Vom Abschluss bis zum Anschluss: die Initiative Bildungsketten

Jugendliche auf ihrem Weg von der Schule in die Berufsausbildung unterstützen und die Wirtschaft für Ausbildung gewinnen – das ist das Ziel der Initiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“.


Junger Dachdecker steht auf einem Dach und blickt in die Ferne. Über ihm der blaue Himmel. Dazu der Slogan: Mit Aussicht auf Aufstieg. Antonio Lasprovata macht eine Ausbildung zum Dachdecker.

Die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt erscheint widersprüchlich: Viele kleine und mittlere Unternehmen haben zunehmend Probleme bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen und damit bei der Deckung ihres zukünftigen Fachkräftebedarfs. Gleichzeitig aber finden viele Jugendliche keine Lehrstelle.

Die Initiative Bildungsketten schafft Rahmenbedingungen, die es Betrieben erleichtert, auch Jugendliche mit schlechteren Startchancen an eine Ausbildung heranzuführen. Sie unterstützt Jugendliche dabei, ihren Schulabschluss zu schaffen, einen Ausbildungsplatz zu finden und den Berufsabschluss zu erreichen. Das Ziel: Die Zahl der Schulabbrüche deutlich zu verringern, die Übergänge von der Schule in die Ausbildung und später ins Berufsleben zu verbessern und dadurch auch dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Gegründet wurde die Initiative Bildungsketten im Jahr 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Sie ist wesentlicher Bestandteil des Nationalen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland 2010-2014.

Begleitung und Förderung aus einem Guss

Die Unterstützung beginnt in der Schule. Mit einer Potenzialanalyse können Schülerinnen und Schüler bereits in der 7. oder 8. Klasse erstmals ihre beruflichen Neigungen und Interessen erkunden. Daran schließt sich die praxisnahe Berufsorientierung an: Bei Werkstatttagen, Praktika u. ä. lernen die Jugendlichen verschiedene Berufsfelder kennen.

Dachdecker hämmert etwas am Dach fest. Bildzoom

Die hauptamtlichen Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter (BerEb) unterstützen parallel dazu Jugendliche mit schwieriger Ausgangslage – angefangen in der Vorabgangsklasse und durchgehend bis zum Ende des ersten Ausbildungsjahres. Dabei nutzen die BerEb die Ergebnisse der Potenzialanalyse, um mit den Schülerinnen und Schülern individuelle Förderpläne umzusetzen. Ergänzt werden die BerEb durch die ehrenamtlichen Ausbildungsbegleiterinnen und -begleiter der Initiative VerA beim Senior Experten Service (SES).

Die Servicestelle Bildungsketten

Koordiniert wird die Initiative von der Servicestelle Bildungsketten beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Die Servicestelle ist zentraler Anlaufpunkt für die an der Initiative beteiligten Akteurinnen und Akteure und übernimmt folgende Aufgaben:

  • sie unterstützt Bund und Länder dabei, ihre Förderinstrumente besser aufeinander abzustimmen,
  • sie ist die Geschäftsstelle der Bund-Länder-Begleitgruppe (aus Vertretern des Bundes, der Länder und der Bundesagentur für Arbeit), welche die Initiative auf der Fachebene begleitet,
  • sie vernetzt Institutionen, Fachwelt und Praxis und moderiert den fachlichen Austausch,
  • sie begleitet die Initiative wissenschaftlich,
  • sie erstellt hilfreiche Materialien für den Arbeitsalltag der Fachkräfte und
  • sie bereitet wissenschaftliche Erkenntnisse sowie gute Praxisbeispiele auf und leistet Öffentlichkeitsarbeit.

Service für Fachleute und Interessierte

Detailbild: Zwei Hände bei der Arbeit: die eine hält eine Dachlatte, die andere einen Hammer. Bildzoom

Das Internetportal http://www.bildungsketten.de/ hält viele Informationen und ein breites Serviceangebot zum Thema Übergang Schule-Beruf bereit.

Ein Film und eine interaktive Projektlandkarte laden zum Beispiel dazu ein, die Initiative Bildungsketten näher kennen zu lernen.

Die Materialsammlung bietet Anregungen für die praktische Arbeit mit Jugendlichen, Schulen und Betrieben.

Kostenlos erhältlich sind auch das Bildungsketten-Journal und eine Broschüre über die Berufseinstiegsbegleitung.

Hier geht es zum Portal der Initiative Bildungsketten.