KAUSA

Regionalkonferenz "Aktiv für Ausbildungsplätze" am 15. Mai 2007 in Hannover

Rund 100 Vertreter von Unternehmen, Institutionen und aus der Politik nahmen an der Veranstaltung teil. Im Laufe der Regionalkonferenz zogen die Beteiligten Bilanz über die in der Region laufenden Aktivitäten zur Gewinnung von zusätzlichen Ausbildungsplätzen in Unternehmen mit Inhabern ausländischer Herkunft und diskutierten gemeinsame Handlungsmöglichkeiten für die Zukunft.

Das Neue Rathaus der Landeshauptstadt Hannover war ein eindrucksvoller Veranstaltungsort für die Regionalkonferenz "Aktiv für Ausbildungsplätze". Die Veranstaltung fand am 15. Mai 2007 unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Maria Böhmer, Staatsministerin im Kanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Integration und Flüchtlinge, im historischen Gebäude des Neuen Rathauses von Hannover statt.

zum Programm

Begrüßung
"Bei dieser Veranstaltung geht es um eines der wichtigsten aktuellen gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Themen", verkündete der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt  Hannover, Stephan Weil, in seiner Begrüßungsrede. In Hannover wohnen über 120.000 Menschen mit Migrationshintergrund. Bei den Kindern im Vorschulalter haben rund 40 Prozent einen Zuwanderungsbezug. "Im Rathaus arbeitet man derzeit an einem Konzept, um die Chancen von Migranten auf Bildung sowie Teilnahme am gesellschaftlichen Leben dauerhaft zu verbessern", so Oberbürgermeister Weil. Er rief dabei die Unternehmer ausländischer Herkunft zur Mitarbeit am "Lokalen Integrationsplan Hannover" auf und regte sie an, sich verstärkt für die berufliche Ausbildung einzusetzen und somit auch ihren Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen von Jugendlichen zu leisten.

Eröffnungsrede des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Hannover

Prof. Dr. Maria Böhmer, Staatsministerin im Kanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung für Integration, Flüchtlinge und Migration

Prof. Dr. Maria Böhmer, Staatsministerin im Kanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung für Integration, Flüchtlinge und Migration, machte in ihrer Begrüßungsrede deutlich, dass Berufsausbildung die Ausgangsbasis für qualifizierte Beschäftigung, für beruflichen Aufstieg und somit auch für die gesellschaftliche Integration ist. "Die Integration insbesondere der nachwachsenden Generationen ist eine der großen gesellschaftspolitischen Herausforderungen in den nächsten Jahren", so Böhmer. Sie begrüßte die Bestrebungen, die wachsende Wirtschaftskraft von Unternehmern ausländischer Herkunft verstärkt für die Berufsbildung zu nutzen und hob insbesondere deren Vorbildcharakter hervor: "Durch die Einbeziehung der Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund in regionale Netzwerke können diese Vorbilder die Bedeutung und die Chancen der Bildung, Qualifizierung und Integration in der jeweiligen ethnischen Community erlebbar machen."

Eröffnungsrede der Staatsministerin im Kanzleramt und Beauftragten der Bundesregierung für Integration, Flüchtlinge und Migration

Auch Gerd Andres, parlamentarischer Staatsekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, betonte die Vorbildrolle der Unternehmer mit Migrationshintergrund. "Sie sind Vorbilder und Botschafter, insbesondere für junge Menschen mit Migrationshintergrund. Denn sie zeigen, dass eine erfolgreiche Karriere möglich ist." Auch die unternehmerische Leistung sei wichtig für die Region, denn in Unternehmen von Zugewanderten seien Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze in beträchtlichem Umfang entstanden. Das Engagement der Projekte, die Unternehmen mit Migrationshintergrund über die duale Ausbildung beraten und insbesondere das Engagement der Industrie- und Handelskammer Hannover sei in diesem Bereich besonders wichtig. Darüber hinaus schilderte Staatssekretär Andres unterstützende Maßnahmen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und ging dabei insbesondere auf die Zusammenarbeit mit Verbänden von Unternehmern mit Migrationshintergrund ein, die bei der Vorbereitung des Nationalen Integrationsplanes und im Netzwerk "Integration durch Qualifikation" ausgesprochen konstruktiv gewesen sei.

