Fachkonferenz - Bausteine in der Praxis: Neue Qualität in der beruflichen Bildung?

Qualifizierungsbausteine, Ausbildungsbausteine, Module, Teilqualifikationen, Lerneinheiten - verstärkt werden modulare Bausteinkonzepte entwickelt, um erworbene berufliche Handlungskompetenzen zu beschreiben, anrechenbar(er) und verwertbar(er) zu machen. Die Fachkonferenz bot den Rahmen, verschiedene Ansätze und Erfahrungen darzustellen und zu diskutieren. Neben den 2008 veröffentlichten Ausbildungsbausteinen des BIBB standen Qualifizierungsbausteine, der 3. Weg der Berufsausbildung NRW, die Teilqualifikationen der Bundesagentur für Arbeit sowie die Aktivitäten der Modularen Nachqualifizierung im Programm Perspektive Berufsabschluss im Fokus.

Berlin, 11. Oktober 2010

Rund 170 Expertinnen und Experten aus Institutionen des Berufsbildungswesens, aus Projekten der unterschiedlichen Bundes- und Landesprogramme sowie von regionalen Initiativen tauschten sich aus, unter welchen Bedingungen Bausteine eine neue Qualität in der beruflichen Bildung darstellen könnten.

Bildbeschreibung:

Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF

Im Sinne von "Bildungsketten statt Warteschleifen" seien die gemeinsamen Anstrengungen noch stärker darauf auszurichten, Anrechenbarkeit und Verwertbarkeit erworbener beruflicher Handlungskompetenzen zu verbessern, um so beispielsweise die Übergangszeiten von der Schule in die berufliche Ausbildung zu verkürzen oder Geringqualifizierte zum Berufsabschluss zu führen, so Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung in seiner Eröffnungsrede.

Die Rede von Herrn PSt Dr. Braun lesen Sie hier.

"Das duale System bietet einen flexiblen Gestaltungsrahmen" betonte Prof. Dr. Reinhold Weiß, ständiger Vertreter des Präsidenten und Forschungsdirektor des Bundesinstituts für Berufsbildung, zur Diskussion um eine Flexibilisierung in der Berufsausbildung. Doch noch stünden die Teilsysteme der beruflichen Bildung mehr oder weniger nebeneinander. So münden viele Jugendliche nach der allgemeinbildenden Schule zunächst in berufsvorbereitende Maßnahmen ein. Dort lernen sie ein oder mehrere Berufsbilder kennen, erhalten eine berufliche Grundbildung oder holen schulische Abschlüsse nach. Doch werden dort vermittelte berufliche Handlungskompetenzen nur selten auf eine spätere duale Ausbildung angerechnet.

Die Rede von Herrn Prof. Dr. Weiß lesen Sie hier.

Bildbeschreibung:

Irmgard Frank, Leiterin der Abteilung Ordnung der Berufsbildung im BIBB

Mit dem 2005 novellierten BBiG erhebt der Gesetzgeber den Anspruch an die duale Ausbildung, die volle berufliche Handlungsfähigkeit für den jeweiligen Ausbildungsberuf zu vermitteln. Daran orientiert wurden die Ausbildungsbausteine des BIBB kompetenzorientiert entwickelt. Irmgard Frank, Leiterin der Abteilung Ordnung der Berufsbildung im BIBB, zeigte auf, welche Anforderungen die Kompetenzorientierung an das Bildungspersonal bei Betrieben, Berufsschulen oder Bildungsdienstleistern stellt.

Präsentation: Kompetenzorientiert lehren und lernen - Anforderungen an das Bildungspersonal, Irmgard Frank

Im Herbst 2007 wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Pilotinitiative DECVET - Entwicklung eines Leistungspunktesystems in der beruflichen Bildung gestartet. Im Fokus der Initiative steht die Erprobung eines Leistungspunktesystems zur Erfassung, Übertragung und Anrechnung von Lernergebnissen bzw. Kompetenzen von einem Teilbereich des beruflichen Bildungssystems in einen anderen. Ziel der Initiative ist es, mögliche Anrechnungspotenziale an den Schnittstellen rund um das duale System zu identifizieren und zu erproben und dadurch einen Beitrag zur Erhöhung der horizontalen und vertikalen Durchlässigkeit zu leisten. Stefanie Schiller von der Friedrich-Schiller-Universität Jena zeigte nach der Mittagspause den Stand der Dinge und die ersten Eindrücke aus der wissenschaftlichen Begleitung der Pilotinitiative auf.

