20.04.2018 | Essen

Bundespräsident Steinmeier besucht KAUSA Servicestelle Essen

In Essen lernten der Bundespräsident und seine Frau das Pilotprojekt „Eine Chance für Geflüchtete“ kennen. Sie informierten sich bei insgesamt 13 Stationen in sechs Bundesländern über Stand, Qualität und Perspektiven der beruflichen Bildung.


Gruppenfoto mit Bundespräsident Steinmeier, KAUSA Servicestelle EssenBildzoom
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender besuchten die KAUSA Servicestelle Essen.

„Das ist so eindrucksvoll, dass man sich fragt, warum andere Berufsgruppen dem nicht schon gefolgt sind.“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war ernsthaft beeindruckt davon, was die KAUSA Servicestelle Essen, die Ärztekammer Nordrhein, das Jobcenter und die Bundesagentur für Arbeit auf die Beine gestellt haben. Im gemeinsamen Pilotprojekt „Eine Chance für Geflüchtete“ gelang es in einem mehrstufigen Verfahren, 22 junge Geflüchtete in Einstiegsqualifizierungen und Ausbildungen für Medizinische Fachangestellte bei niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern zu vermitteln.

Wie dies ablief, darüber informierten sich der Bundespräsident und seine Frau Elke Büdenbender am 20. April 2018 bei der KAUSA Servicestelle Essen persönlich. Sie war eine von 13 Stationen in sechs Bundesländern, die der Bundespräsident und seine Frau in der Woche der beruflichen Bildung besuchten. Diese hatte zum Ziel, die Wertschätzung der beruflichen Bildung zu erhöhen.

Das Pilotprojekt „Eine Chance für Geflüchtete“ funktionierte so: Von 200 Bewerberinnen und Bewerbern aus den Datenbanken der KAUSA Servicestelle Essen, des Jobcenters und der Agentur für Arbeit waren 90 Personen für eine Einstiegsqualifizierung oder Ausbildung zu Medizinischen Fachangestellten geeignet. 60 von ihnen nahmen danach an Speed-Dating-Terminen zur Vorstellung bei den Arztpraxen teil. Am Ende des Auswahlverfahrens konnten sich 22 von Bewerberinnen und Bewerber sich über einen Vertrag für eine Einstiegsqualifizierung oder eine Ausbildung freuen.

„Ich habe den Eindruck, die Arbeitgeber und Azubis sind hoch zufrieden mit dem Matching-Prozess“, berichtete der Bundespräsident. Das Jobcenter Essen möchte „Eine Chance für Geflüchtete“ als Beispiel nehmen. So kündigte Bereichsleiter Bodo Kalveram an: „Wir wollen mit diesem Modell auch ins Handwerk gehen.“

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In einer Gesprächsrunde lernten Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender Auszubildende und Projektbeteiligte kennen.

In einer gemeinsamen Gesprächsrunde lernten Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender Auszubildende und weitere Projektbeteiligte kennen. Halas Daood, eine junge Syrerin, betonte: „Das Projekt ist wichtig und hilfreich für mich. Meine Sprache hat sich dadurch sehr gebessert, ich habe jetzt die Chance, eine Ausbildung zu machen. Durch diese Vermittlung haben wir Ausbildungsplätze gefunden.“

Der Leiter der KAUSA Servicestelle Essen, Cem Şentürk, erklärte über die Arbeit mit Geflüchteten: „Im März 2016 haben wir angefangen. Aus unserer Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund wussten wir, was zu tun ist. Wir haben von Anfang an Beratungsangebote in Arabisch und Farsi zur dualen Ausbildung angeboten und seitdem 750 Personen beraten.“

Elke Büdenbender lobte die Arbeit der KAUSA Servicestelle: „Aus meiner Erfahrung als Richterin weiß ich: Junge Menschen müssen an die Hand genommen werden. Sie führen das zusammen und haben alles im Blick und das finde ich so gut.“

Zum Abschluss des Besuchs unterstrich der Bundespräsident: „Eine berufliche Ausbildung ist kein Abstieg, kein Ende, sondern ein Anfang, eine doppelte Chance, um den beruflichen Weg weiterzugehen.“

Lesen Sie hier ein Interview mit Reta Abd Alwahab, die über „Eine Chance für Geflüchtete“ einen Ausbildungsplatz fand.

Autor: Benjamin Dresen