Eröffnungsrede des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Das Ausbildungspotenzial ausländischer Unternehmer werde in Hannover schon lange erkannt, erläuterte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hannover Heinz Orlob und verwies auf die hohe Anzahl von bereits neu geschaffenen Ausbildungsplätzen. "Im Rahmen unseres Projektes Verbesserung der Ausbildungsplatzsituation in der IHK-Region Hannover konnten in Unternehmen mit Inhabern ausländischer Herkunft in den letzten drei Jahren rund 800 neue Ausbildungsplätze gewonnen werden."  Zur besseren Abstimmung von Aktivitäten der verschiedenen Ausbildungsinitiativen in der IHK-Region hat die IHK 2006 ein Netzwerk für Ausbildung ins Leben gerufen. Das Erfolgskonzept: Ein Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Berufsbildung, Dittmar Schünemann, kooperiert mit regionalen Projekten von BTEU in Hannover und VAMOS in Göttingen um die Effizienz der Ausbil-dungsplatzwerbung zu sichern.

Eröffnungsrede des stellvertretedem Hauptgeschäftsführers der Industrie- und Handelskammer Hannover

Drei Unternehmerinnen und ein Unternehmer mit Migrationshintergrund schilderten im Rahmen des moderierten Erfahrungsaustausches zum Thema "Ausbildung" ihren Weg zur Ausbildung im eigenen Betrieb:

  • Branca Di Stefano, Restaurant La Locanda, Göttingen
  • Irina Buckenhauer, KKG- Kälte-, Klima- und Großküchentechnik, Göttingen
  • Maryam Parvari, Kultursensibler Sozialdienst KSD - Pflegedienst, Hannover
  • Hasan Kurtulus, KURT Zeitarbeit GmbH, Lehrte

Moderation: Burkhard Plemper, Journalist

Branca di Stefano betreibt in Göttingen gemeinsam mit ihrem Ehemann das italienische Restaurant "La Locanda". Durch die Information, Beratung und Unterstützung der Mitarbeiterinnen des STARegio-Projektes VAMOS (VerbundAusbildungsMOdellSüdniedersachsen der Volkshochschule Göttingen) hat sie sich dazu entschieden, selbst auszubilden. Sie begann mit der Ausbildung im August 2005; der erste Auszubildende brach jedoch am Ende seiner Probezeit die Ausbildung ab. Trotzdem hat sie sich mit Unterstützung von VAMOS für einen weiteren Versuch entschieden - mit Erfolg. Ein Bewerber, den ebenfalls VAMOS vermittelt hatte, absolvierte zunächst ein Langzeitpraktikum und unterschrieb im August 2006 seinen Ausbildungsvertrag.

Irina Buckenhauer und ihr Ehemann, ein Kälteanlagebaumeister, gründeten im Januar 2002 die Firma KKG Kälte-, Klima- und Großküchentechnik, ein Dienstleistungsunternehmen im Gastronomie- und Kältebereich. "Neben Bau, Wartung und Service von Kältetechnik beliefern wir Kantinen, Bistros, Restaurants und Altenheime mit einem Angebot von der Kaffeemaschine bis zur kompletten Einrichtung", berichtete die junge Unternehmerin, die erst im Jahr 1998 aus Weißrussland nach Deutschland gezogen ist. Mittlerweile haben sie ihre Firma auf Expansionskurs gebracht. Der Fachkräftemangel trug dazu bei, dass die Buckenhauers über die Ausbildung im eigenen Unternehmen nachgedacht haben. Sie bilden seit August 2006 eine Kauffrau für Groß- und Außenhandel aus. Geplant ist auch ein weiterer Ausbildungsplatz für einen Kälteanlagebauer.
Beide Unternehmerinnen berichteten dankend von der Unterstützung seitens des Projektes VAMOS. "Von der Möglichkeit selbst auszubilden, wusste ich nicht",  erzählte Irina Buckenhauer, die selbst eine duale Ausbildung zur Bürokauffrau abgeschlossen hat. "Erst dank VAMOS konnte ich über die Ausbildung in meinem Betrieb nachdenken. Sie haben mich aufgeklärt, Auszubildende ausgesucht und während des ersten Jahres begleitet."

