04.12.2014 | Berlin

Geschichten mit Engagement und Emotionen – die Verleihung des KAUSA Medienpreises 2014

Am 4.12.2014 zeichnete das Bundesministerium für Bildung und Forschung bereits zum fünften Mal Journalistinnen und Journalisten für eine differenzierte Berichterstattung über Menschen mit Migrationshintergrund aus. Elf Beiträge wurden prämiert.


Im Licht eines sechs Meter hohen Weihnachtsbaums fand am Abend des 4. Dezembers 2014 ein Jubiläum statt: Die fünfte Verleihung des KAUSA Medienpreises. Bunte Ausstellungswände, Kamerablitzlicht, Filmvorführungen, klatschendes Publikum: Die gesamte Preisverleihung war durch die vollständig verglaste Außenfassade der Akademie der Künste am Pariser Platz von außen einsehbar – passend zum Motto des Wettbewerbs: „Macht sie sichtbar – Bildungswege von Migrantinnen und Migranten“.

In der Akademie der Künste begegneten sich künstlerische Architektur und kreativer Journalismus.Bildzoom
In der Akademie der Künste begegneten sich künstlerische Architektur und kreativer Journalismus.

Rund 180 Besucherinnen und Besucher fanden an diesem Abend den Weg aus der eisigen Nacht über den roten Teppich in die hell erleuchtete Akademie. Übereinander kreuzende Treppen, verwinkelte Räume, Glasfassaden, offene Decken: künstlerische Architektur traf auf kreativen Journalismus.

Denn Thema und Ziel des KAUSA Medienpreises blieben auch 2014 unverändert: Ausgezeichnet wurden Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten, die vorurteilsfrei, differenziert und spannend über Migrantinnen und Migranten und deren (Bildungs-)Wege berichteten – in schriftlicher, visueller, auditiver oder multimedialer Form.

Integration durch Chancen- und Bildungsgerechtigkeit

Stefan Mueller auf der KAUSA Medienpreis-BühneBildzoom
Stefan Müller unterstrich die Bedeutung einer differenzierten Berichterstattung über das „internationale Gesicht Deutschlands“.

2014 wurden genau 100 Beiträge zum KAUSA Medienpreis eingereicht und elf davon prämiert. Die ausgezeichneten Geschichten „machen deutlich, dass Integration – Tag ein Tag aus – in Deutschland stattfindet“, sagte Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, in seiner Eröffnungsrede. Doch „um sich integrieren zu können, braucht es Chancen- und Bildungsgerechtigkeit“, führte er weiter aus. „Beides muss gewährleistet sein und beides ist der Auftrag, den die Politik zu erfüllen hat. Chancen- und Bildungsgerechtigkeit ist ein zentrales Thema der Bundesregierung und steht bei den Einreichungen zum KAUSA Medienpreis im Vordergrund.“

Bereits seit 2010 schreibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) daher den KAUSA Medienpreis aus. „Wir wollen mit dem KAUSA Medienpreis junge Journalistinnen und Journalisten motivieren, Geschichten über Migranten zu erzählen“, erklärte Müller.

Hören Sie hier einen Auszug aus Stefan Müllers Eröffnungsrede.

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Gemeinsames Ziel: Normalität schaffen

Moderatorin Pinar Atalay Bildzoom
Moderatorin Pinar Atalay bat um Vermeidung von ‚Migrationswörtern’.

Die Preisverleihung wurde von Tagesthemen-Sprecherin Pinar Atalay moderiert. Sie wünschte sich, dass nicht mehr zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterschieden werde. „Wir könnten uns darauf einigen, einfach von Menschen zu sprechen“, sagte sie. Aus diesem Grunde bat sie auch alle Rednerinnen und Redner Begriffe wie ‚Migration‘, ‚Migrationshintergrund‘, ‚Integration‘ oder ‚Flüchtlinge‘ zu vermeiden.

