Programm

Fachtagung "Ressourcen nutzen - Vermittlung optimieren. Jugendliche ohne Ausbildungsplatz - auch ein qualitatives Problem"

Über 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten am 7. und 8. November 2007 in Gelsenkirchen anlässlich der Fachtagung "Ressourcen nutzen - Vermittlung optimieren. Jugendliche ohne Ausbildungsplatz - auch ein qualitatives Problem" über Schwierigkeiten bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen.

"Die Ausbildungsbilanz ist erfreulich", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan anlässlich der Bekanntgabe der Ausbildungsplatzzahlen zum Stichtag 30. September 2007 durch die Bundesagentur für Arbeit. So sei die Zahl der unvermittelten Bewerberinnen und Bewerbern im Vergleich zum vergangenen Jahr um 41,2 Prozent gesunken.

Allerdings blieben auch schon in den Vorjahren - also bei einer deutlich angespannteren Situation auf dem Ausbildungsmarkt - betriebliche Ausbildungsplätze unbesetzt und es zeigt sich, dass diese Problematik nicht nur Ausbildungsberufe mit schlechtem Image betrifft. Angesichts der prognostizierten positiven Entwicklung scheint sich der Handlungsbedarf von quantitativen zu qualitativen Aspekten zu verschieben.

Das Problem, warum einerseits junge Menschen ohne Ausbildungsvertrag bleiben und andererseits betriebliche Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können, ist vielschichtig. Erfahrungen aus JOBSTARTER-Projekten und Befragungen von Ausbildungsbetrieben zeigen:

  • Es fehlen geeignete Bewerberinnen und Bewerber, viele Jugendliche sind nicht ausbildungsreif - diese Probleme werden von Ausbildungsbetrieben am häufigsten benannt.
  • Die Anforderungen der Unternehmen sind in den vergangenen Jahren enorm gewachsen, so sind mit einem Hauptschulabschluss viele Berufe nicht mehr erreichbar.
  • Etwa jeder sechste Ausbildungsvertrag wird während der Probezeit gekündigt.
  • Die Attraktivität von Berufen und Ausbildungsstellen und das Image von Ausbildungsbetrieben werden als Einflussfaktoren für eine Berufswahlentscheidung unterschätzt.
  • Viele Ausbildungsbetriebe sind damit überfordert, umfangreiche Auswahlverfahren durchzuführen.
  • Jugendliche verbleiben lieber in ihnen bekannten Strukturen und wählen die (vermeintlich) sichere Form der schulischen Angebote.

Im Rahmen der zweitägigen Fachtagung, die die Programmstelle JOBSTARTER gemeinsam mit dem JOBSTARTER-Regionalbüro Nord organisiert hat,  wurde die Problemlage genauer beschrieben und analysiert, bestehende Lösungsansätze vorgestellt und Handlungsmöglichkeiten entwickelt.

Programm

Inhalt

Dr. Elisabeth Krekel, Bundesinstitut für Berufsbildung
Unbesetzte Ausbildungsplätze: eine Analyse aus Sicht der Berufsbildungsforschung

Dr. Sandra Liebscher und Tanja Tschöpe, Programmstelle JOBSTARTER
Matchingprozesse in JOBSTARTER-Projekten - Ergebnisse einer Umfrage

Joachim Winter, JOBSTARTER-Regionalbüro Nord
Ergebnisse eines vorbereitenden Werkstattgesprächs

Helmut Musy, ProTeGe GmbH
Ausbildungskompetenz in KMU - Erfahrungen aus dem BIBB-Modellversuch KOMPLAN


Arbeitsgruppe 1:
Ausbildungsplätze besetzen: Erkenntnisse aus der Forschung zum externen Ausbildungsmanagement

Referenten-Beiträge:
Christa Oberth, JOBSTARTER-Regionalbüro Süd
Externes Ausbildungsmanagement - Betriebe bei der Besetzung von Ausbildungsstellen unterstützen

Holger Weininger, Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH
Regionale Ausbildungsnetzwerke initiieren - Ausbildungspotenziale erschließen

Monika von Brasch, INBAS GmbH
Optimierung lokaler Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen (OloV)


Arbeitsgruppe 2:
Aktive Netzwerkarbeit: Bedeutung der regionalen Akteure bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen

Referenten-Beitrag:
Maria Casan, Volkshochschule Göttingen
Aus der Praxis: JOBSTARTER-Projekt REGIONALE


Arbeitsgruppe 3:
Praxisorientierte Berufsorientierung - Schule und Wirtschaft

Referenten-Beiträge:
Dr. Frank Braun, Deutsches Jugendinstitut
Hauptschüler auf dem Weg von der Schule in die Ausbildung. Welche Unterstützung ist nötig?

Guntram Dubke, Volkshochschule Papenburg
Kooperation JOBSTARTER-Projekt AZU - Schule - Betrieb

Bernd Höller, agentur mark GmbH
Von der Akquisition zur professionellen Besetzung von Ausbildungsplätzen - Datenbank des Hamburger Hauptschulmodells als Planungs- und Steuerungsinstrument


Arbeitsgruppe 4:
Anforderungen an Bewerber/innen - Bedarf der Unternehmen am Beispiel des Handwerks

Referenten-Beiträge:
Dr. Carl-Michael Vogt, Handwerkskammer Hannover
Bedarf der Unternehmen am Beispiel des Handwerks

Frank Schirwinski, Handwerkskammer Erfurt
Aus der Praxis: JOBSTARTER-Projekt "Handwerk - meine Zukunft in der Region"

 

 

 

Dokumente

  • Tagungsprogramm

    [PDF - 75,0 kB]

     (URL: http://www.jobstarter.de/pot/download.php/M%3A852+Tagungsprogramm/~/_media/071107_Programm_Gelsenkirchen.pdf)

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    • Programmbereich Netzwerke und Verbünde (Potenzialanalysen)
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