21.11.2014 | Dortmund

Selbstbewusst in den Beruf starten: das KAUSA Jugendforum 2014 in Dortmund

„Zeig deine Stärken“: Unter diesem Motto fand in Dortmund das KAUSA Jugendforum statt. In zwei Workshops lernten Jugendliche mit Migrationshintergrund ihre Fähigkeiten kennen – und präsentierten diese anschließend auf der Konferenz.


Das Selbstbewusstsein für den Weg ins Berufsleben stärken, die persönlichen Kompetenzen erkennen und neue Fähigkeiten entdecken: In der Workshop-Phase des Dortmunder Jugendforums 2014 lernten rund 30 Schülerinnen und Schüler mit Migrationsgeschichte, dass es im Bewerbungsprozess auch darauf ankommt, seine Potenziale zu zeigen.

Drei Jugendliche werden auf der Bühne von einer Frau interviewt.Bildzoom
Carolina Monfort-Montero rät den Jugendlichen mit Fremdsprachenkenntnissen zu punkten.

So erzählte ihnen Coacherin Carolina Monfort-Montero beim Workshop I „Ich kann etwas, was Du nicht kannst“, dass sie bei Arbeitgeberinnen und -gebern mit Fremdsprachenkenntnissen punkten können.

„Mir war vorher nicht klar, dass mein Türkisch auch ein Vorteil sein kann“, erzählte ein Teilnehmer auf der Bühne.

Und ein anderer Jugendlicher sagte: „Wir haben unsere Stärken aufgeschrieben und dann den anderen erzählt. Dadurch sind sie mir erst richtig bewusst geworden. Das hat mir viel gebracht.“

Mann hält einen Vortrag auf einer Bühne.Bildzoom
Volkan Baran will jungen Menschen eine Perspektive geben.

Das Jugendforum wurde in Kooperation mit der Ausbildungswerkstatt der Dortmunder Stadtwerke AG (DSW 21) durchgeführt. Für den Workshop I hatte die DSW 21 ihre Werkstätten zur Verfügung gestellt, in denen sie auch Handwerksarbeiten wie zum Beispiel einen Schlüsselanhänger anfertigen konnten.

Besonders interessant für die Schülerinnen und Schüler war der Gesprächsaustausch mit Auszubildenden von den Stadtwerken und von anderen Ausbildungsbetrieben.

„Wir haben das Projekt sehr gern unterstützt, denn ein kommunales Unternehmen wie wir muss auf die aktuelle Zeit reagieren. Wir brauchen diese jungen Menschen und es ist wichtig, Ihnen eine Perspektive zu geben“, so Volkan Baran, Diversity Manager bei der DSW 21. Die Schulen haben das KAUSA Jugendforum ebenfalls unterstützt und die Schülerinnen und Schüler für die Workshop-Tage vom Unterricht befreit.

Junge Mädchen präsentieren ein Theaterstück.Bildzoom
Die Teilnehmerinnen entdeckten neue Erfahrungsräume beim Theaterspielen.

Der parallel laufende Workshop II fand unter dem Motto „Was in mir steckt!“ statt und wurde von der Theaterpädagogin Erika Römer begleitet.

Zehn junge Frauen inszenierten ihre persönlichen Themen in einer eigenen Performance und präsentierten diese auf der Abschlussveranstaltung. „Ich möchte Erzieherin werden und mir scheint, ich habe nun mehr Selbstbewusstsein bekommen. Das hilft mir beim Vorstellungsgespräch“, berichtet eine Teilnehmerin aus dem Theaterworkshop.

Eine junge und eine ältere Frau auf der Bühne. Die ältere Frau spricht in ein Mikrofon.Bildzoom
Theaterpädagogin Erika Römer verhalf den jungen Teilnehmerinnen zu mehr Selbstbewusstsein.

„Das Theaterspielen gibt einen neuen Erfahrungsraum, eine Bühne, etwas darzustellen und die Möglichkeit zu übertreiben“, erläuterte die Theaterpädagogin ihr Konzept. Mit dieser Erfahrung trauen sich die Jugendlichen später mehr zu. Den beschriebenen Effekt spürte auch Sybille Werner, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Dortmund. „Drei Realschülerinnen, die ich zwei Jahre lang betreut habe, waren auf der Bühne. Von einer weiß ich, dass sie sehr zurückhaltend ist und zu anderen kaum Augenkontakt hat. Auf der Bühne strotzte sie vor Selbstbewusstsein“, berichtete sie begeistert nach der Theatervorführung bei der abschließenden Konferenz.

Frau mit MikrofonBildzoom
Das KAUSA Jugendforum wurden von der KAUSA Servicestelle unter Leitung von Aysun Tekin (Bild) organisiert.

Zu dieser Konferenz am 21. November 2014 hatten die KAUSA Servicestelle Dortmund und die bundesweite Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration, kurz KAUSA, eingeladen. Die Organisation der Workshops, einschließlich der Ansprache und intensiven Begleitung der Jugendlichen, übernahm das Team der KAUSA Servicestelle Dortmund unter der Leitung von Aysun Tekin.

Auf der Veranstaltung verfolgten rund 70 überwiegend junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Präsentationen und Performances der Jugendlichen aus den Workshops.

Aber auch viele Vertreterinnen und Vertreter der Agentur für Arbeit, des Jobcenters, des Kommunalen Integrationszentrums und einer ganzen Reihe von Ausbildungsbetrieben bejubelten das von den Jugendlichen organisierte Programm.

Mann überreicht junger Frau eine Urkunde.Bildzoom
Hubert Nagusch von der Wirtschaftsförderung Dortmund überreichte die Urkunden.

Im Anschluss gab es eine offizielle Urkundenübergabe. Hubert Nagusch von der Wirtschaftsförderung Dortmund und Roswitha Ritter von MIA-DO, dem Kommunalen Integrationszentrum, überreichten den strahlenden Jugendlichen die Urkunden, die bestimmt bei den nächsten Bewerbungsunterlagen dabei sind.

Der Anfang ist getan und 2015 soll es weiter gehen. Die DSW 21 ist auf jeden Fall wieder dabei, die Stadt Dortmund will sich aktiv als Ausbildungsbetrieb beteiligen und die Wirtschaftsförderung hat ebenso ihre Unterstützung zugesagt.