26.11.2015 | Berlin

Auf Weltreise mit dem KAUSA Medienpreis: Die Preisverleihung 2015

(Bildungs-)Wege von Migrantinnen und Migranten in Deutschland sichtbar machen – das ist Ziel des KAUSA Medienpreises. Seit 2010 verleiht das Bundesministerium für Bildung und Forschung diesen an den journalistischen Nachwuchs.  


 

Sandmalerei während des KAUSA Medienpreises.Bildzoom
Anna Prinz reist mit dem KAUSA Medienpreis-Publikum um die Welt.

Wir begeben uns auf eine Weltreise: Vom schiefen Turm in Pisa, durch die heißen Sanddünen der Sahara, entlang der Chinesischen Mauer, vorbei an der Freiheitsstatue in New York bis zum Brandenburger Tor nach Berlin – die von Anna Prinz in Sand gemalten Bilder symbolisieren die Herkunft der Migrantinnen und Migranten aus allen Teilen der Welt und damit auch das Anliegen des KAUSA Medienpreises 2015, zu dessen Verleihung rund 200 Menschen verschiedenster Herkunft in den Römischen Hof nach Berlin gekommen sind.

Unternehmerinnen und Unternehmer mit türkischen Wurzeln, Zugewanderte aus Syrien und afrikanischen Ländern und engagierte Menschen aus ganz Deutschland bringen ihre unterschiedlichen Geschichten mit: Sie haben sich emanzipiert und mit starkem Willen Unternehmen gegründet. Sie haben gefährliche Wege auf sich genommen, um in Deutschland ein neues Leben zu beginnen.

Die Jury des KAUSA MedienpreisesBildzoom
„Eine gute Geschichte packt den Leser und lässt ihn nicht mehr los“, erklärte Jury-Mitglied Jens Radü (Mitte).

Sie engagieren sich für Flüchtlinge, damit diese in Deutschland einen guten Start haben. Ob Menschen aus der Türkei, aus Syrien oder aus Kasachstan nach Deutschland kommen: Die Verleihung des KAUSA Medienpreises zeigte erneut, was letztlich zählt: Chancen geben, Chancen nutzen und an der Gesellschaft teilhaben.

Von insgesamt 17 nominierten Beiträgen prämierte die KAUSA Medienpreis-Jury am Abend des 26. Novembers elf – begleitet von „frenetischen Jublern“, die Moderator Mitri Sirin (ZDF) zu Beginn der Veranstaltung vom Publikum einforderte.

Den Alltag sichtbar machen

Es ist das sechste Mal, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung den mit 30.000 Euro dotierten Preis vergibt. Mit dem KAUSA Medienpreis zeichnet das Ministerium Journalistinnen und Journalisten bis 35 Jahre aus, die vorurteilsfrei und ausgewogen über die Bildungswege von Migrantinnen und Migranten berichten. „Die Geschichten zeigen, was unser Land ausmacht – Vielfalt, Toleranz, Humanität – und sie zeigen, dass Integration gelingen kann“, erklärt Stefan Müller, Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, in seiner Begrüßungsrede.

Eröffnung der Preisverleihung, Blick von oben auf Publikum und Bühne.Bildzoom
Stefan Müller eröffnete die Preisverleihung vor rund 200 Gästen.

„Diese Geschichten zeigen aber auch, was noch geleistet werden muss. Sie machen den Alltag sichtbar“, führte der Staatssekretär weiter aus. Diese Idee schlägt sich auch im Thema des Wettbewerbs nieder: Seit 2010 werden Journalistinnen und Journalisten unter dem Motto „Macht sie sichtbar – Bildungswege von Migrantinnen und Migranten“ aufgefordert, ihre Text-, Video-, Audio- und Multimedia-Beiträge einzureichen. Insgesamt 83 Beiträge sind 2015 eingegangen. Viele davon berichten über Flüchtlinge. Stefan Müller begrüßte dies.

