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Tagung "Ausbildung - eine Investition in die Zukunft" - Mai 2007 (Ausgewählter Menüpunkt)
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Fachtagung für Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden am 9. Mai 2007 im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München - veranstaltet vom JOBSTARTER-Regionalbüro Süd.
Bilder von der Fachtagung für Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden am 9. Mai 2007 im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München - veranstaltet vom JOBSTARTER-Regionalbüro Süd.
Gute Wachstumsaussichten und der prognostizierte demografische Wandel rücken das Thema Fachkräftesicherung immer stärker in den Fokus von Unternehmen. In einigen Teilarbeitsmärkten ist schon heute eine Fachkräftelücke zu diagnostizieren. Vor diesem Hintergrund wird die Bedeutung der eigenen betrieblichen Ausbildung für Unternehmen in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. In diesem Zusammenhang steigt auch der Bedarf an Information, Beratung und Unterstützung rund um das Thema Ausbildung.
Die Tagung widmete sich diesem Bedarf und zeigte Vertretern von Verbänden, Unternehmen, Bildungsdienstleistern und Kammern die Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen des Programms JOBSTARTER auf. Im Fokus stand dabei vor allem die Frage, wie Unter-nehmens- und Branchenverbände ihre Mitgliedsunternehmen in Fragen der Ausbildung unterstützen können.
Prof. Dr. Eckart Severing vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH
Prof. Dr. Eckart Severing vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH gab einen Überblick über die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt und wies auf die zu erwartende Fachkräftelücke hin. Er hob hervor: "Ein erfolgversprechender Weg zur Bewältigung dieser Herausforderung stellt die Sicherung des Nachwuchses durch duale Ausbildung dar." Die Entwicklung des Fachkräftebedarfs sei jedoch nicht zu 100% antizipierbar, da die einzelnen Unternehmen unterschiedlichste regionale und betriebsspezifische Ausgangs- und Problemlagen aufweisen. Aus seiner Sicht kommt deshalb gerade den Unternehmensverbänden eine besondere Bedeutung zu: "Verbände müssen die unterschiedlichen Interessen ihrer Mitglieder vereinen und die einzelbetrieblichen Problemlagen und Zielsetzungen in gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge einordnen."
Darüber hinaus hätten Verbände außerdem eine gesellschaftliche Verantwortung: "Politische Programme und Zielsetzungen verschleißen, wenn sie in den Betrieben keinen Widerhall finden. Hier kommt den Verbänden eine entscheidende Scharnierfunktion zu", so Severing. Er warb dafür, gemeinsam zu überlegen, wie man bestehende Programme wie JOBSTARTER für eine Verbesserung der Dienstleistungen von Verbänden nutzen kann: "Die Veranstaltung soll aufzeigen, wie JOBSTARTER dazu dienen kann, Serviceleistungen von Verbänden für ihre Mitglieder zu verbessern", so Severing. "Sie soll auf der anderen Seite aber auch Anregungen liefern, wie die Programmgestalter Programme entsprechend den Anforderungen der Wirtschaft verändern können."
Christoph Czerwinka aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung
Christoph Czerwinka aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstrich diese Ausführungen und hob die Bedeutung von Bildung sowohl für den persönlichen als auch wirtschaftlichen Erfolg hervor: "Bildung ist der Schlüssel für individuelle Lebenschancen und betriebliche Erfolge, sie begründet persönlichen, unternehmerischen und gesellschaftlichen Wohlstand", so Czerwinka. Er verwies vor allem auch auf die Vorzüge der dualen Berufsausbildung in Deutschland: "Um dieses zeitgemäße und flexible Ausbildungsinstrument, das wesentlich von der Wirtschaft, vom Arbeitsalltag bestimmt ist, beneiden uns viele Länder. Unsere duale Ausbildung hat eine hohe Qualität und bietet Chancen für beide Seiten. Auf betrieblicher Seite sichert sie beispielsweise den Fachkräftebedarf von Morgen und schafft eine hohe Identifikation des Jugendlichen mit dem Unternehmen. Jugendlichen wiederum ermöglicht sie z. B. eine große Praxisnähe der Ausbildung."
