Geschichten aus der Praxis

Die KAUSA Servicestellen unterstützen auch junge Geflüchtete bei ihrem Einstieg in den Arbeitsmarkt. Ob über eine Einstiegsqualifizierung oder ein Praktikum ̶ die Geschichten aus der Praxis stellen Flüchtlinge und ihre Wege in Ausbildung vor. Regelmäßig kommen neue Geschichten hinzu.


Hier gelangen Sie direkt zu den Artikeln:

  • Mit Einstiegsqualifizierung in den Traumberuf
    In der Hoffnung auf ein sicheres Leben mit einer beruflichen Perspektive in Deutschland floh Arjwan Khlat Bro 2015 aus seiner Heimat. Heute lernt der mittlerweile 19-jährige Iraker in einem Friseursalon in Delmenhorst.
  • Von Aleppo nach Dormagen
    Bashar Dahhan suchte eine Perspektive für seine Familie – und fand sie in Deutschland. Mit Hilfe der KAUSA Servicestelle Köln konnte er, über eine Einstiegsqualifizierung, eine Ausbildung zum Industriekaufmann beginnen.

 


Mit Einstiegsqualifizierung in den Traumberuf


In der Hoffnung auf ein sicheres Leben mit einer beruflichen Perspektive in Deutschland floh Arjwan Khlat Bro 2015 aus seiner Heimat. Heute lernt der mittlerweile 19-jährige Iraker in einem Friseursalon in Delmenhorst.


Ein Friseurazubi posiert mit Schere und KammBildzoom
Arjwan Khlat Bro absolviert derzeit eine EQ und wird im Sommer 2017 im selben Salon eine Ausbildung zum Friseur beginnen.

In seinem Heimatland Irak sammelte Arjwan bereits erste Berufserfahrungen im Friseursalon seines Onkels. Da es ihm schon damals sehr viel Spaß machte, Haare zu schneiden und den Kundinnen und Kunden etwas Gutes zu tun, wollte Arjwan in Deutschland gerne den Friseurberuf erlernen. Das erzählte er auch KAUSA Servicestellenmitarbeiterin Serap Oflazoglu in ihrem ersten Gespräch. „Die Begeisterung für den Ausbildungsberuf Friseur war fast spürbar“, berichtet Serap Oflazoglu, „sodass wir unmittelbar nach einem Betrieb suchten, der zu Arjwan passt – und umgekehrt.“ Von der KAUSA Servicestelle Delmenhorst, die bei allen Fragen rund um die duale Ausbildung behilflich ist, erfuhr Arjwan 2016 über einen Freund.

Die KAUSA Servicestelle empfahl dem jungen Iraker, sich beim Delmenhorster Friseurbetrieb „Coiffeur C. & S. Kiran“ um ein Praktikum zu bewerben – mit Erfolg. Inhaber und Ausbildungsleiter Caner Kiran nahm Arjwan sofort nach dem Praktikum in eine Einstiegsqualifizierung (EQ) auf, damit er vertiefte Berufskenntnisse bis zum Ausbildungsbeginn 2017 erwerben kann. Im Sommer soll Arjwan schließlich seine Ausbildung bei Kiran beginnen und damit seinem Traum, Friseur zu werden, ein großes Stück näherkommen.

Kurzinterview mit Arjwan

Wie es Arjwan seit seiner Einstiegsqualifizierung als angehender Friseurlehrling geht, fragte die KAUSA Servicestelle Delmenhorst im März dieses Jahres nach:

Wie gefällt Dir die Einstiegsqualifizierung beim Coiffeur C. & S. Kiran?
Dank meines Chefs und meiner Kolleginnen lerne ich sehr viel. Die Einstiegsqualifizierung ist für mich die perfekte Vorbereitung auf meine Ausbildung, die ich voraussichtlich im August dieses Jahres hier beginnen werde.

Warum möchtest Du in Deutschland eine Ausbildung als Friseur beginnen?
Mein Onkel betreibt im Irak einen Friseursalon. In den Schulferien habe ich dort immer ausgeholfen. Das hat mir sehr großen Spaß gemacht. Seitdem stand mein Berufswunsch fest. Daher kam in Deutschland auch kein anderer Beruf für mich in Frage.

Ein junger Friseur zupft die Augenbrauen einer Kundin die Strähnchenfolien auf dem Kopf hatBildzoom
Auch Augenbrauenpflege gehört zum Berufsbild des Friseurs.