Bildungschancen für diejenigen zu schaffen, die in Deutschland eine Bleibeperspektive haben, sei nach der lebenswichtigen Erstversorgung die bedeutendste Herausforderung, so der Staatssekretär. Daher fördere das Bundesbildungsministerin eine Vielzahl an Aktivitäten und Initiativen, unter anderem den KAUSA Medienpreis: „Es ist gut, dass es in der aktuellen Debatte, die von einer sehr differenzierten Diskussion geprägt ist, objektive Beispiele von gelungenen Bildungswegen gibt“, erklärte Stefan Müller. „Diese Beispiele zeigen, dass ein gutes Miteinander möglich ist und dass es viele integrationswillige Menschen gibt, die dafür kämpfen, einen Zugang zu Ausbildung und Arbeit und damit auch einen Zugang zu unserer Gesellschaft zu bekommen.“

Von Lampedusa nach Berlin

Cylène Stock und Janina Heckmann bei der Preisverleihung auf der Bühne mit ihren Protagonisten.Bildzoom
Flüchtlinge bauen Designermöbel – eine Geschichte von Cylène Stock und Janina Heckmann (2. u. 3. v.l.).

Ein positives Beispiel erzählt von fünf jungen Männern, die mit dem Boot übers Mittelmeer flohen und in Lampedusa landeten. Mittlerweile leben sie in Berlin und bauen Möbelstücke – unter anderem aus dem Holz der Flüchtlingsboote. Das ist ihre Art mit dem Erlebten umzugehen, erzählen sie im Videobeitrag von Janina Heckmann und Cylène Marcia Stock.

Die Geschichte über die sogenannten Lampedusa-Flüchtlinge, die Designermöbel entwerfen, wurde mit dem ersten Preis in der Kategorie Video ausgezeichnet. Jury-Mitglied Burkhard Nagel lobte das Projekt in seiner Laudatio:

Es ist „ein mutiges, ungewöhnliches Projekt, das Flüchtlinge auf seine Weise in die Gesellschaft integriert, und ein sehr gutes Beispiel dafür, die Integrationsbereitschaft der Betroffenen selbst zu fördern.“

Felix Rohrbeck nimmt gemeinsam mit seinen Protagonisten auf der Bühne den Preis entgegen.Bildzoom
Felix Rohrbeck (links außen) nimmt gemeinsam mit den Protagonisten den Preis entgegen.

Auf der Bühne verrieten die beiden Journalistinnen, dass sie über einen Artikel auf das Projekt aufmerksam wurden. Diesen Artikel schrieb Felix Rohrbeck, der dafür ebenfalls mit dem ersten Preis, dieses Mal in der Kategorie Text, ausgezeichnet wurde.

„Dass das Projekt zweimal ausgezeichnet wird, spricht für sich“, sagte der Autor im Interview und ergänzte: „Ich glaube, das hat damit zu tun, dass sie etwas machen, von dem wir alle wissen, dass es nötig ist – nämlich Flüchtlinge in Arbeit zu bringen.“

Eine weitere Flüchtlingsgeschichte, die an diesem Abend ausgezeichnet wurde, ist die Geschichte von Iman Ziaudin.

Moderator Mitri Sirin schießt ein Selfie für Preisträgerin Isa Lange und ihre Protagonistin Iman Ziaudin.Bildzoom
Selfie auf der KAUSA Medienpreis-Bühne: Moderator Mitri Sirin schoss ein Bild für Preisträgerin Isa Lange und ihre Protagonistin Iman Ziaudin.

Die junge Frau floh vor ungefähr 18 Monaten aus Afghanistan nach Deutschland und sitzt heute regelmäßig in Informatik-Vorlesungen an der Universität Hildesheim. Bis sie ihr Sprachzertifikat ablegen und ein reguläres Studium beginnen kann, ermöglicht ihr das speziell für Flüchtlinge entwickelte „Schnupperstudium“ die Universität wie eine reguläre Studentin zu besuchen. „Endlich einmal eine Geschichte mit echtem Happy End. Es ist wunderschön geschrieben, ein Text, der uns allen ans Herz ging“, lobte Jury-Mitglied Martin Kilgus den Beitrag in seiner Laudatio. Die Autorin des Porträts „Studium nach der Flucht: Hundert Mal ‚Nein‘, ein ‚Ja‘ kann dein Leben verändern“ ist Isa Lange, die dafür den zweiten Preis in der Kategorie Text erhielt. Da sowohl die Journalistin als auch ihre Protagonistin an der Verleihung nicht teilnehmen konnten, schoss Mitri Sirin gemeinsam mit dem Publikum für die beiden ein Selfie.