Auch Maryam Parvari erfuhr von der Möglichkeit selbst auszubilden erst von einem IHK-Ausbildungsplatzakquisiteur: "Ich wäre selber gar nicht auf die Idee gekommen. Auch nachdem die IHK Hannover mit dem Vorschlag an mich herangetreten ist, hat es noch einige Monate gedauert, bis ich davon überzeugt war". Maryam Parvari ist vor dreizehn Jahren aus dem Iran nach Deutschaland gekommen. Sie ist Geschäftsführerin des Kultursensiblen Sozialdienstes (KSD) in Hannover. Das Unternehmen besteht seit 2002 und beschäftigt mittlerweile 23 Mitarbeiter. Vor einem Jahr hat Maryam Parvari ihre erste Auszubildende zur "Kauffrau im Gesundheitswesen" eingestellt. Ein wichtiger Aspekt für die Dienstleisterin: "Durch die Zulassung als Ausbildungsbetrieb wurde auch der gute Ruf unseres Unternehmens nochmals bestätigt, wir sehen darin eine Anerkennung unserer Leistungen."

Hasan Kurtulus ist der geschäftsführende Inhaber eines Unternehmens im Personaldienstleistungsbereich KURT Zeitarbeit GmbH. Es ist mit mehr als 700 Mitarbeitern an neun Standorten bundesweit vertreten. Die Zentrale des Unternehmens befindet sich im nieder-sächsischen Lehrte. Hasan Kurtulus bildet bereits seit 15 Jahren an vier Standorten aus. Die Ausbildung gehört in seinem Unternehmen zum festen Bestandteil der firmeninternen Personalpolitik.

Im Laufe des Erfahrungsaustausches wurde deutlich, dass Unternehmer die Bewerber nicht aufgrund ihrer Herkunft, sondern in erster Linie aufgrund bestimmter Qualifikation auswählen: Und diese sind bei Weitem nicht nur Schulnoten. Die Unternehmer haben in der Regel sehr konkrete Vorstellungen von den künftigen Auszubildenden. Persönlichkeitsmerkmale, wie  besondere Hartnäckigkeit bei der Verfolgung von Zielen, zahle sich aus. Auch eine Dienstleistungsmentalität sei für Unternehmer wichtig. Alle Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass die Zeugnisse weniger aussagekräftig sind als die Persönlichkeit, die die Auszubildenden mitbringen sollten.
Immer wieder haben die Unternehmer das persönliche Engagement des IHK-Ausbildungsplatzakquisiteurs Dittmar Schünemann lobend erwähnt, der in der IHK Hannover auch als Beauftragter für Migrantenbetriebe fungiert. Die Zusammenarbeit mit der Kammer funktioniere reibungslos und unbürokratisch, betonten die Unternehmer. Die Ausbildungsberater sind jederzeit für die Unternehmer ansprechbar und unterstützen bei Fragen zum Vertrag, zur Ausbildung oder im Hinblick auf die Berufsschule.
Die Unternehmer machten deutlich, dass eine Entscheidung pro Ausbildung im eigenen Betrieb oft davon abhängt, ob ein entsprechendes Beratungs- und Coachingangebot vorhanden ist.

Moderiertes Fachgespräch "Strategien für die Zukunft" 

In der Nachmittagsrunde diskutierten Vertreter der regionalen Institutionen über Möglichkeiten, bereits vorhandene Ansätze weiter zu stärken und auszubauen.

Teilnehmer:

  • Heinz Orlob, stellv. Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hannover
  • Dr. Carl- Michael Vogt, Abteilungsleiter Berufsausbildung, Handwerkskammer Hannover
  • Hans Mönninghoff, Erster Stadtrat der Landeshauptstadt Hannover 
  • Marianne Gersdorf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hannover
  • Ahmet Yilmaz, Vorstandsmitglied des BTEU e.V., Hannover
  • Maria Casan, Leiterin des Projektes VAMOS, Göttingen