Fast jede Rednerin und fast jeder Redner stolperte über die ‚verbotenen Wörter‘, sagte statt „Migration“ einfach „Piep“ oder umschiffte die Hürden kreativ. So sprach Juror Burkhard Nagel zum Beispiel von „junge Menschen, die aus anderen Ländern stammen“ und aus dem Integrationskurs machte Juror Martin Kilgus einen „Deutschkurs“. Pinar Atalays Aufgabe zeigte somit deutlich auf, wie fest verankert diese Begriffe im täglichen Sprachgebrauch sind. Sprache erzeugt Wirklichkeit und ist daher elementar für die Schaffung von Normalität – und aus diesem Grund war Sprache auch ein zentrales Thema beim KAUSA Medienpreis-Workshop, der am 4. und 5. Dezember in Berlin stattfand.

Einfach ‚schwarz‘ sagen

Hadija Haruna zusammen mit der Moderatorin Pinar AtalayBildzoom
„Sagen Sie einfach schwarz“, rät Hadija Haruna.

Die Workshop-Referenten Hadija Haruna und Jens Tönnesmann gaben auf der Bühne einen Einblick in den ersten Workshop-Tag. Insbesondere in der Sprach-Debatte gebe es neue Entwicklungen, so Haruna. Die ehemalige Preisträgerin des KAUSA Medienpreises 2012 gehört zum Vorstand der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. Sie erklärte, wie durch Sprache gesellschaftliche Bilder erzeugt und gefestigt werden. Gerade deshalb sei es wichtig, bestimmte Begriffe zu hinterfragen und gegebenenfalls zu vermeiden oder zu ersetzen. Einer ihrer Tipps an die anwesenden Medienschaffenden lautete: „Einfach schwarz sagen – weder farbig, noch Mischling, Mulatte, sondern einfach schwarz.“

Wirtschaftsjournalist Jens Tönnesmann gab Vermarktungstipps.Bildzoom
Wirtschaftsjournalist Jens Tönnesmann gab Vermarktungstipps.

Wirtschaftsjournalist Jens Tönnesmann, ebenfalls Preisträger des KAUSA Medienpreises 2012, riet den Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten außerdem, Redakteurinnen und Redakteure immer dort abzuholen, wo sie gerade stünden.

„Fragen Sie sich: Mit welchen Gedanken geht der Redakteur an das Thema heran, wie kann ich ihm klarmachen, dass es sinnvoll ist, das Thema auch einmal aus einer anderen Perspektive zu beleuchten“, erklärte Tönnesmann. So könnten sie Migrationsthemen erfolgreicher in Medien platzieren. Dabei sei auch die Auswahl der Protagonisten entscheidend.

Mehr Informationen über den KAUSA Medienpreis-Workshop finden Sie zu Beginn des neuen Jahres auf www.kausa-medienpreis.de

 

Von liebenswerten Protagonisten

Isabelle Hartman nahm den Preis gemeinsam mit ihren Protagonisten entgegen.Bildzoom
Isabelle Hartmann (2. v. r.) nahm den Preis gemeinsam mit ihren Protagonisten entgegen.

Die Protagonisten sind es auch, die beim KAUSA Medienpreis 2014 viele der prämierten Beiträge so außergewöhnlich machen. „Liebenswerter Protagonist und eine gute Balance zwischen O-Tönen und Sprechertext – da war ein Profi am Werk“, lobte zum Beispiel Jurymitglied Martin Kilgus Isabelle Hartmanns Beitrag.

Das im Bayerischen Rundfunk veröffentlichte Audiofeature „Isareck: ein Asylheim und sein Schutzengel“ erzählt von Marianne und Reinhard Kastorff, die sich für die Flüchtlinge in dem nahegelegenen Asylbewerberheim einsetzen. „Man muss einen gewissen Vogel haben, sonst tut man es nicht“, beschreibt Reinhard Kastorff sein Engagement mit viel Witz beim Interview auf der KAUSA Medienpreis-Bühne.

„Profi am Werk“ – das sagte Juror und Laudator Martin Kilgus über Isabelle Hartmanns Beitrag. Die komplette Laudatio hören Sie hier:

 

 

 

 

Marie-Charlotte Maas war von ihrem Protagonisten Levent Kavur beeindruckt.Bildzoom
Marie-Charlotte Maas war von ihrem Protagonisten Levent Kavur beeindruckt.

