18.09.2012

JOBSTARTER-Regionalbüro West – Regionalworkshop zum Erfahrungsaustausch

Gab es bis vor kurzem zu wenige Lehrstellen, so beklagen Unternehmen heute ausbleibende Bewerbungen. Die BMBF-Initiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“ antwortet auf diese Herausforderung.


Vielen Jugendlichen sind die zahlreichen Möglichkeiten der dualen Berufsausbildung unbekannt oder sie verbleiben nach Schulabschluss längere Zeit in Maßnahmen des Übergangssystems. Die Initiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“ antwortet auf diese Herausforderung: Berufseinstiegsbegleiter (BerEb) unterstützen die Jugendlichen frühzeitig bei der Berufsorientierung im Übergang von der Schule in die Ausbildung.

Voneinander profitieren

Im Rahmen des vom JOBSTARTER-Regionalbüro West ausgerichteten zweiten Erfahrungsaustauschs in der Handwerkskammer Düsseldorf am 18. September 2012 haben die Projekte der vierten und fünften Förderrunde darüber beraten, wie JOBSTARTER und BerEb zusammenarbeiten und voneinander profitieren können. Der Fokus der Veranstaltung lag diesmal auf der Information über die Akteure der Initiative Bildungsketten und auf deren Vernetzung.

Michael Schulte von der Servicestelle Bildungsketten beim Bundesinstitut für Berufsbildung erläuterte die Philosophie der Initiative. Zu diesen gehörten neben der „Sicherung des Fachkräftenachwuchses“ auch die Ziele „mehr Schüler verlassen die Schule erfolgreich mit einem Abschluss“, „mehr Jugendliche schaffen einen Berufsabschluss“ und „mehr Schüler wählen eine betriebliche Ausbildung“.

Darüber hinaus stellte Schulte die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren von JOBSTARTER und aus der Initiative Bildungsketten vor. Bei der Kooperation zwischen Berufseinstiegsbegleitern und JOBSTARTER-Projekten stehe vor allem im Fokus, wie die Jugendlichen in eine betriebliche Ausbildung gelangen können. Dabei können sich beide Akteure zur Erreichung dieses Ziels gut ergänzen: Die Berufseinstiegsbegleiter machen die Jugendlichen fit für die Ausbildung und unterstützen sie bei der Ausbildungsplatzsuche. Die Mitarbeitenden der JOBSTARTER-Projekte bringen die Jugendlichen mit den Unternehmen zusammen und helfen bei der passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen.

Bereiche der Zusammenarbeit

Die Berufseinstiegsbegleiterin Stefanie Odenthal, die an der Dieter-Forte-Gesamtschule in Düsseldorf tätig ist, berichtete über ihre praktischen Erfahrungen und diskutierte mit den verschiedenen JOBSTARTER-Projekten über ihre Arbeit sowie über mögliche Bereiche der Zusammenarbeit.

Ein wichtiger Punkt in der Diskussion war die Frage, wie jugendliche Schüler in Begleitung ihrer Eltern über ihre Berufswahl und den Berufseinstieg informiert werden. Die komplexe Entscheidung für einen Beruf solle bei Förderbedarf durch Sozialarbeiterinnen und -arbeiter und BerEbs an den Schulen unterstützt werden. Individuelle Gespräche und Potenzialanalysen mit den Schülerinnen und Schülern würden durchgeführt, wobei auch die Eltern eingebunden werden sollten. Durch Praktika und das Üben von Bewerbungsgesprächen und -tests würden die Schülerinnen und Schüler bestens vorbereitet sowie im Anschluss während der Ausbildungszeit weiter begleitet.

Gemeinsame Erfolge

Am Nachmittag blickten die Mitarbeitenden des JOBSTARTER-Regionalbüro West auf die vielfältige Arbeit der JOBSTARTER-Projekte und ihren Einfluss auf die Ausbildungsplatzentwicklung in der Region West zurück. So haben die Projekte in den vergangenen Jahren fast 13.000 Ausbildungsplätze akquiriert und diese zum großen Teil mit passenden Bewerberinnen und Bewerbern besetzt. Hierbei entwickelten und erprobten sie eine Vielzahl an innovativen Instrumenten und Herangehensweisen, zu denen auch die Zusammenarbeit mit Berufseinstiegsbegleitern zählte.

Der Erfolg bei der Ausbildungs- und Bewerberakquise zeigt, wie dringend notwendig ein Programm wie JOBSTARTER war und ist, um Bewerberinnen und Bewerber mit Unternehmen zusammenzuführen.

Aber auch die in JOBSTARTER entwickelten weiteren innovativen Strategien und Vorgehensweisen haben gezeigt, dass neben der Zahl der geschaffenen Ausbildungsplätze auch langfristig eine Verbesserung auf den regionalen Ausbildungsmärkten erzielt werden kann. Insbesondere die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren, wie zum Beispiel den Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleitern der Initiative Bildungsketten, bedeutet einen großen Mehrwert bei der Erreichung der von JOBSTARTER und der Initiative Bildungsketten verfolgten Ziele.