Unternehmer des Monats: Der Wandelbare - Kevin Baddah

Kevin Baddah lebt in Deutschland, seit er neun ist. Nach einer Reihe Auf und Abs und einer vertrackten Suche nach dem beruflichen Weg gründete der Deutsch-Libanese 2005 seine erste Fahrschule - mittlerweile sind es deren vier.

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Sein Ausbilder war ein Mentor für ihn. Nun bildet Kevin Baddah selbst aus.

Nach Deutschland kam Kevin Baddah im Alter von neun Jahren, seine Mutter kam aus Beirut nach Westberlin, konnte aber nicht wieder zurück, weil im Libanon die israelische Armee einmarschiert war. "Eigentlich wollten wir zurück, sobald der Krieg vorbei sein würde", erinnert sich Baddah. Doch es kam alles anders, die Familie blieb, erhielt Jahre später den Status anerkannter Flüchtlinge.

Nach einer turbulenten Schulzeit und gescheiterten Ausbildungsversuchen machte Baddah eine Lehre als Industriemechaniker - dank seines Ausbilders. Denn jener Herr Köther wies ihm in schwierigen Momenten den Weg. "Mein Ausbilder hatte enormen Einfluss auf mein Leben", sagt Baddah heute.

Über Umwege zur Fahrschule

Baddah arbeitete zunächst, machte später einen Realschulabschluss, holte die Fachhochschulreife nach, begann ein Architekturstudium. Nach dem Grundstudium machte er die zehnmonatige Ausbildung zum Fahrlehrer, arbeitete nebenbei als solcher. "Ich habe in dieser Zeit die Fahrschule meines Arbeitgebers total umgekrempelt und irgendwann dachte ich: Warum mache ich das nicht für mich selbst?" Gedacht, getan: 2005 machte er zunächst eine Fahrschule auf, inzwischen findet man in Troisdorf, Eschmar, Hennef und Spich "Kevin's Fahrschulen".

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In der Fahrschule von Kevin Baddah herrscht eine heimische Atmosphäre.

Familienvater Baddah bildet zudem junge Frauen zur Kauffrau für Bürokommunikation und angehende Fahrschullehrer aus. Azubis zu beschäftigen sei eine Investition, denn vor allem am Anfang koste die Einweisung viel Zeit. "Am Anfang sind die Auszubildenden für mich und den Betrieb eine Belastung, später aber eine Entlastung", sagt er. Und vielen seiner Fahrschüler, die orientierungslos seien, erzählt er die eigene Geschichte. Denn er selbst habe in seiner Schulzeit lange nicht verstanden, wozu ein Schulabschluss überhaupt notwendig sei. "Deshalb lege ich heute so einen Wert darauf."

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    Migrantinnen und Migranten gründen Unternehmen und bilden aus - JOBSTARTER PRAXIS Band 5

    2010, 253 Seiten
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