Ebenso beeindruckt war die Jury vom Kölner Kioskbesitzer Levent Kavur, dem Protagonisten aus Marie-Charlotte Maas’ Beitrag „Bildung vom Büdchen“. Für das Porträt erhielt Maas den 1. Preis in der Kategorie Text. In ihrem Artikel schildert die Journalistin, wie Kavur in seinem Kiosk regelmäßig ein Bildungsquiz ausrichtet. Wer gewinnt, erhält eine Getränkekiste nach Wahl und – viel wichtiger – Kavurs Respekt. „Wenn zweihundert Kioske in Köln meinem Beispiel folgen würden, was glaubt ihr, wie weit wir kommen könnten?“, zitiert Maas ihren Protagonisten Kavur in ihrem Beitrag. Dieser Einsatz, der Dinge im Kleinen bewege, habe sie besonders beeindruckt, so Maas.

In seiner Laudatio erklärte Leeor Engländer, was die Jury so an Marie-Charlotte Maas‘ Beitrag begeisterte:

 

 

 

 

Emotionale Momente: Kathrina Edinger erhielt den 1. Preis für die Geschichte über Ameer (Bildmitte).Bildzoom
Emotionale Momente: Kathrina Edinger erhielt den 1. Preis für die Geschichte über Ameer (Bildmitte).

Nicht zuletzt rührte die Zuschauerinnen und Zuschauer die Geschichte von Amerr, dessen Flucht vier Jahre dauerte. Mittlerweile macht Amerr in Deutschland eine Ausbildung, muss aber dennoch alle drei Monate eine Verlängerung seines Aufenthaltstitels beantragen.

Seine Geschichte erzählt Kathrina Edinger in ihrem Beitrag „Ich kann nicht zurück – seit vier Jahren auf der Flucht“, für den sie mit dem 1. Preis in der Kategorie Video ausgezeichnet wurde. „Man muss auch manchmal dahingehen, wo es weh tut“, sagte sie im Interview über die Erfahrung, die sie aus der Produktion des Beitrags mitnimmt.

„Ein Beitrag auf Augenhöhe“, lobte Juror und Laudator Burkhard Nagel Edingers Beitrag. Was ihm sonst an dem Video gefallen hat, erfahren Sie in der Laudatio:

 

 

 

 

Thomas Knetsch berichtete u.a. von einschneidenden Erlebnissen während der Produktion der Webdoku.Bildzoom
Thomas Knetsch berichtete u.a. von einschneidenden Erlebnissen während der Produktion der Webdoku.

Dagegen begleiteten nur wenige ihre Protagonisten die Absolventen des 8. Jahrgangs der ems – Electronic Media School. Und das nicht ohne triftigen Grund. „Wir mussten oft Wege finden Menschen zu porträtieren, die nicht dargestellt werden möchten und dürfen, weil es ihre Existenz in dieser Stadt bedroht“, erklärte Tina Friedrich im Interview. Die dreizehn Absolventen entwickelten die umfangreiche Webdoku www.die-unsichtbaren.de, in der sich die Zuschauerinnen und Zuschauer in die Rolle eines Papierlosen hineinversetzen können. Dafür wurden sie mit dem 1. Preis in der Kategorie Multimedia ausgezeichnet.

Warum haben die ems-Absolventen den 1. Preis verdient? Jens Radü gibt die Antwort:

 

 

 

 

Interviews, Lebensläufe, Fotos: Erfahren Sie mehr über die Preisträgerinnen und Preisträgern auf www.kausa-medienpreis.de.

Gemeinsam leben

Kornelia Haugg (BMBF) sieht in der Vielfalt eine Bereicherung für unsere Kultur.Bildzoom
Kornelia Haugg (BMBF) sieht in der Vielfalt eine Bereicherung für unsere Kultur.

Insgesamt überzeugten 2014 elf Beiträge durch Originalität, charismatische Protagonisten und journalistische Raffinesse, die in der begleitenden Ausstellung noch einmal gelesen, angesehen und angehört werden konnten. So unterschiedlich die Geschichten von Reinhard Kastorff und seiner Frau, von Levent Kavur und Amerr auch sind, bei allen wurde deutlich: Es geht darum, gemeinsam zu leben, nicht nur mit Respekt füreinander, sondern auch und vor allem mit Interessen am und im Einsatz für den Anderen. Kornelia Haugg, Abteilungsleiterin im BMBF, fasste diesen Aspekt so zusammen: „In der Vielfalt sollten wir eine Bereicherung für unsere Kultur sehen.“

Das Trio LOOOOP stellte das KAUSA Medienpreis-Motto in Leuchtschrift dar.Bildzoom
Das Trio LOOOOP stellte das KAUSA Medienpreis-Motto in Leuchtschrift dar.