Soziales Engagement in München und Bremen

Preisträger auf der Bühne bei der Preisverleihung.Bildzoom
Mittlerweile mehr Freunde als Fremde: Hamud El Amlah und Felix Korts (3. u. 4. v.l.).

Ob das Engagement beim Berliner Projekt „Cucula“ oder an der Universität Hildesheim – viele Geschichten beim KAUSA Medienpreis erzählen von engagierten Menschen. Dazu gehört auch Felix Korts. Seit fast zwei Jahren ist er Mentor – und mittlerweile guter Freund – für Flüchtling Hamud El Amlah. „Wenn ich das in meiner Freizeit kann, dann können das viele andere auch. Und es hilft einem Menschen, das Leben zu verändern“, erklärte Felix Korts im Interview auf der Bühne. Seinem Engagement ist mittlerweile der Verein „Münchner Mentoren“ entsprungen, der Münchner und Flüchtlinge zusammenbringt. Mariel Müller, Alexandra Reinsberg und Elisabeth Winter begleiten in ihrer multimedial aufbereiteten Geschichte „Fremde Freunde“ zwei dieser Tandems. Dafür erhielten sie den dritten Preis in der Kategorie Multimedia.

Justus Wilhelm mit der Urkunde und dem KAUSA Medienpreis.Bildzoom
Menschen wie Daniel machen Städte schön – so Preisträger Justus Wilhelm.

In Sachen soziales Engagement steht Bremen Berlin und München in nichts nach: Im Stadtteil Tenever vermittelt Daniel Magel mit seinem Hood-Training Jugendlichen und Kindern Werte wie Respekt und Toleranz, die für ihren weiteren schulischen und beruflichen Weg wichtig sind. Er selbst hat „über den Sport einen Weg in eine bessere Zukunft“ gefunden – wie er in dem Videoeitrag „325 Hood Training“ sagt. Klimmzüge an Straßenschildern, Hindernislauf durch die Plattenbau-Siedlung: Mit flotten Schnitten und eindringlichen Bildern begleitete Justus Wilhelm den in Kasachstan geborenen Sportler bei seinem Training.

Für die „Videoreportage, die kaum hätte besser gelingen können“ – so Jury-Mitglied Jens Radü – erhielt Justus Wilhelm den zweiten Preis in der Kategorie Video. Das soziale Engagement seines Protagonisten hat ihn stark beeindruckt: „Tenever ist kein hässlicher Stadtteil. Er ist schön. Und er ist genau deswegen schön, weil Leute wie Daniel da sind und ihn zu einem schönen Stadtteil machen“, erklärte er.

Türkei trifft Ruhrgebiet

Katrin Rössler bei der Preisverleihung auf der Bühne.Bildzoom
„In jedem steckt etwas Gutes“ – so Abdullah Altun (2. v.r.).

Beeindruckend waren auch die gelungenen Geschichten über Unternehmerinnen und Unternehmer mit ausländischen Wurzeln – dem Kernthema von KAUSA. Über 700.000 Menschen mit Migrationshintergrund haben in Deutschland Unternehmen gegründet.

Vier von ihnen stehen an diesem Abend auf der KAUSA Medienpreis-Bühne. Nicht nur weil ihre Unternehmensgeschichten so spannend sind, sondern auch aufgrund der journalistischen Qualität und Raffinesse, mit der diese Geschichten in die Öffentlichkeit getragen wurden.

