„Macht sie sichtbar“ – der KAUSA Medienpreis

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat am 27. Februar 2018 zum 7. Mal den KAUSA Medienpreis vergeben. Prämiert wurden Geschichten, die ausgewogen und spannend über Migrantinnen und Migranten in der beruflichen Bildung berichten.


Das Logo des KAUSA MedienpreisesBildzoom
Der KAUSA Medienpreis wird seit 2010 verliehen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) verlieh die Auszeichnung am 27. Februar 2018 in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom in Berlin. Der Preis wird an Journalisten vergeben, die zu einer ausgewogenen und objektiven Berichterstattung über die Bildungswege von Menschen mit Migrationshintergrund beitragen. Die Jury aus Journalisten und Medienexperten hatte neun journalistische Beiträge nominiert und zeichnete vier davon mit dem KAUSA Medienpreis aus. Ein Großteil der eingereichten Beiträge berichtete über die Integration von Geflüchteten ins Berufsleben, und auch die ausgezeichneten Beiträge handeln davon.

Preisträgerin der Kategorie Einzelbeiträge in der Disziplin Text ist Marie Rövekamp mit ihrem Artikel „Kraft ihres Amtes“, der im „Der Tagesspiegel“ erschien. Die Reportage erzählt von einer jungen Frau, Neda Mohammadian, die in Deutschland ihren Traum lebt. Die junge Iranerin macht eine Ausbildung bei der Arbeitsagentur in Berlin. Das Besondere hierbei: Sie hilft nun Deutschen, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das Urteil der Jury zum Beitrag: Hier wird sehr gut dargestellt, welche Zukunftschancen die berufliche Bildung für Flüchtlinge bereithält.

In der Disziplin Video wurden Julia Cruschwitz und Carina Huppertz ausgezeichnet. Die beiden Journalistinnen stellen in ihrem Video „Kaum Jobs für Flüchtlinge“, ausgestrahlt im MDR, zwei Firmen vor, die Geflüchtete ausbilden. Ein mittelständischer Betrieb aus Radebeul und ein großes Unternehmen aus Leipzig. Es wird deutlich, dass die Hürden und Probleme je nach Betriebsgröße andere sind, aber auch, dass es in jedem Unternehmen gute Betreuung und Anleitung braucht, um den jungen Geflüchteten den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Die Jury bezeichnet den Beitrag der beiden Journalistinnen als Musterbeispiel für konstruktiven Journalismus.

In der Disziplin Audio ging die Auszeichnung an Julia Smilga. Ihr Feature „Vom Arzt zum Wachmann – Ein syrischer Flüchtling in Bayern“, das im Bayerischen Rundfunk zu hören war, handelt von einem Syrer, der in Deutschland als Arzt arbeiten möchte. Doch zuerst muss der studierte Mediziner die deutsche Sprache lernen und sein ukrainisches Diplom anerkennen lassen. Smilga beschreibt einen steinigen Weg mit persönlichem Bezug und guter Dramaturgie, wie die Jury findet.

In der Kategorie Projekte wurden Eva Thöne und Maria Feck mit ihrer Multimedia-Reportage „Ruaas Weg“ ausgezeichnet, veröffentlicht bei Spiegel Online. In Bildern, Video und Text vermitteln die Autorinnen, wie eine junge Frau, Ruaa Abu Rashed, ihren Weg geht. Sie ist mit ihrer Familie aus Syrien nach Deutschland geflohen und arbeitet stetig daran, ihren Traum, Ärztin zu werden, zu verwirklichen. Besonders ins Auge sticht die gute Ergänzung von Bild und Text, lobt die Jury.


Hintergrund

Die Berichterstattung in den Medien hat einen großen Einfluss auf das Gelingen von Integration in Deutschland. Sie beeinflusst maßgeblich unser Bild von Migrantinnen und Migranten, da die Wahrnehmung von Menschen mit Migrationshintergrund stark durch die mediale Berichterstattung geprägt wird. Mit Beispielen gelungener Integration können Journalistinnen und Journalisten helfen, ein realistisches Bild der Gesellschaft abzugeben und das Ansehen von Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern.

In den Jahren 2010 bis 2015 vergab das Bundesministerium für Bildung und Forschung den KAUSA Medienpreis jährlich unter dem Motto „Macht sie sichtbar – Bildungswege von Migrantinnen und Migranten“. In diesem Zeitraum wurden über 600 Beiträge eingereicht und 92 junge Journalistinnen und Journalisten bis 35 Jahre ausgezeichnet. 2018 wird der Wettbewerb für Journalistinnen und Journalisten aller Altersgruppen geöffnet, um das Thema des Preises zu stärken und noch tiefer in den Redaktionen zu verankern.

Der Wettbewerb wird von KAUSA, der Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration, durchgeführt.

KAUSA ist Teil des BMBF-Ausbildungsstrukturprogramms JOBSTARTER, das aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds (ESF) der Europäischen Union gefördert wird. Durchgeführt wird das Programm vom Bundesinstitut für Berufsbildung.