Von diesem Gedanken geprägt war auch die Lichtschau des Trios LOOOOP. Die drei Tänzer erzeugten durch drehende und kreisende Bewegungen mit Leuchtstäben Formen, Muster und Bilder in den KAUSA-Farben. Es entstanden neben Andy Warhols Marilyn-Monroe-Abbildung, Superman-Symbolen und Pac Man auch die vier Kategorie-Icons des Wettbewerbs und das KAUSA Medienpreis-Logo.

Wie bei einem Feuerwerk lösten die Lichteffekte im Publikum überraschte „Ahs“ und „Ohs“ aus. Zum Ende der Show sah das Publikum verschiedene Schriftzüge.

Darunter war neben dem Motto „Macht sie sichtbar – Bildungswege von Migrantinnen und Migranten“ abschließend eine wichtige Botschaft zu lesen: „Gemeinsam leben“.

„Anerkennung statt Duldung oder Toleranz“ – Stimmen von der Preisverleihung 2014

 

 

 

 


Alle Preisträgerinnen und Preisträger 2014 im Überblick

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Kategorie Text

Die Preisträge des KAUSA Medienpreises in der Kategorie TextBildzoom
Die Preisträger der Kategorie „Text“ Friedrich Leist, Luisa Meisel, Marie-Charlotte Maas und Christina Schmitt und der Parlamentarische Staatssekretär Stefan Müller (BMBF) (v.l.n.r.)

Was gibt’s alles in einem Kiosk? Schokoriegel, Getränke, Zeitschriften – und Bildung. Zumindest im Kölner Stadtteil Humboldt-Gremberg. Dort hängt der „Büdchenbesitzer“ Levent Kavur regelmäßig ein Bildungsquiz ins Schaufenster. Marie-Charlotte Maas berichtet von einer einzigartigen Idee und einer ebenso einzigartigen Persönlichkeit. Für das Porträt „Bildung vom Büdchen“ (Die Zeit) erhielt sie den ersten Preis.

Nicht weniger einzigartig ist die Geschichte von Daniel Kumar. In dem Artikel „Der Wille allein macht’s nicht“ (tageszeitung) beschreibt Christina Schmitt seinen (Bildungs-)Weg, der trotz mangelnder Unterstützung und anfänglicher Perspektivlosigkeit ins Studium führte. Für das intime Porträt wurde die 25-jährige Journalistin mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.

Drei weitere Lebensgeschichten werden in der Reportage „Die anderen Syrer“ (Die Welt) erzählt. Das Autoren-Duo Louisa Meisel und Friedrich Leist porträtiert darin die studierten Softwareentwickler Ibrahim, Rami und Omar, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und in Berlin einen Neuanfang wagen. Die Bluecard erleichterte ihnen dabei den Einstieg. Für die Reportage erhalten die Berliner Journalisten den dritten Preis.

Ebenfalls mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurde Mohamed Amjahid. Er schildert in seinem Beitrag „Die Akte Amjahid“ (Tagesspiegel) seine persönlichen Erfahrungen mit der Ausländerbehörde. Denn trotz Volontariatsvertrag bereitet die Verlängerung seiner Aufenthaltsgenehmigung Schwierigkeiten.

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Kategorie Video

Die Preisträger des KAUSA MEDIENPREISES in der Kategorie VideoBildzoom
Die Preisträger der Kategorie Video Julie Kurz, Kolja Robra und Kathrina Edinger und der Parlamentarische Staatssekretär Stefan Müller (BMBF) (v.l.n.r.)

Seit einigen Monaten macht Ameer Hussain eine Ausbildung zum Maler. Doch seine Aufenthaltsgestattung muss alle drei Monate neu erstellt werden. Kathrina Edinger hat Ameer getroffen und berichtet in ihrem Beitrag „Ich kann nicht zurück – seit vier Jahren auf der Flucht“ (EinsPlus/ARD) über Ameers lange Flucht aus Pakistan und seine Träume für die Zukunft. Dafür erhielt die 30-jährige Journalistin den ersten Preis.