Präsentation: Die Pilotinitiative DECVET, Stefanie Schiller

Blick in die Reihen des Plenums

In drei Fachforen wurden die konkreten Einsatzbereiche und Umsetzungsstrategien der Bausteine aufgezeigt, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Konzepte wurden diskutiert.

Zum Abschluss des ersten Tages fasste Peter Thiele, Leiter des Referats Grundsatzfragen der beruflichen Aus- und Weiterbildung im BMBF, die ersten Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Umsetzung der BIBB-Ausbildungsbausteine im Programm JOBSTARTER CONNECT zusammen. Zudem zeigte er die Schnittstellen zur neuen BMBF-Initiative "Bildungsketten bis zum Berufsabschluss" auf.

Informationen zu den Bildungsketten unter www.bildungsketten-bmbf.de.

Berlin, 12. Oktober 2010

Anschließend an die Fachkonferenz diente der zweite Tag dem internen Austausch zwischen den Projekten des Programms JOBSTARTER CONNECT. Im Rahmen dieser Veranstaltung stellten Stefan Ekert und Dr. Jörn Sommer von der InterVal GmbH Berlin den Evaluationsansatz zum Programm JOBSTARTER CONNECT vor und präsentierten erste Erkenntnisse und Eindrücke.

Evaluation JOBSTARTER CONNECT: Vorgehensweise und erste Erkenntnisse

Im Anschluss wurden die drei Fachforen des ersten Tages mit dem Fokus auf die Ausbildungsbausteine des BIBB fortgesetzt (Protokolle der Foren siehe unter Tag 1)

Zum Abschluss der beiden Konferenztage zog die Bundesagentur für Arbeit eine vorläufige Bilanz der bisherigen Erprobung der Ausbildungsbausteine im Übergangssystem. Die Ausbildungsbausteine könnten perspektivisch eine neue Qualität in berufsvorbereitenden Maßnahmen (BvB) und der Ausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE) darstellen, so Ulrich Eberle, Leiter Förderung/Qualifizierung/ESF/EGF der Bundesagentur für Arbeit Nürnberg:

  • Ausbildungsbausteine tragen zur Motivation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Vermittlung von Ausbildungsinhalten bei, wenn realistische Perspektiven der Anrechnung auf eine Anschlussausbildung gegeben sind;

  • Sie bilden die Grundlage für eine Anschlussfähigkeit der anschließenden Ausbildung;

  • Sie stellen einen bundesweit anerkannten Nachweis erworbener Kompetenzen dar;

  • Sie ermöglichen die Anschlussfähigkeit bei späterer Nachqualifizierung bis hin zur Externenprüfung.

Voraussetzung sei jedoch die Auswahl des geeigneten Bausteinkonzeptes je nach Leistungsstand der Jugendlichen im Übergangssystem. Aufgrund des zeitlichen Umfangs und der inhaltlichen Anforderungen der BIBB-Ausbildungsbausteine kommen diese insbesondere für die Teilnehmer/-innen in Betracht, bei denen die Ausbildungsreife zeitnah zum Maßnahmeeintritt vorliegt und der Berufswahlprozess abgeschlossen ist.

Präsentation: JOBSTARTER CONNECT aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit, Ulrich Eberle

Fazit

Die Fachkonferenz bot einen ersten umfassenden und intensiven Austausch zu den bestehenden Instrumenten und Ansätzen. Zukünftig gilt es, diesen Austausch fortzuführen, wo möglich Instrumente und Maßnahmen noch besser aufeinander abzustimmen und zu verzahnen. Die Erkenntnisse der Fachtagung werden in die praktische Umsetzung vor Ort ebenso wie in die weitere Ausgestaltung der wissenschaftlichen Begleitung sowie der Evaluation in JOBSTARTER CONNECT einfließen.

Bildergalerie zur JOBSTARTER CONNECT-Fachtagung

Ansprechpartner

  • Programmstelle JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung

    • Robert-Schuman-Platz 3
    • 53175 Bonn
    • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Veranstaltungsorganisation
    • André Grabinski
    • Telefonnummer: 0228/107-2405
    • E-Mail-Adresse:

Dokumente

 

Förderung/Durchführung

Europäische Union

Programmdurchführung:

Logo des Bundesinstituts für Berufsbildung

JOBSTARTER wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union.