Moderation: Burkhard Plemper, Journalist

Heinz Orlob berichtete, dass bei der IHK Hannover ein Ausbildungsakquisiteur eingestellt wurde, der vorwiegend für ausländische Firmeninhaber zuständig ist. Dieser arbeitet eng mit regionalen Initiativen zusammen. Insbesondere mit dem Projekt des Bundes Türkisch-Europäischer Unternehmer BTEU e.V. in Hannover und mit VAMOS in Göttingen besteht eine enge Kooperation. Diese stellen oft den ersten Kontakt zu Unternehmen her und öffnen die Tür für ein zweites gemeinsames Gespräch, an dem dann ein Ausbildungsberater der IHK teilnimmt. "Diese gute Zusammenarbeit", so der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer, "wollen wir fortsetzen und noch weiter ausbauen, um noch mehr neue Ausbildungsplätze bei Betrieben mit Migrationshintergrund zu gewinnen."
"Wir werden unsere Tätigkeiten im Bereich Firmenakquise und Konfliktmanagement verstärkt umsetzen", kündigte auch Ahmet Yilmaz, Vorstandsmitglied des Bundes Türkisch-Europäischer Unternehmer BTEU e.V., an. Der BTEU e.V. engagiert sich seit fast 20 Jahren für die wirtschaftliche Integration selbständiger, vorwiegend türkischerMigrantinnen und Migranten in Deutschland.  Allein in Niedersachsen gibt es nach Einschätzungen des BTEU über 3.500 türkische Selbständige, die über 18.000 Arbeitsplätze zur Verfügung stellen und ein ungenutztes Ausbildungspotenzial von rund 1.500 Plätzen haben. Dieses noch brachliegende Potenzial möchte der BTEU mit dem STARegio-Projekt "BTEU -Ausbildungsprojekt" nutzen.

Maria Casan, Leiterin des STARegio-Projektes "VAMOS", schilderte die bewährte Vorgehensweise bei der Akquise neuer Ausbildungsplätze: "Nachdem wir sensibilisierende Vorgespräche geführt haben, besuchen wir den Betrieb gemeinsam mit dem Ausbildungsberater der IHK Hannover. Meist folgt sofort die mündliche Freigabe - ein Moment großer Freude. Wir treffen unter anderem eine Vorauswahl der Bewerber, führen Vorstellungsgespräche, nehmen dem neuen Ausbilder die Bürokratie ab und sind zur Stelle. Wichtig ist aber die Nachhaltigkeit. Gute Erfahrungen wurden bei der Vermittlung von Praktikanten gemacht. Die Praktika be-währen sich dadurch, dass sich die Betriebsinhaber durch die positive Zusammenarbeit mit den Jugendlichen mit dem Ausbildungsgedanken vertraut machen können." In der Zukunft sei geplant, verstärkt Verbundausbildung für Unternehmer mit Migrationshintergrund anzubieten. Besonders zukunftsorientiert sei dabei neben den klassischen Verbünden zwischen Betrieben die Kooperation von Bildungsträgern und Unternehmen; von dieser Kooperation profitierten beide Seiten, und vor allem die Auszubildenden.

"Eine Ausbildung ist besser als keine!", sagte Marianne Gersdorf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hannover und erläuterte: "Die Quote ungelernter Arbeitsloser ist bei weitem höher als die derjenigen mit Ausbildung". Die Agentur für Arbeit als aktives Mitglied des regionalen Netzwerkes leiste ihren Beitrag zur Erhöhung der Ausbildungsplatzbeteiligung bei den Unternehmern, indem sie bei Betrieben um Lehrstellen werbe und diese fördere, so Gersdorf.

Dr. Carl- Michael Vogt, Abteilungsleiter Berufsausbildung, Handwerkskammer Hannover, stellte fest, dass die Zusammenarbeit mit den Migrantenbetrieben in der Kammer noch ausbaufähig sei und noch intensiviert werden sollte. "Wir stellen die betriebliche Eignung fest; wenn diese bürokratische Hürde überwunden ist, läuft die Zusammenarbeit mit der HWK in der Regel reibungslos, " sagte er. Die Ziele der HWK für die nächste Zukunft sieht er in der Stärkung interkultureller Kompetenzen, persönlicher Ansprache der Migrantenunternehmen und Netzwerkstärkung.
Besonders wichtig sei eine gut funktionierende Beziehung Wirtschaft - Schule. Die Handwerkskammer führt zurzeit in Zusammenarbeit mit den Schulen ein Pilotprojekt durch, in dem die Lehrer neben dem Zeugnis eine soziale Bewertung des jeweiligen Schülers vornehmen. Dies könne für Betriebe das Auswahlverfahren künftiger Auszubildender verfeinern, denn oft seinen die sogenannten "soft skills" aussagekräftiger als die Schulnoten.