Der Beitrag „Javads Reise“ (NDR) handelt von Flucht und Neuanfang. Kolja Robra erzählt die Geschichte des Flüchtlings Javad, der Afghanistan verlassen musste, da seine Familie zum Zeitpunkt der Flucht auf der Todesliste der Taliban stand. Mittlerweile besucht Javad in Deutschland die Schule und steht kurz vor dem Abitur. Für seinen Beitrag erhielt Kolja Robra den zweiten Preis.

Julie Kurz berichtet in ihrem Beitrag „Motivierte Migranten ohne Ausbildungschance“ (NDR) über Flüchtlinge, die sich in Deutschland ein neues Leben aufbauen wollen. In der Hamburger Gewerbeschule G20 werden sie für die duale Ausbildung vorbereitet. Einen Ausbildungsplatz gibt es allerdings nur für wenige von ihnen. Für ihren Beitrag erhielt Julie Kurz den dritten Preis.

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Kategorie Audio

Die Preisträge des KAUSA Medienpreises in der Kategorie AudioBildzoom
Die Preisträger der Kategorie Audio Isabelle Hartmann, Manfred Götzke, Grit Thümmel und Anorte Linsmayer und der Parlamentarische Staatssekretär Stefan Müller (BMBF) (v.l.n.r.)

Reinhard Kastorff setzt sich für die Asylbewerberinnen und -bewerber in seinem Dorf ein – vom Sprachunterricht bis zur Gerichtshilfe. Dieses Engagement beschreibt Isabelle Hartmann in ihrem Audiofeature „Isareck: ein Asylheim und seine Schutzengel“ (Bayerischer Rundfunk). Damit gewinnt sie den ersten Preis.

Den zweiten Preis sichern sich Grit Thümmel und Manfred Götzke für ihre Hörfunksendung „In der Bildungsrepublik Deutschland nur geduldet? Über die Bildungschancen der Flüchtlinge“ (Deutschlandfunk). Das Besondere: Neben der kritischen journalistischen Auseinandersetzung mit dem Thema können sich auch die Zuhörerinnen und Zuhörer aktiv in die Sendung einbringen und mit den Experten diskutieren.

Den dritten Preis erhielt Anorte Linsmayer für ihren Beitrag „Rentner Rolf und der Imam“ (WDR 5). Darin porträtiert sie einen Euskirchener Rentner, der mehrmals wöchentlich mit dem Imam der Euskirchener Moschee Deutsch übt. Mittlerweile nehmen auch viele Kinder der islamischen Gemeinde Rentner Rolfs Hilfe in Anspruch.

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Kategorie Multimedia

Die Preisträge des KAUSA Medienpreises in der Kategorie MultimediaBildzoom
Preisträger der Kategorie Multimedia war der 8. Jahrgang der Electronic Media School mit seinem Abschlussprojekt „Die Unsichtbaren“; rechts: der Parlamentarische Staatssekretär Stefan Müller (BMBF)

Ein Preis, aber viele Gewinner: In der Kategorie Multimedia entschied sich die Jury dafür, nur einen ersten Preis zu vergeben. Und der ging an den 8. Jahrgang der ems – Electronic Media School für dessen Abschlussprojekt „Die Unsichtbaren“. Das multimediale Projekt versetzt die Nutzerinnen und Nutzer selbst in die Perspektive von illegal in Deutschland lebenden Menschen. Wohnungs- und Arbeitssuche, Krankenversicherung – das alles sind große Hürden. Experten klären über die Problematik auf und Papierlose berichten von ihren alltäglichen Sorgen und Hoffnung.

Die Absolventen des 8. Jahrgangs der ems sind: Anke Werner, Anna Tschöpe, Antonia Schanze, Christin Weigelt, Christof Thorn, Christoph Henkel, Freya Reiß, Isabel Hummel, Laura Will, Laurence Thio, Lucia Hennerici, Ole Hilgert, Sonja Lüning, Thomas Knetsch und Tina Friedrich.

Mehr Informationen über die Beiträge und die Preisträgerinnen und Preisträger gibt es auf www.kausa-medienpreis.de.

 

Ein Beitrag von Virginia Gerard
Fotos: Nils Krüger