17.09.2015 | Leipzig

Neue Horizonte öffnen: Fachtag zum Thema Studienabbruch in der Region Leipzig

Das Projekt „Plan B“ informierte über ungewöhnliche Wege zur Fachkräftesicherung. Während eines Fachtages wurde mit Studien, einer Podiumsdiskussion und Erfahrungsberichten das Thema Studienabbruch vorgestellt.


Um auf das Thema duale Berufsausbildung nach dem Studienabbruch aufmerksam zu machen, lud die Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt (KOWA) Leipzig im Rahmen des Projektes „Plan B“ am 17. September 2015 zu Vorträgen, einer Podiumsdiskussion und einem Erfahrungsaustausch ein. 57 Interessierte aus verschiedenen Institutionen wie zum Beispiel den Leipziger Hochschulen, der Agentur für Arbeit, den Kammern und Gewerkschaften kamen zum vierstündigen Fachtag im Leipziger Volkshaus.

Fragen und Antworten zum Thema Studienabbruch

Mit wem haben wir es eigentlich zu tun, wenn wir über Studienabbrechende reden? Wie ist das Image von Studienabbrecherinnen und -abbrechern auf Seiten der Unternehmen und welche Erfahrungen gibt es in Betrieben, Berufsschulen und in der Beratung? In Vorträgen und einer Podiumsdiskussion wurden diese Fragen aus verschiedenen Perspektiven beantwortet. Julia Ebert vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) benannte Zahlen und Fakten. Sie brachte etwas Licht in die „Black Box“ Studienabbrecherinnen und -abbrecher sowie deren Motive. Einige spannende Fragen wie zum Beispiel, welche Unterschiede es bei den Geschlechtern gibt und wie lange der Prozess des Studienabbruchs dauert, können allerdings erst 2016 beantwortet werden. Dann liegen die Ergebnisse einer aktuellen Studie hierzu vor.

Podiumsdiskussion KOWA LeipzigBildzoom
Podiumsdiskussion: Erik Wiesemes (Auszubildender Siemens AG), Peter Albrecht (JOBSTARTER Regionalbüro Ost), Dagmar Fröhlich (Leiterin Berufsschulzentrum "Rote Jahne"), Oliver Klaus (Leiter Hauptabteilung Berufsbildung der HWK zu Leipzig)

An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Handwerkskammer zu Leipzig, der Stadt Leipzig, einer Berufsschule und ein Auszubildender, der zuvor ein Studium abgebrochen hat, teil. Die Diskussion ergab, dass Studienabbrechende sowohl bei Unternehmen als auch bei Berufsschulen gern gesehene Bewerberinnen und Bewerber sind. Bereits ein oder zwei Studienabbrechende in einer Klasse könnten weniger motivierte und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler mitziehen. Es wurde ein sehr positives Bild von Studienabbrechenden gezeichnet. Dieses passt jedoch nicht immer zu dem eher negativen Bild, dass die Studienabbrechenden oft von sich selbst haben. Letzteres entsprach vor allem den Erfahrungen der Projekte Looping (Berlin) und Plan B (Leipzig), die unter anderem Studienabbrechende beraten.

Vorhandene Angebote stärken

Deutlich wurde, dass Studierende, die am Studium zweifeln oder bereits abgebrochen haben, häufig an Informationen, Beratung und Unterstützung interessiert sind, jedoch nicht immer die richtige Anlaufstelle finden. Wege, sie in Kontakt mit Unternehmen und schließlich in eine duale Ausbildung zu bringen, sind zwar zum Teil vorhanden, jedoch nicht immer ausreichend bekannt. Hier besteht viel Potenzial für das Projekt „Plan B“ in der Region Leipzig vorhandene Angebote bekannter zu machen und verschiedene Formen der Ansprache von Studienabbrechenden und Unternehmen auszuprobieren. Im Rahmen eines weiteren Fachtags 2016 soll der Fokus darauf liegen, wie die beiden Gruppen einfacher zueinander finden und Übergänge vom Studienabbruch in eine duale Berufsausbildung kürzer gestaltet werden können.

Programm

  • Kurswechsel: Die Studienabbrecher(innen) – Zahlen, Motive und Identifizierungsmöglichkeiten
    Julia Ebert, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)
     
  • Im selben Boot: Studienabbrechende und ausbildende Unternehmen
    Podiumsdiskussion mit Erik Wiesemes (Studienaussteiger und Auszubildender bei der Siemens AG in Böhlitz-Ehrenberg), Dagmar Fröhlich (Leiterin des Berufsschulzentrums „Rote Jahne“ in Eilenburg), Annett Jakob (Leiterin der Koordinierungsstelle Berufs- und Studienorientierung der Stadt Leipzig) und Oliver Klaus, Leiter der Hauptabteilung Berufsbildung der Handwerkskammer zu Leipzig
    Moderation: Peter Albrecht, GeBiFo Berlin (JOBSTARTER Regionalbüro Ost)
     
  • Kurs nehmen: Erfahrungen aus Beratungs- und Vermittlungsprojekten
    Susan Wille, Plan B – Erste Erfahrungen des Leipziger JOBSTARTER plus-Projekts
    Nicole Müller, Laura Ritter und Regine Schenkenberger, Looping – Ein Berliner Projekt für Studienaussteigerinnen und -aussteiger stellt sich vor

Ansprechpartnerin:

Jana Wünsch
Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt (KOWA) Leipzig  
E-Mail
Tel.: 0341/ 97 30037

Autorin: Jana Wünsch (KOWA Leipzig)