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Beruf im Wandel

Solarthermie, Windkraft, Holzpellets – der Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik wird selten mit modernen und ökologischen Themen in Verbindung gebracht. Dabei hat sich der Beruf gewandelt. Die erneuerbaren Energien stellen die Handwerksbetriebe der Branche vor Herausforderungen, öffnen ihnen aber auch einen Zukunftsmarkt. Wie werden Solarzellen montiert und wie können Kosten durch den Einsatz moderner Heizelemente eingespart werden? Fachkräfte, die das beantworten können, haben sehr gute berufliche Perspektiven. Das weiß auch Henrik Dörr: In Nordhessen erwirbt der 20-jährige Marburger das zusätzliche Know-how bereits während seiner Ausbildung – mit einer Zusatzqualifikation, die das JOBSTARTER-Projekt „FabiAN“ entwickelt hat.

Kurt Naumann, Vorsitzenden des Forums Umwelttechnik und Lehrer an der Hans-Viessmann-Schule, hat das JOBSTARTER-Projekt „FabiAN“ geleitet.

Mit „FabiAN“ Chancen eröffnen

Henrik Dörr absolviert die Zusatzqualifikation „Integrierte Managementsysteme“. Diese wurde vom Forum Umwelttechnik e.V. im Rahmen des JOBSTARTER-Projekts „FabiAN – Fachkräfte binden durch Ausbildung in Nachhaltigen Managementtechniken“ entwickelt. Sie umfasst 240 Unterrichtsstunden – 80 Stunden pro Ausbildungsjahr – und richtet sich an leistungsstarke Auszubildende aus den Bereichen Metall, Elektronik und Umwelt. Nach Abschluss der Zusatzqualifikation erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Zertifikat von der IHK.

Azubis als Betriebsleiter

Der Unterricht für die Zusatzqualifikation findet an der Hans-Viessmann-Schule in Frankenberg/Eder statt. Dort werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Bereichen Arbeitssicherheit, Qualitätsmanagement und Umweltmanagement geschult. Das vermittelte Wissen geht dabei über die Inhalte der regulären Ausbildung hinaus. Ein Beispiel für Inhalte und Ablauf des Unterrichts gibt Berufschullehrerin Brigitte Delavier.

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Weite Wege

Die Zusatzqualifikation richtet sich vor allem an leistungsstärkere Auszubildende. Über ein individuelles Coaching finden Kurt Naumann und sein Team heraus, wer sich für die Zusatzqualifikation eignet. Generell gilt: Wer das IHK-Zertifikat haben möchte, muss sich anstrengen: Zum Unterricht an der Berufsschule, dem Nachbereiten und Lernen kommen auch lange Wege hinzu: Henrik wohnt in Marburg, arbeitet im rund 70 km entferneten Waldeck und besucht die Berufsschule in Frankenberg/Eder, die rund 40 km von seiner Heimat entfernt ist.

Kathrin Kutz, Personalreferentin bei der Firma Veltum, hat nach speziellen Formaten für leistungsstarke Auszubildende gesucht – und beim Projekt „FabiAN“ gefunden.

„Unser Ausbildungsbetrieb unterstützt uns beim Projekt FabiAN.“

Auch die Betriebe sollen von der Zusatzqualifikation, die sie teilweise mitfinanzieren, profitieren: Daher hat das „FabiAN“-Projektteam die Inhalte der Zusatzqualifikation gemeinsam mit den Betrieben in der Region abgestimmt. Durch die Zusatzqualifikation bringen Auszubildende Spezial-Wissen mit, die bestimmte Bedarfe im Betrieb abdecken und dadurch den Betrieb zukunftsfähig machen. Auch Henrik Dörr erhält von seinem Betrieb Unterstützung bei der Zusatzqualifikation. Für den Unterricht an den Freitagen stellt ihn der Betrieb frei und beim Abschlussprojekt, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende der Zusatzqualifikation durchführen, steht ihm ein Kollege als Mentor zur Seite.

Zusatzqualifikation mit Zukunft

Henrik ist einer von mehreren Auszubildenden, die die Zusatzqualifikation durchlaufen oder bereits absolviert haben. Das JOBSTARTER-Projekt endete am 31. August 2016, doch Kurt Naumann und sein Team wollen weiter machen. Die Zusatzqualifikation soll auf jeden Fall gemeinsam mit der Hans-Viessmann-Schule weiter angeboten werden. Geplant ist auch eine Weiterentwicklung auf weitere Ausbildungsberufe.

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Engagement lohnt sich

Henrik weiß, dass er von der Zusatzqualifikation profitiert: „Man lernt viel, man nimmt viel mit und es bringt einem im späteren Leben was. Zum Abschluss seiner Ausbildung hat man gleichzeitig einen Abschluss als Fachkraft für integrierte Managementsysteme, mit dem man sich später von anderen Bewerbern abhebt.“ Besser geht’s nicht, oder?

Wir danken

Henrik Dörr, Kathrin Kutz und der Firma Veltum GmbH
sowie Kurt Naumann und Ursula Müller vom Forum Umwelttechnik e.V.

Herausgeber
JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
Tel.: 0228 / 107 - 29 09
Fax: 0228 / 107 - 28 87
E-Mail

Redaktion
Virginia Gerard
Onlineredaktion Programmstelle JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung

Fotograf
Thilo Schoch

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