Der unschlagbare Bildungsweg: das duale Studium

Hoher Praxisbezug, hohe Übernahmequoten und gute Karrierechancen – das sind die Argumente für die Kombination von Studium und Ausbildung. Nicht nur junge Menschen, auch Unternehmen profitieren von dem anspruchsvollen Bildungsweg.


Junge Frau im Chemielabor schaut auf einen Behälter, in dem sich gerade zwei Flüssigkeiten miteinander verbinden. Dazu der Slogan: Eine exklusive Mischung. Lisa Müller macht eine Ausbildung zur Chemikantin und einen Bachelor of Chemieingenieurwesen.

 

Wer an der Hochschule Hof das duale Studium Systemwerkstoffe aufnimmt, absolviert eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik und erwirbt gleichzeitig den Bachelor of Engineering. Viereinhalb Jahre dauert diese kombinierte Ausbildung.

Das duale Studium ist damit zwei Jahre kürzer als das „klassische“ Studium mit vorangehender (oder anschließender) Berufsausbildung. Auch eine mögliche „Leerzeit“ zwischen Kammerprüfung und Studienbeginn entfällt. Ein ähnliches Angebot gibt es bei der Uni Magdeburg.

Vorteile für Absolventen

Hohe Disziplin und Motivation sind die Grundvoraussetzungen für die Aufnahme eines dualen Studiums. Das Arbeitspensum ist hoch. Dennoch sind die Vorteile dieses Bildungswegs unschlagbar: Er ermöglicht es, Studium und Ausbildung in einem relativ kurzen Zeitraum zu absolvieren.

Da der Lernort nicht auf die Hochschule begrenzt, sondern um den Betrieb erweitert ist, können theoretisches Wissen und seine Anwendung im Arbeitsalltag optimal miteinander verbunden werden. Die Dual-Studierenden erhalten außerdem ein regelmäßiges Einkommen und haben nach Abschluss ihrer Ausbildung sehr gute Aussichten auf eine Übernahme durch den Ausbildungsbetrieb oder auf eine erfolgreiche Bewerbung am Arbeitsmarkt.

Vorteile für Unternehmen

Junger Mann in blauer Arbeitskleidung hält ein Reagenzglas mit einer lilanen Flüssigkeit in die Höhe und betrachtet es.Bildzoom
Im Hörsaal erworbenes Wissen direkt in die betriebliche Praxis einbringen: Dual-Studierende können das.

Unternehmen, die sich an dualen Studiengängen beteiligen, profitieren enorm.

Sie können eine hochqualifizierte und genau zu ihrem Betrieb passende Nachwuchskraft frühzeitig an sich binden und so ihren Bedarf an Fach- und Führungspersonal abdecken.

Immer mehr Betriebe schließen daher duale Studiengänge in ihre Überlegungen zur Gewinnung und Entwicklung von Personal mit ein und kooperieren mit Hochschulen und Berufsakademien.

 

Dual-Studierende bringen ihr im Hörsaal erworbenes Wissen direkt in die betriebliche Praxis ein – für den Ausbildungsbetrieb eine günstige Gelegenheit, um die Verbindung zum Stand der Forschung und zu Produkt- und Verfahrensinnovationen herzustellen. Unternehmen, die duale Studiengänge anbieten, werden zudem für leistungsstarke Jugendliche als Arbeitgeber interessant.

Fakten rund ums duale Studium

Im Jahr 2012 wurden rund 64.000 duale Studienplätze angeboten, wie die Zahlen aus der Datenbank AusbildungPlus des Bundesinstituts für Berufsbildung belegen. Verglichen mit dem Vorjahr sind sie damit um 7,5 Prozent gestiegen.

Die meisten dualen Studienplätze werden in Wirtschaftswissenschaften angeboten (43,2 %), gefolgt von Ingenieurswissenschaften mit 40,9 Prozent.

Nach der Hochschulrektorenkonferenz werden duale Studiengänge in drei Modelle eingeteilt:

  • ausbildungsintegrierend: Parallel zum Studium absolvieren Jugendliche eine Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Die Absolventen haben somit zwei Abschlüsse: den Hochschul- und den Berufsabschluss.
  • praxisintegrierend: Studenten schließen mit Unternehmen Praktikanten- oder Volontariats-Verträge ab, die für lange Praxisphasen im Betrieb sorgen und über das reguläre Praxissemester an einer Fachhochschule hinausgehen.
  • berufsintegrierend: Das Studium wird mit einer beruflichen Tätigkeit verbunden, die inhaltlich mit dem Studium verknüpft ist. Zielgruppe sind Studieninteressenten, die eine Berufsausbildung bereits abgeschlossen haben oder über Berufserfahrung verfügen und sich beruflich weiterbilden wollen.

Ein Thema für JOBSTARTER

In einem großen, bauchigen Reagenzglas breitet sich eine lilane Flüssigkeit in einer klaren Flüssigkeit aus.Bildzoom
Die Mischung macht's.

Das Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER förderte Projekte, die sich zum Ziel gesetzt haben, ausbildungsbegleitende duale Studiengänge in bestimmten Zielregionen einzuführen und zu etablieren. Dazu arbeiteten sie mit relevanten Akteuren wie Kammern, Berufsschulen und Hochschulen zusammen.

Sie haben Betriebe beraten und unterstützt, die mit der Hochschule kooperieren wollten, und informierten Jugendliche über das duale Studium und seine beruflichen Perspektiven.

Ein besonderes Augenmerk lag dabei stets darauf, auch kleine und mittlere Unternehmen von den Vorteilen eines dualen Studiums zu überzeugen und sie bei der Realisierung zu unterstützen. Der Bekanntheitsgrad des dualen Studiums in Wirtschaft und Gesellschaft ist inzwischen erkennbar gestiegen.

Nicht zuletzt durch den demografischen Wandel haben neben Unternehmen auch Hochschulen diesen Trend aufgegriffen und entwickeln ständig neue Anwendungsbereiche. Auch wenn JOBSTARTER aktuell keine neuen Projekte in diesem Bereich fördert, wird das im Programm gewonnene Know-how für interessierte Institutionen vorgehalten und zur Verfügung gestellt.