Erfolgsfaktoren für nachhaltige Projektarbeit

Worauf müssen JOBSTARTER-Projektteams achten, damit ihr Projekt die duale Ausbildung in Deutschland langfristig stärkt? Aus der Evaluation des Programms JOBSTARTER lassen sich drei Erfolgsfaktoren für nachhaltige Projektarbeit ableiten.


Erfolgsfaktor 1: Nachhaltigkeit in den Betrieben sichern

Checkliste mit grünen HäkchenBildzoom

Die von JOBSTARTER betreuten Betriebe sollen ihr Ausbildungsverhalten nachhaltig verändern.

  • Setzen Sie sich aktiv für einen intensiven Wissenstransfer in die Unternehmen (z.B. durch Schulung von Ausbildern in den Betrieben) ein. Machen Sie sich nicht unentbehrlich.
  • Wenn die Akquise von ausbildenden Unternehmen Teil Ihrer Projekttätigkeit ist: Richten Sie Ihr Augenmerk vor allem auch auf Betriebe, die erstmalig an die Ausbildung heranführt werden müssen. Einmal für die betriebliche Ausbildung aktivierte Unternehmen bilden in der Regel auch weiterhin aus.
  • Stellen Sie Betrieben Informationsmaterialien zur Verfügung, die sie auch nach Ende der JOBSTARTER-Betreuung verwenden können. Liefern Sie aktualisierbare Materialien (z.B. für Werbebroschüren nicht nur eine PDF, sondern auch die Word-/Powerpoint-/Grafikdatei).

Erfolgsfaktor 2: Zusammenarbeit und Angebote aller Akteure nachhaltig verändern

Institutionen der beruflichen Bildung (z.B. Kammern und Arbeitsagenturen) sollen ihre Zusammenarbeit und Angebote mit Hilfe von JOBSTARTER weiterentwickeln.

  • Formulieren Sie genaue Beschreibungen der zukünftigen Strukturen (inklusive Aufgabenverteilungen) zu einem frühen Zeitpunkt.
  • Entwickeln Sie Angebote, die nach Ende des Projektes von Partnern ohne großen zeitlichen Aufwand weitergeführt werden können (z. B. gemeinsame Vermittlungsplattformen für Auszubildende).
  • Gehen Sie frühzeitig auf Netzwerkpartner zu. Beziehen Sie sie in die Entwicklung der Angebote ein, z. B. in Form von Expertengesprächen. Neben Informationsbeschaffung bewirken Sie so eine gesteigerte Akzeptanz während der Durchführung des Projekts.
  • Richten Sie schon die Konzeption von Produkten darauf aus, dass die Netzwerkpartner einen Nutzen aus dem Weiterbetrieb ziehen können.
  • Besprechen Sie eine mögliche Weiterführung einzelner Aktivitäten/Dienstleistungen durch das Netzwerk oder bestimmte Akteure.
  • Überprüfen Sie frühzeitig andere Fördermöglichkeiten zur (Ko‐)Finanzierung nach Auslaufen der JOBSTARTER‐Förderung. Diskutieren Sie diese Möglichkeiten mit der Kommune und mit Ihren Partnern.

Erfolgsfaktor 3: Produkte und Dienstleistungen weiterhin verfügbar halten

Projektmaterialien, Instrumente und Dienstleistungsangebote sollen weiterbestehen und intensiv genutzt werden.

  • Thematisieren Sie frühzeitig intern und mit Partnern, wie die im JOBSTARTER-Projekt entwickelten Instrumente und Materialien (z.B. Produkte zu Berufsorientierung und Berufswahl, ausbildungsrelevante Informationen auf Homepages) nach Projektlaufzeit weiter genutzt werden können.
  • Thematisieren Sie, wie bestimmte Bestandteile der JOBSTARTER-Dienstleistungen durch die bisherigen Träger entweder ehrenamtlich oder entgeltpflichtig weiter erbracht werden können (Informations- und Beratungsangebote, Vermittlung von Kontakten, Vermittlung von Verbundpartnern für Unternehmen oder Praktikumsstellen für Jugendliche, Erledigung von Organisatorischem/Formalem wie z.B. Zusatzqualifizierungen, Bewerbervorauswahl).
  • Überprüfen Sie mögliche Geschäftsmodelle (z.B. kostenpflichtige Dienstleitungen für Unternehmen, Seminare etc.), durch die eine Fortführung einzelner Dienstleistungen realisierbar wäre (Finanzierung des erforderlichen Personals!).
  • Beginnen Sie frühzeitig, einzelne Dienstleistungen gegen eine geringe Gebühr anzubieten. Wählen Sie dafür Dienstleistungen, bei denen Sie in der Region ein Alleinstellungsmerkmal haben (z.B. branchenspezifische Angebote).

 

Die Erfolgsfaktoren für nachhaltige Projektarbeit basieren auf dem Endbericht zur JOBSTARTER-Evaluation aus dem Jahr 2011. Hier geht es zum vollständigen Bericht.