Trotz dieser Vorzüge nutzen immer noch zu wenige Unternehmen dieses Instrument - vor allem bei ausbildungsunerfahrenen kleineren und mittleren Unternehmen sieht Czerwinka noch ungenutztes Potenzial: "Gerade Probleme ausbildungsunerfahrender kleinerer und mittlerer Unternehmen können mit Hilfe von JOBSTARTER gelöst werden, z. B. durch die Unterstützung bei organisatorischen Fragen der Ausbildung, Hilfe bei der passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen oder der Organisation von Ausbildungsverbünden."
Kornelia Raskopp, Leiterin der Programmstelle JOBSTARTER im Bundesinstitut für Berufsbildung
Kornelia Raskopp, Leiterin der Programmstelle JOBSTARTER im Bundesinstitut für Berufsbildung griff die von Herrn Czerwinka angesprochenen Arbeitsfelder in JOBSTARTER auf und stellte Ziel und Struktur des Programms in den Mittelpunkt ihres Vortrags: "Mit JOBSTARTER sollen die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze erhöht und die regionalen Ausbildungsstrukturen verbessert werden", so Raskopp. Sie hob jedoch hervor, dass es dabei "nicht um die Finanzierung von Einzelausbildungsplätzen geht", sondern darum, "Projekte aufzubauen, ausgerichtet an spezifischen regionalen Bedarfen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen, die Unternehmen bei der Initiierung und Umsetzung von Ausbildung beraten und begleiten."
Damit sollen statt kurzfristiger personenbezogener Unterstützungsmaßnahmen langfristige strukturelle Entwicklungen angestoßen werden, die eine Erhöhung des Ausbildungsplatzpotenzials in den Regionen zur Folge haben und somit Betrieben die Deckung des zukünftigen Fachkräftebedarfs erleichtern.
Dr. Christof Prechtl, Geschäftsführer der Abteilung Bildung des VBM - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V.
Die Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs durch Ausbildung ist auch für Dr. Christof Prechtl, Geschäftsführer der Abteilung Bildung des VBM - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. ein zentraler Schwerpunkt im Rahmen der Verbandsarbeit. Gerade vor dem Hintergrund der langen und erfolgreichen Ausbildungstradition in der Metall- und Elektroindustrie betonte Prechtl "Wir stehen zur dualen Ausbildung und wissen, was wir an ihr haben, aber wir werden das System auch zukünftig weiter optimieren und verbessern müssen, um das Produkt interessant und attraktiv halten zu können", so sein Plädoyer. Er betonte, dass gerade das vielseitige Instrumentarium des JOBSTARTER-Programms eine hervorragende Möglichkeit für Verbände bietet, die Attraktivität dualer Ausbildung in bestimmten Branchen bzw. Regionen aufzuzeigen und ihre Mitgliedsunternehmen in Fragen rund um das Thema Ausbildung zu unterstützen.
Am Beispiel der bayerischen Metall- und Elektroindustrie skizzierte Dr. Prechtl, wie erfolgreiche Verbandsbildungsarbeit gestaltet werden kann: "Wir als Verbände haben ca. seit dem Jahr 2000 erkannt: Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Mitgliedsunternehmen hängt am Ende von Bildung ab." Und gerade aufgrund der Tatsache, dass weit über 70% der Mitgliedsunternehmen in dieser Branche mittelständisch geprägt sind, war es notwendig, die Kräfte als Verband zu bündeln, um einerseits für die Facharbeit und Karrierechancen in der Metall- und Elektroindustrie zu werben und andererseits auch die Unternehmen in Fragen der Ausbildung zu unterstützen. "Deshalb haben wir als Verbände gehandelt und im Rahmen der Ausbildungsinitiative desVBM - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. und des BayME - Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro e. V. das Zentrum für Ausbildungsmanagement Bayern <zab> geschaffen", so Prechtl.