Wie sieht Dein typischer Arbeitstag aus?
Bevor die ersten Kunden den Friseursalon betreten, wird das Geschäft erst einmal sauber gemacht. Danach beginnt die eigentliche Arbeit: Haare waschen, Haare ausspülen, Kopf massieren, Nacken ausrasieren, Augenbrauen mit Pinzette oder Faden in Form bringen.

Welche Aufgaben machen Dir besonders viel Spaß?
Manchmal darf ich Haare sogar schon schneiden und frisieren. Das macht mir besonders viel Spaß, genau wie das Formen von Haaren mit Hilfe eines Rasiermessers. Besonders kreativ wird es dann, wenn ein Kunde Muster oder Schriftzüge ins Haar einrasiert bekommen möchte.

Was denkst du, sollte ein guter Friseurlehrling mitbringen?
Ein respektvoller und freundlicher Umgang mit Kunden ist sehr wichtig. Sie sollen sich schließlich wohlfühlen. Man muss als angehender Lehrling auch viel Geduld mitbringen, da man erst mit der Zeit verschiedene Aufgaben übernehmen darf. Wichtig ist es auch, aufmerksam zuzusehen und zuzuhören, so dass man durch die reine Beobachtung schon viel lernen kann.

 


Von Aleppo nach Dormagen


Bashar Dahhan suchte eine Perspektive für seine Familie – und fand sie in Deutschland. Mit Hilfe der KAUSA Servicestelle Köln konnte er, über eine Einstiegsqualifizierung, eine Ausbildung zum Industriekaufmann beginnen.


Familienporträt: Vater, Mutter und kleiner SohnBildzoom
Eine Perspektive für seine Familie fand Bashar Dahhan in Deutschland.

Die Flucht aus Aleppo führte Bashar Dahhan und seine Frau über die „Balkanroute“. 2015 kamen sie schließlich in Dormagen an, wo sie seitdem leben. Nach Abschluss des Anerkennungsverfahrens wollte Bashar arbeiten, um seiner schwangeren Frau und sich eine Perspektive in Deutschland bieten zu können. Von der KAUSA Servicestelle Köln erfuhrt er durch seinen Bruder er, der die Angebote der regionalen Beratungsstelle auf einer Infoveranstaltung kennengelernt hatte. Daher wusste er, dass Bashar dort intensiv zum Thema duale Ausbildung in Deutschland beraten werden kann. Im Gespräch mit der KAUSA Servicestellen-Mitarbeiterin Marion Haas wurde schnell klar, dass sich Bashar Dahhan für eine Ausbildung als Industriekaufmann interessiert.

Den Weg in Ausbildung gemeinsam gestalten

Auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz wandte sich die KAUSA Servicestelle an die IHK Köln, mit der sie seit ihrem Start im Jahr 2013 zu Ausbildungsfragen kooperiert. Seit letztem Jahr ist dort ein Willkommenslotse aktiv, der im Rahmen des Programms „Passgenaue Besetzung" des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie kleine und mittlere Unternehmen berät und ihnen bei alltäglichen Fragen rund um die Integration von Flüchtlingen zur Seite steht. Regelmäßig tauscht sich Marion Haas mit dem Willkommenslotsen über das lokale Ausbildungsplatzangebot aus. Von ihm erfuhr sie schließlich, dass die Firma ISOTEC einem jungen Geflüchteten eine Ausbildung zum Industriekaufmann in ihrem Unternehmen ermöglichen will. Die Geschäftsführung des Industrieunternehmens möchte damit bewusst auf das Potential geflüchteter Menschen hinweisen und sich für die Zielgruppe öffnen.

Der angebotene Ausbildungsplatz der Firma ISOTEC passte gut zu Bashars Profil. Daher schlug die Mitarbeiterin der KAUSA Servicestelle Köln dem Willkommenslotsen Bashar Dahhan als Bewerber für die ausgeschriebene Stelle vor. Dieser leitete den Vorschlag an das Unternehmen weiter. Nach einem sechsstündigen Bewerbertag stand die Entscheidung fest: Bashar Dahhan wird der neue Azubi. Zur Vorbereitung auf die Ausbildung beginnt Bashar Dahhan im März 2017 eine Einstiegsqualifizierung in seinem zukünftigen Ausbildungsbetrieb. Währenddessen kann er seine Deutschkenntnisse weiter ausbauen. „Bashar erzählte mir, dass er und seine neuen Kollegen sich sofort gut verstanden haben. Er freut sich riesig auf seine Ausbildung bei ISOTEC. Daher glaube ich, dass diese Erfolgsgeschichte weitergeht“, so Marion Haas, Mitarbeiterin der KAUSA Servicestelle Köln.

Zum Seitenanfang