09.11.2017 | Heilbronn

Expertennachmittage diskutieren Ausbildungsqualität in der Hauswirtschaft

Die Hauswirtschaft kann ihr Image verbessern und die Reputation von Betrieben durch einen professionellen Auftritt steigern. Zu diesem Ergebnis kamen vier Expertennachmittage in Baden-Württemberg.


Am 9. November 2017 fand der letzte von vier regionalen Expertennachmittagen des JOBSTARTER plus-Projektes Oikos – Ausbildungsoffensive Hauswirtschaft und der Landesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft Baden-Württemberg statt. In der Peter-Bruckmann-Berufsschule in Heilbronn diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgende Fragen: Was können Betriebe zu einer erfolgreichen und qualitativ hochwertigen Ausbildung beitragen? Und wie kann die Hauswirtschaft attraktiv beworben werden? Insgesamt nahmen über 140 Ausbilder/innen, Lehrkräfte und Ausbildungsberatende an den Veranstaltungen in Stuttgart, Ravensburg, Freiburg und Heilbronn teil.

Ausbildungsberaterin Margit Ratke vom zuständigen Landratsamt erläuterte, welche Grundlagen ein Betrieb braucht, um attraktiv für Auszubildende zu sein. Dazu gehören vor allem angemessene Bezahlung, geordnete Arbeitszeiten und eine gute individuelle Betreuung der Azubis. Hauswirtschaftliche Betriebe müssten sich bestens darstellen und mit Qualität ausbilden, um im Konkurrenzkampf um Auszubildende zu bestehen, so die Ausbildungsberaterin.

Christine Görzen von der Initiative für Ausbildung gab einen Einblick, was Jugendliche bei der Berufswahl am meisten interessiert. Hier spielen vor allem die soziale Einbindung, Beziehungen und eine als sinnvoll empfundene Aufgabe eine Rolle. Jungen Menschen bräuchten eine Zukunftsperspektive, diese könne die Hauswirtschaft als krisenfestes Berufsbild bieten. Die Referentin sieht in der Hauswirtschaft ein „tolles Berufsbild mit vielen Perspektiven, mit dem man werben kann“.

Ein besonderes Highlight der Expertennachmittage in diesem Jahr war die anschließende Podiumsdiskussion auf der Oberschwabenschau in Ravensburg, in der neben der oikos-Projektleitung und anderen Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha zur Zukunftsfähigkeit des Berufsbilds mitdiskutierte. Auch Lucha betonte: „Unser Bestreben ist es, mit allen Partnern alle Anstrengungen für die Hauswirtschaft in Gang zu bringen, um die derzeitige Durststrecke in der Hauswirtschaft zu überwinden.“ Zum Abschluss appellierte Ursula Schukraft von oikos nochmals an alle Mitwirkenden: „Ich sehe das Potenzial in der Hauswirtschaft. Man muss sich nicht verstecken, sondern den Beruf mit vollen Segeln bewerben.“

Als Fazit der Expertennachmittage kann festgehalten werden: Ausbildung im Betrieb muss einen höheren Stellenwert einnehmen und die entsprechenden Rahmenbedingungen für eine innovative Ausbildung müssen geschaffen werden, etwa durch verbesserte Kooperation zwischen Schule, Betrieb und Ausbildungsberatung. „Jeden Tag eine gute Ausbildung anbieten“, formulierte Christine Görzen als Ziel. Der Schlüssel dazu sei, den Azubis ein Team, Entwicklung und Freiheit zu bieten. Um das auf einem hohen Niveau zu gewährleisten, sei die ständige Weiterbildung der Ausbilderinnen und Ausbilder wichtig.