Sie berichten zum Beispiel über Aynur Boldaz, die ein Reinigungsunternehmen mit rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern führt. Oder über Abdullah Altun, der in seinem Betrieb Jugendliche einstellt, die auf dem Ausbildungsmarkt aufgrund geringe Chancen haben. „Ich betrachte es für mich als soziale Verpflichtung, diesen Jugendlichen zu helfen“, erklärte der Duisburger Unternehmer auf der Bühne. „Der Chancengeber“ – so der Titel von Katrin Rösslers Beitrag – könnte nicht besser gewählt sein. Für ihr Audiofeature über Abdullah Altuns Engagement erhielt die Journalistin den dritten Preis in der Kategorie Video.

Vanessa Lünenschloß mit ihren Protagonisten auf der Bühne.Bildzoom
Vanessa Lünenschloß (links) porträtierte erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer.

Wie Abdullah Altun engagiert sich auch Aynur Boldaz für Benachteiligte: 10 Prozent ihrer Belegschaft sind Menschen mit Behinderungen. Aynur Boldaz verließ die Türkei, weil sie das in ihrer Heimat vorherrschende Rollenbild der Frau nicht einnehmen wollte. Ohne Schulabschluss kämpfte sie sich Schritt für Schritt nach oben, war ehrgeizig – und erhielt Chancen. Die Unternehmerin ist „ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Bildung ein Leben verändern kann“, so Jury-Mitglied Baha Güngör. Ihre beeindruckende Geschichte wurde von Vivian Pasquet festgehalten. Sie schrieb das Porträt „Eine Frau schwimmt sich frei“ und sicherte sich damit den dritten Platz in der Kategorie Text.

Eine weitere Unternehmergeschichte gewann den dritten Preis in der Kategorie Audio: Vanessa Lünenschloß gibt in ihrem Audio-Beitrag „Die neuen Unternehmer – Migranten als Firmengründer“ Einblick in migrantisches Unternehmertum: „Es sind Geschichten, die nicht nur Höhen haben, sondern auch Tiefen, die auch vom Scheitern handeln, und von diesem Feuer, dass die beiden weitergemacht haben“, beschrieb Vanessa Lünenschloß im Interview die Bildungswege ihrer Protagonisten.

Deutsch-türkisches Miteinander

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Webprojektes „Süpermarket Berlin“ werden auf der Bühne geehrt.Bildzoom
Jens Radü lobte die gelungene Umsetzung des Webprojekts „Süpermarket Berlin“.

Den Fokus auf migrantisches Unternehmertum, in diesem Fall speziell auf türkisches, setzte auch das Multimedia-Projekt „Süpermarket Berlin“, das mit dem ersten Preis in der Kategorie Multimedia ausgezeichnet wurde. Denn mittlerweile werden 3,6 Prozent der Berliner Unternehmen von türkischstämmigen Inhaberinnen und Inhabern geführt. Das Webprojekt zeigt die daraus resultierende wirtschaftliche Kraft auf. Darüber hinaus stellt es innovative Ideen wie die Halal-Cola, Werbung für Menschen mit türkischen Wurzeln sowie einen türkischen Lebensmittelmarkt vor.

Mit Videos, Newsgames und interaktiven Grafiken widerlegt der 9. Volontärsjahrgang der ems – Electronic Media School so auch das ein oder andere Vorurteil über unsere türkischstämmigen Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Vorurteilen widersetzt sich auch das Webmagazin „.renk“, das mit dem zweiten Preis in der Kategorie Multimedia ausgezeichnet wurde. Herausgeberin Melisa Karakuş versucht, „mindestens zweimal pro Woche“ Stereotypen zu durchbrechen. Die kulturelle Ausrichtung des Magazins will weg vom Bild des Klischee-Türken und bietet daher in vielfältigen Beiträgen Einblicke in die deutsch-türkische Kulturlandschaft – mitten in Berlin und darüber hinaus.

Die Redaktion von .renk macht ein Selfie von sich auf der Bühne.Bildzoom
Ein Selfie als Erinnerung: Melisa Karakuş (vorne) und die Redaktion von .renk.

Im Repertoire des komplett ehrenamtlich hergestellten Magazins befinden sich Interviews mit Regisseuren, Porträts von Künstlern, Berichte über Konzerte und vieles mehr. „Das Magazin zeigt das Leben des neuen und jungen deutsch-türkischen Miteinanders – und dieses Miteinander ist bunt“, beschreibt Jury-Mitglied Burkhard Nagel die Idee des Magazins.