Karen Schober, Projektleiterin Ausbildungspakt in der Bundesagentur für Arbeit
Karen Schober, Projektleiterin Ausbildungspakt in der Bundesagentur für Arbeit knüpfte an die Ausführungen von Dr. Prechtl an und widmete sich insbesondere der Frage, was zu tun ist, wenn Betriebe keine geeigneten Jugendlichen zur Besetzung ihrer Ausbildungsplätze finden. In ihrem Fachvortrag "Ausbildungsbereitschaft und Ausbildungshemmnisse" erläuterte sie, warum ausbildungsberechtigte Betriebe nicht ausbilden bzw. freie Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben: "Aus Sicht der Unternehmen sind die Schwierigkeiten bei der passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen vor allem auf die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger zurückzuführen", so Schober. "Deshalb haben wir im Rahmen des Ausbildungspaktes verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Berufsorientierung in Schulen zu verbessern und die Ausbildungsreife der Schulabgänger zu erhöhen".
Mit dem " Kriterienkatalog zur Ausbildungsreife" stellte sie ein Instrument vor, dass betriebliche Mindestanforderungen aufzeigt und den Übergang von Schule in Ausbildung verbessern soll: "Der Kriterienkatalog ist ein Angebot zur Verständigung über das Thema und zielt auf eine Förderung der Transparenz - auch Betriebe können davon durchaus profitieren.", erklärte Schober.
Beate Zeller, Leiterin des JOBSTARTER-Regionalbüros Süd im Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH
Während Karen Schober die Ansätze zur Verbesserung der Ausbildungsreife von Jugendlichen und der stärkeren Berufsorientierung in Schulen präsentierte, widmete sich Beate Zeller, Leiterin des JOBSTARTER-Regionalbüros Süd im Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH, der betrieblichen Perspektive und stellte exemplarische Unterstützungsangebote für Unternehmen vor. "Wichtig ist, dass die Unterstützung immer an der spezifischen betrieblichen Situation ansetzen muss, und die Situation der Branche und die Eigenheiten der Region bedenken muss", betonte Zeller. "Ein Förderprogramm ist deshalb Idealerweise ein Baukasten mit verschiedenen Instrumenten, die je nach Bedarf kombiniert und zum Einsatz gebracht werden können."
Vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus den beiden ersten Förderrunden stellte sie ausgewählte Beispiele vor, wie Dienstleistungen für Betriebe bedarfsorientiert angeboten werden können und welche Effekte erzielt werden können. "Wenn Betriebe keine geeigneten Auszubildenden finden, kann JOBSTARTER beispielsweise durch die Organisation der Zusammenarbeit von Unternehmen und Schulen die passgenaue Besetzung von Ausbildungsplätzen erleichtern, sei es über Betriebserkundungen, Berufsbörsen, Bewerberpools oder andere Instrumente", so Zeller. Auch für andere betriebliche Hinderungsgründe wie z. B. "Ausbildung ist mit zuviel Aufwand verbunden" oder "Für unser Unternehmen gibt es keine geeigneten Ausbildungsberufe" konnte sie aufzeigen, mit welchen Angeboten und Lösungsansätzen JOBSTARTER hier den Unternehmen konkrete Unterstützung bieten kann.
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Vortrag von Dr. Christof Prechtl, BayME/VBM (URL: http://www.jobstarter.de/pot/download.php/M%3A968+Die+Serviceleistung+Ausbildung+in+der+Verbandsarbeit%3A+Strategien%2C+Beratungskonzepte+und+erfolgreiche+Projekte/~/_media/20070509_Vortrag_C._Prechtl.pdf)
[PDF - 84,5 kB]
Vortrag von Kornelia Raskopp, JOBSTARTER (URL: http://www.jobstarter.de/pot/download.php/M%3A969+Das+Ausbildungsstrukturprogramm+JOBSTARTER/~/_media/20070509_Vortrag_K._Raskopp.pdf)
[PDF - 347,8 kB]
Vortrag von Karen Schober, Bundesagentur für Arbeit (URL: http://www.jobstarter.de/pot/download.php/M%3A970+Ausbildungsbereitschaft+und+Ausbildungshemmnisse/~/_media/20070509_Vortrag_K._Schober.pdf)
[PDF - 706,2 kB]
Vortrag von Beate Zeller, JOBSTARTER-Regionalbüro Süd (URL: http://www.jobstarter.de/pot/download.php/M%3A971+JOBSTARTER+-+F%26uuml%3Br+die+Zukunft+ausbilden/~/_media/20070509_Vortrag_Zeller_RBSued.pdf)