Das Programm JOBSTARTER plus: Stark für die berufliche Bildung

Lösungswege für aktuelle Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt und in der Ausbildung finden – darauf zielt das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit JOBSTARTER plus. Seit 2006 greift das Programm berufsbildungspolitische Themen auf.

Junger Auszubildender ölt mit einer Sprühdose eine Fahrradkette ein.

Läuft wie geschmiert: JOBSTARTER plus-Projekte unterstützen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen.

JOBSTARTER / Fotografen: Silvia Kröger-Steinbach und Christian Ahrens

Hilfe für kleine und mittlere Unternehmen

Die Coronakrise soll nicht zu einer Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen werden. Mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausbildende kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Möglichst alle jungen Menschen sollen eine Ausbildung beginnen und erfolgreich abschließen können.

Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen in den Gesundheits- und Sozialberufen sollen in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation unterstützt und dazu motiviert werden, ihr Ausbildungsplatzangebot aufrecht zu erhalten und jungen Menschen die Fortführung und den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung zu ermöglichen. Im Einzelnen sollen dazu Ausbildungskapazitäten erhalten und ausgebaut, Kurzarbeit für Auszubildende vermieden, die Auftrags- und Verbundausbildung gefördert und Anreize zur Übernahme im Falle einer Insolvenz geschaffen werden.

Weitere Informationen zu den Maßnahmen, ihrer Dauer und wer eine Förderung beantragen kann auf der Website des BMBF.

Das Programm JOBSTARTER plus fördert Konzepte im Bereich der regionalen Strukturentwicklungen und trägt damit zu einem besseren Übergang von der Schule in die Ausbildung bei. Es verbindet aktuelle berufsbildungspolitische Themen mit den jeweiligen regionalen Gegebenheiten und Entwicklungspotenzialen in der Wirtschaft.

JOBSTARTER plus hat zum Ziel, den Fachkräftenachwuchs zu sichern, regionale Ausbildungsstrukturen zu verbessern und angesichts einer sinkenden Ausbildungsbetriebsquote die Ausbildungskompetenz und -bereitschaft von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu erhalten. Die geförderten Projekte halten daher ein umfassendes Dienstleistungsangebot für KMU bereit, das bedarfsgerecht bei der Unterstützung der Erstausbildung und bei der Ausweitung der betrieblichen Ausbildungsaktivitäten zum Einsatz kommt.

JOBSTARTER plus wurde als flexibles Programm konzipiert. Die thematischen Schwerpunkte der Förderrunden orientieren sich an den aktuellen Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt. Dadurch können bedarfsorientierte, praxisnahe und zeitgemäße Konzepte und Instrumente gefördert werden.

Das Programm JOBSTARTER plus wird im Arbeitsbereich 4.4 „Stärkung der Berufsbildung“ im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) umgesetzt.

In der folgenden Bildergalerie finden Sie weitere Informationen über die Projektförderung und die thematischen Schwerpunkte in den Jahren 2006 bis 2016.

Grafik beschreibt die Erfolge des Programms JOBSTARTER.

Eckdaten zur Projektförderung in den Programmen JOBSTARTER und JOBSTARTER plus in den Jahren 2006 bis 2016.

JOBSTARTER

Grafik beschreibt, wie das Programm JOBSTARTER auf die Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt in den Jahren 2006 bis 2016 reagiert hat.

Mit unterschiedlichen Schwerpunkten reagierten die Programme JOBSTARTER und JOBSTARTER plus in den Jahren 2006 bis 2016 auf die jeweilige Lage auf dem Ausbildungsmarkt.

JOBSTARTER

Grafik beschreibt, in welchen Jahren im Programm JOBSTARTER welche Förderrunden gestartet sind.

Die Förderrunden in den Jahren 2006 bis 2016 hatten ihre eigenen thematischen Schwerpunkte.

JOBSTARTER

Im Fokus: Fachliche Schwerpunkte des Programms JOBSTARTER plus

JOBSTARTER plus macht sich für viele Ausbildungsthemen stark. Ein zentraler Bestandteil der Projektförderung ist das externe Ausbildungsmanagement (EXAM), das KMU vor und während der Ausbildung unterstützt. Das externe Ausbildungsmanagement umfasst viele praktische Angebote und wird individuell und flexibel am Bedarf des Betriebs ausgerichtet. Es bietet Unterstützung zu allen Themen rund um die duale Ausbildung und reicht von der Aufnahme über die Durchführung bis hin zum Abschluss der Ausbildung.

Ein Schwerpunkt beim externen Ausbildungsmanagement ist das Thema Digitalisierung. Ob Roboter, sich selbst steuernde Maschinen oder künstliche Intelligenz: KMU stehen vor der Herausforderung, ihre Ausbildung zu modernisieren und an die Erfordernisse der Digitalisierung anzupassen. Dafür benötigen sie qualifiziertes Personal und spezifisches Know-how. JOBSTARTER plus-Projekte begleiten und unterstützen KMU dabei, ihre Aus- und Weiterbildung für die Zukunft fit zu machen.

Ein weiterer Schwerpunkt in der Projektarbeit ist die Erschließung neuer Zielgruppen für die Ausbildung. Aktuell stehen Studienabbrecherinnen und -abbrecher im Fokus. Denn sie haben das Potenzial, die Fachkräftelücke im oberen und mittleren Qualifikationssegment zu füllen. JOBSTARTER plus-Projekte machen einerseits KMU auf diese Zielgruppe aufmerksam. Andererseits zeigen sie Studienabbrecherinnen und -abbrechern die Vorteile einer betrieblichen Ausbildung auf.