Hans Mönninghoff, Erster Stadtrat der Landeshauptstadt Hannover,  berichtete, dass die Stadt selbst in mehr als 50 Berufen ausbildet und somit eine Vorbildfunktion erfüllt.  Das gut funktionierende Netzwerk regionaler Akteure spiele für die Zukunft eine entscheidende Rolle, meinte Mönninghoff. "Das EQUAL- Projekt ALBUM (Arbeitsprozessintegriertes Lernen und Beraten für und mit Migrantinnen und Migranten), das in Hannover gemeinsam von acht verschiedenen Partnern durchgeführt wird, ist ein gutes Beispiel dafür, wie Betriebe zum Thema Ausbildung qualifiziert werden können. Dadurch kann auch eine bessere soziale Integration der Zugewanderten erreicht werden."

Ausblick und Zusammenfassung

Katharina Kanschat
, JOBSTARTER / KAUSA fasste die wichtigsten Inhalte der beiden Podiumsrunden zusammen. "Ausbildungsplatzakquise in Migrantenunternehmen gelingt am besten als gemeinsames Vorgehen aller involvierten Akteure", so der rote Faden beider Diskussionen. Die Netzwerkarbeit sei bereits gut etabliert, könne aber noch ausgebaut werden.
Unternehmen brauchten in erster Linie Informationen und externes Ausbildungsmanagement. Das bedeute, dass ein versierter Ansprechpartner über die Bedingungen der dualen Ausbildung informiere, bei den bürokratischen Abläufen Unterstützung biete und für eine Beratung und Begleitung bei der Erstausbildung zur Verfügung stehe. Ein weiterer zentraler Punkt für die Unternehmer sei die Vermittlung von Jugendlichen, denn hier hätten insbesondere kleine Unternehmen große Probleme die Bewerbungen auszuwerten und den richtigen Auszubildenden auszuwählen. Dabei sei ein möglichst präzises Matching "Bewerber - Unternehmen" von großer Bedeutung. In diesem Zusammenhang sollten Unternehmer motiviert werden, mehr Praktika anzubieten; beispielsweise könne man in dieser Hinsicht verstärkt  für die Inanspruchnahme des EQJ -Programms (Sonderprogramm zur Erstqualifizierung Jugendlicher) werben. Auch das Modell der Verbundausbildung solle den Migrantenunternehmen kommuniziert und angeboten werden.
In der Region Hannover bestehe eine sehr gute Kooperation von Industrie- und Handelskammer und Handwerkskammer mit den Akquiseprojekten BTEU und VAMOS. In diese engere Kooperation werden weiter Partner wie die Agenturen für Arbeit und kommunale Stellen sowie weitere Migrantenorganisationen mit einbezogen. Entscheidend für den Erfolg dieser Zusammenarbeit ist der Sonderberater der IHK für Unternehmen mit Migrationshintergrund, der alle Fäden zusammenführt und effektive Abläufe bei der Beratung und bei der Umset-zung der Ausbildungsverträge sichert.
Ziel der Institutionen und Projekte ist es, Dienstleistungsangebote für Unternehmen mit Migrationshintergrund langfristig anbieten zu können.
Hinzu kommen sollte eine Verstärkung der Zusammenarbeit der Unternehmen mit Migrationshintergrund mit Schulen im Rahmen der Berufsorientierung.
Ein weiteres Zukunftsthema sei die Stärkung interkultureller Kompetenzen und interkulturelle Sensibilisierung der Mitarbeiter in Berufsbildungsinstitutionen für Migranten im Allgemeinen und für Unternehmer mit Migrationshintergrund im Besonderen.
Da die Information von Migrantinnen und Migranten und hier auch der Unternehmer über die duale Berufsbildung immer wieder thematisiert wurde, seien Strategien der Information und Motivation ebenfalls ein Thema das in Zukunft weiter ausgebaut werden solle. Dazu gehöre das verstärkte Nutzen der fremdsprachigen Medien wie auch die kontinuierlichen Informationsangebote an Migrantenorganisationen und bei sonstigen Gelegenheiten.


 

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