Wer wirbt, der findet – effektives Marketing für Betriebe

Immer mehr Betriebe setzen auf originelle Ideen und Authentizität, um Jugendliche für sich zu gewinnen. Wir stellen Ihnen einige Praxisbeispiele vor, mit denen sich Betriebe bei Jugendlichen als attraktiver Ausbildungsbetrieb bewerben.


Dem Ausbildungsmarkt stehen immer weniger junge Menschen zur Verfügung, viele Betriebe verzeichnen rückläufige Bewerberzahlen für ihre Ausbildungsplätze. Wie können Unternehmen diesem Trend entgegensteuern und sich bei den Jugendlichen als attraktive Ausbildungsbetriebe bewerben? Aktionen, die Jugendlichen helfen, sich beruflich zu orientieren, stehen hoch im Kurs. Zwei Drittel der Betriebe, die rückläufige Bewerberzahlen feststellen, wollen verstärkt Praktika anbieten (Quelle: DIHK Ausbildungsumfrage 2014).

Doch es gibt mehr Möglichkeiten. Richtig eingesetzt erhöhen Anreize die Attraktivität der dualen Berufsausbildung und locken Jugendliche. Doch „Goodies“ zu schaffen allein reicht nicht – die Bonbons müssen auch beworben werden. Eine Auswahl an Ideen und deren Vermarktung finden Sie in diesem Artikel.

„Goodies“ und deren Vermarktung: Praxisbeispiele

Vom Auszubildenden im Chefsessel bis zur gemeinsamen Imagekampagne: Ausbildungsmarketing umfasst die unterschiedlichsten Maßnahmen und Aktionen. Per Klick gelangen Sie direkt zum jeweiligen Beispiel:

Einmal Chef sein: Auszubildende leiten einen Betrieb.

Ab ins Ausland: Auszubildende lernen ihren Beruf in einem anderen Land neu kennen.

Wissen schafft Vorsprung: Zusatzqualifikationen und Weiterbildungsangebote locken leistungsstarke Jugendliche in die berufliche Ausbildung.

Die Schulbank drücken: Betriebe stellen in Schulen ihre Ausbildungsberufe vor und führen mit den Schülerinnen und Schülern praxisnahe Übungen durch.

Gemeinsam das Image aufpolieren: Betriebe schließen sich Netzwerken und Verbänden an und profitieren so von deren Ausbildungsmarketing und branchenspezifischen und/oder regionalen Imagekampagnen.

Ein Plus auf dem Konto: Betriebe zahlen ihren Auszubildenden attraktive Gehälter oder Prämien.

Im Netz fischen: Mit originellen Websites, Azubi-Blogs und Social-Media-Aktionen machen Betriebe auf sich aufmerksam.

Besser unterwegs: Betriebe unterstützen ihre Auszubildenden auf dem Weg zur Arbeit.

Werkzeuge und mehr: Betriebe stellen ihren Auszubildenden Werkzeuge oder elektronische Geräte zur Verfügung.

Ein Herz für die Region: Betriebe engagieren sich in ihrer Region – in Sport- und Kulturvereinen oder bei lokalen Events.


Einmal Chef sein

Vier junge Menschen in Arbeitskleidung vor einem VW Bulli.Bildzoom
Von der Bauzeichnerin bis zum Industriekaufmann: In der Azubi-Firma setzen alle Auszubildenden selbstständig Projekte um.

„Sein eigener Chef sein. Vorausschauend, wirtschaftlich, verantwortungsvoll handeln. Das ist der Inhalt unserer Arbeit. Und das bringen wir auch unseren Azubis bei.“ – Mit diesen Worten wirbt das Holzfertigbau-Unternehmen Baufritz für ihre Azubi-Firma „Baufritz – Die junge Generation“. In der Azubi-Firma realisieren die Auszubildenden eigenständig kleinere Projekte wie die Planung und Montage von Gartenhäusern oder Carports. Der Ökohaus-Hersteller bildet in fünf Ausbildungsberufen aus. Ob Industriekaufmann/-frau, Zimmerer/-in oder Bauzeichner/-in – alle Auszubildenden können ihre Kompetenzen in der Azubi-Firma einbringen und auf Augenhöhe mitarbeiten. Ziel ist, eigenverantwortliches Arbeiten zu fördern und die Auszubildenden in ihrem Handeln durch das entgegengebrachte Vertrauen zu stärken. Die Stammbelegschaft der Firma berät und unterstützt die Auszubildenden bei Bedarf.

Acht Auszubildende in Business-Kleidung lächeln in die KameraBildzoom
Chef oder Anlageberater: Die Auszubildenden der Sparkasse Nürnberg schlüpfen in neue Rollen.

Ein ähnliches Angebot bietet die Sparkasse Nürnberg ihren Auszubildenden an: Einmal im Jahr leiten die Auszubildenden zwei Wochen lang eine Geschäftsstelle. Dabei werden die Rollen vom Geschäftsstellenleiter bis zur Anlageberaterin unter ihnen verteilt.

Durch diese Aktion sollen eigenständiges Arbeiten und Verantwortungsbewusstsein gestärkt werden. Die Azubi-Geschäftsstelle gibt den Nachwuchskräften außerdem einen Einblick in die Weiterentwicklungsmöglichkeiten und potenziellen Karrierewege bei der Sparkasse.