Nicht zuletzt überzeugte Anna Corves mit ihrem Audio-Beitrag über Schülerinnen und Schüler einer Berufsschulklasse für Kaufleute für Büromanagement, die ein Auslandspraktikum im Heimatland ihrer Eltern, der Türkei, absolvierten.

„Das Praktikum hilft ihnen dabei, ihre Ausbildung in Deutschland als Chance zu begreifen“, erklärte Jury-Mitglied Karl-Heinz Meier-Braun. Auch die Schülerinnen und Schüler empfanden das Praktikum als Bereicherung: „Es war eine sehr schöne Erfahrung, es war sozusagen der erste Schritt in die Selbstständigkeit“, berichtete einer der Schüler bei der Preisverleihung auf der Bühne.

Stimmen und Bilder zur Preisverleihung 2015


Alle Preisträgerinnen und Preisträger 2015 im Überblick

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Kategorie Text

Die Designermöbel der „Refugees Company for Crafts and Design“ sind etwas ganz Besonderes: Das verarbeitete Holz stammt teilweise aus den Schiffwracks vor Lampedusa und stellt damit einen außergewöhnlichen Bezug zu den Möbelbauern her. Felix Rohrbeck berichtet über ein besonderes Start-Up, das in Berlin fünf Flüchtlinge beschäftigt – gegen alle Widerstände. Der Beitrag „Die Möbelbauer von Lampedusa“ (Die Zeit) wird mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Die Preisträger in der Kategorie TextBildzoom
Die Preisträger in der Kategorie Text: Felix Rohrbeck und Vivian Pasquet. Nicht anwesend: Isa Lange.

In dem Text „Studium nach der Flucht: Hundert Mal ‚Nein‘, ein ‚Ja‘ kann dein Leben verändern“ (Magazin der Universität Hildesheim) beschreibt Isa Lange die Erfahrungen von Iman Ziaudin, die in Vorlesungen der Universität Hildesheim Deutsch lernt. Gleichzeitig beschreibt die Autorin, wie Flüchtlingen an der Universität geholfen wird. Für ihre Reportage erhielt sie den zweiten Preis.

Aufgewachsen in Ostanatolien, leitet Aynur Boldaz heute ein Reinigungsunternehmen mit Filialen in Berlin, Istanbul und Ankara. „Eine Frau schwimmt sich frei“ (Brigitte Woman) zeigt das Portrait einer starken Frau, die sich auch für das Thema Inklusion einsetzt. 40 ihrer 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Menschen mit Behinderung. Vivian Pasquet wurde für ihre Arbeit mit dem dritten Preis ausgezeichnet.

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Kategorie Video

Auch in dem Video von Janina Heckmann und Cylène Marcia Stock geht es um „Cucula – das soziale Start-Up von und mit Flüchtlingen“ (Arte). Offiziell dürfen die Flüchtlinge nicht arbeiten, als Lohn erhalten sie Verpflegung, Fahrscheine und juristische Unterstützung. Für ihre Gemeinschaftsarbeit erhielten die Journalistinnen Janina Heckmann und Cylène Marcia Stock den ersten Preis.

Die Preisträger in der Kategorie VideoBildzoom
Die Preisträger in der Kategorie Video. V.l.n.r: Justus Wilhelm, Cylène Marcia Stock, Janina Heckmann und Katrin Rössler.

Daniel Magel kam 1996 mit seinen Eltern aus Kasachstan nach Bremen und bietet heute in einem sozialen Brennpunkt das „Hood Training“ an. Denn durch den Sport hat er seinen Weg gefunden. Justus Wilhelm erzählt in seinem Video 325 Hood Training (radio bremen) von Daniels Leben. Sein Beitrag wurde mit dem zweiten Preis prämiert.

Die Rheinländerin Katrin Rössler portraitiert in „Der Chancengeber“ (WDR) den Unternehmer Abdullah Altun. Er beschäftigt 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter viele junge Menschen, die aufgrund schlechter Schulabschlüsse oder von Suchtproblemen von anderen Unternehmen als „Problemfälle“ nicht eingestellt werden. Für ihr Video erhielt sie den dritten Preis.

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Kategorie Audio

Der erste Preis in der Kategorie Audio wurde in diesem Jahr nicht vergeben.

Der zweite Preis ging an Anna Corves. Eine Klasse angehender türkischstämmiger Bürokaufleute macht sich auf zu einem Praktikum im Heimatland ihrer Eltern. Sie arbeiten dort fünf Monate lang in türkischen Betrieben. In dem Beitrag „Apropos Wirtschaft – Arbeitseinsatz in Izmir“ (rbb) wird geschildert, wie die Berufsschülerinnen und -schüler die Heimat ihrer Eltern entdecken.

Die Preisträgerinnen in der Kategorie AudioBildzoom
Die Preisträgerinnen in der Kategorie Audio: V.l.n.r. Anna Corves und Vanessa Lünenschloß

Als 10-Jähriger kam er mit seinen Eltern aus Jugoslawien nach Deutschland. Heute ist Muamer Babajic „Vollblutunternehmer“. In „Die neuen Unternehmer – Migranten als Firmengründer“ (Bayerischer Rundfunk) erzählt Vanessa Lünenschloß von ihm und weiteren erfolgreichen Gründungen durch Migrantinnen und Migranten. Für ihren Bericht über die Gründer und ihre engagierten Helfer wurde sie mit dem dritten Preis ausgezeichnet.

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Kategorie Multimedia

Ein Preis, aber viele Gewinner: In der Kategorie Multimedia entschied sich die Jury für den 9. Jahrgang der ems – Electronic Media School. Für ihr Abschlussprojekt „Süper Market Berlin“ (suepermarketberlin.de) erhielten die Absolventinnen und Absolventen den ersten Preis. In dem Webprojekt wird gezeigt, wie türkeistämmige Berlinerinnen und Berliner mit ihren Unternehmen zur Wirtschaft Berlins beitragen und das Stadtbild mit prägen.

Die Absolventen des 9. Jahrgangs der ems sind: Martin Adam, Tom Garus, Raphael Jung, Philipp Katzer, Dena Kelishadi, Nina Klippel, Vanessa Klüber, Annika Klügel, Anne Kohlick, Mara Nolte, Mareile Scheidemann, Jonas Schützeberg, Romy Sickmüller, Fabian Stratmann, Stephanie Teistler und Isabelle Wildberger.

Die Preisträger in der Kategorie multimediaBildzoom
Die Preisträger in der Kategorie Multimedia: Der 9. Volontärs-Jahrgang der ems, Redaktion des Onlinemagazins renk und Mariel Müller, Alexandra Reinsberg und Elisabeth Winter.

renk.“ ist Türkisch und heißt auf Deutsch Farbe. Die Grafikdesignerin Melisa Karakus nahm für die Redaktion des Onlinemagazins„renk.“ den zweiten Preis entgegen. Die Redakteurinnen und Redakteure von „renk.“ berichten aus den Bereichen Kunst und Kultur und möchten das schlechte Image des „Klischee-Türken, der ständig in der Presse zu sehen ist“ aufheben.

Die Multimedia-Reportage „Fremde Freunde“ (afk tv) erzählt von zwei Flüchtlingen, die in München ein neues Leben beginnen wollen und dabei von engagierten Menschen unterstützt werden. Der Beitrag ist ein Gemeinschaftsprojekt der Journalistinnen Mariel Müller, Alexandra Reinsberg und Elisabeth Winter und handelt vom Ankommen von Flüchtlingen in Deutschland. Sie erhielten den dritten Preis.

Alle Informationen im Überblick finden Sie auch in unserer Pressemitteilung.

Alle Preisträger 2015Bildzoom
Sie alle haben Bildungswege von Migrantinnen und Migranten sichtbar gemacht: die Preisträgerinnen und Preisträger beim Gruppenfoto mit Staatssekretär Stefan Müller und ihren Protagonisten.