Beispiele, wie JOBSTARTER plus-Projekte Betriebe unterstützen, finden Sie unter Reportagen.

Kompetenz vor Ort: Die JOBSTARTER-Regionalbüros

Unterstützung bei der Durchführung des Programms JOBSTARTER plus erhält das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) von den vier Regionalbüros in Nord-, Süd-, Ost- und Westdeutschland. Sie erfüllen eine wichtige Brückenfunktion zwischen dem verantwortlichen Arbeitsbereich im Bundesinstitut für Berufsbildung und den Akteuren der beruflichen Bildung auf Landesebene und auf regionaler Ebene. Zu den Kernaufgaben der Regionalbüros gehören außerdem die Begleitung der Förderprojekte vor Ort, die regionale Vernetzung, die Durchführung von Fachtagungen und Workshops vor Ort sowie der Transfer erfolgreicher Projektansätze.

Die Kontaktdaten zu den JOBSTARTER-Regionalbüros finden Sie unter Kontakt.

Gut beraten: Der JOBSTARTER-Begleitausschuss

Der Erfolg des Programms basiert auch auf der Unterstützung durch die Expertinnen und Experten des JOBSTARTER-Begleitausschusses. Er besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Spitzenverbände der Wirtschaft, der Gewerkschaften, der Länder, verschiedener Bundesministerien, der Bundesagentur für Arbeit und der Wissenschaft.

Sie beraten das BIBB bei der Entwicklung der Förderstrategien und der Projektauswahl. Sie stellen zudem Verbindungen mit und Abgrenzungen zu anderen Förderprogrammen des Bundes und der Länder sowie zu aktuellen Entwicklungen in Berufsbildungspolitik und Berufsbildungsforschung her.

JOBSTARTER plus – auch in Zukunft stark für die Ausbildung

Im Rahmen der fünften Förderrunde des Programms JOBSTARTER plus starten im Zeitraum von Dezember 2019 bis August 2020 insgesamt 26 neue Projekte zum Thema „Aus- und Weiterbildung in der ‚Wirtschaft 4.0‘ – Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen im Anpassungsprozess der betrieblichen Ausbildung“. Die Projekte unterstützen kleine und mittlere Unternehmen dabei, ihre Ausbildung an die veränderten Anforderungen anzupassen und sich für die Wirtschaft 4.0 fit zu machen. Im Vordergrund steht die Beratung beim Ausbildungsmarketing 4.0, bei der Umsetzung neuer oder geänderter Ausbildungsordnungen, bei der Vermittlung von Basiskompetenzen zur Digitalisierung und beim Angebot von Zusatzqualifikationen.

Die 26 Projekte verteilen sich über 12 Bundesländer und werden von Bildungsträgern, Kammern und kammernahen Trägern, branchenbezogenen Akteuren, kommunalen Trägern bzw. Wirtschaftsförderungen und Universitäten umgesetzt.

Erfahren Sie mehr über die JOBSTARTER (plus)-Projekte auf der Projektlandkarte.

Von JOBSTARTER zu JOBSTARTER plus

Im Vorläuferprogramm „JOBSTARTER“ wurden seit 2006 insgesamt 287 innovative Projekte in fünf Förderrunden durch eine Zuwendung auf drei Jahre unterstützt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Europäische Sozialfonds (ESF) (Förderperioden 2000-2006 und 2007-2013) haben dafür rund 96 Millionen Euro bereitgestellt. Jede Förderrunde setzte dabei neue inhaltliche Akzente zur Umsetzung der zentralen Programmziele. Aufgrund der damaligen Situation am Ausbildungsstellenmarkt standen neben der regionalen Strukturverbesserung die Schaffung zusätzlicher betrieblicher Ausbildungsplätze und die Erprobung der Neuerungen des 2005 novellierten Berufsbildungsgesetzes (BBiG) im Zentrum. Mit einer sechsten, aus Mitteln des BMBF in Höhe von rund 11,3 Millionen Euro finanzierten JOBSTARTER-Förderrunde und ihren im Herbst 2013 gestarteten 23 Projekten wurde der Übergang in die neue ESF-Förderperiode 2014-2020 mit neuen Zielen und Förderschwerpunkten gestaltet.

2014 startete JOBSTARTER plus im Rahmen der ESF-Förderperiode 2014-2020 und löste damit das seit 2006 laufende Programm JOBSTARTER ab. Die Themenschwerpunkte für JOBSTARTER plus leiten sich u.a. aus der Allianz für Aus- und Weiterbildung ab. Die Allianz für Aus- und Weiterbildung wurde zunächst für die Jahre 2015-2018 von der Bundesregierung, den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft, den Gewerkschaften, der Bundesagentur für Arbeit und den Ländern beschlossen. 2019 unterzeichneten die Partner eine neue Vereinbarung der Allianz für die Jahre 2019 bis 2021. Das Bündnis setzt sich dafür ein, die Attraktivität, Qualität und Leistungsfähigkeit sowie die Integrationskraft der beruflichen Bildung weiter zu stärken.

Das BMBF und der ESF stellen für das Programm JOBSTARTER plus rund 108 Millionen Euro bereit

Weitere Informationen zu den Programmen JOBSTARTER, JOBSTARTER CONNECT und JOBSTARTER plus für den Zeitraum 2006 bis 2016 erhalten Sie in der JOBSTARTER-Chronik: