Kurz berichtet in Zeiten von Corona Aktuelle Meldungen aus der Projektarbeit

Deutschlandweit unterstützen JOBSTARTER plus-Projekte kleine und mittlere Unternehmen dabei, ihr Ausbildungsengagement aufrecht zu erhalten oder zu erhöhen. Dies gilt besonders in Zeiten der Corona-Pandemie.

„Kurz berichtet“ gibt einen schnellen Überblick über Neuigkeiten, Ergebnisse und Erfahrungen aus der Arbeit der Projekte.

Regelmäßige Online-Sprechstunden zu außergewöhnlichen Handwerksberufen

Das JOBSTARTER plus-Projekt „Special Craft – Außergewöhnliche Handwerksberufe im Osnabrücker Land“ hat zur Beratung von Ausbildungssuchenden ein neues digitales Format entwickelt. Mithilfe einer Online-Sprechstunde informiert das Projekt Schülerinnen und Schüler über außergewöhnliche Ausbildungsberufe im Handwerk. Denn die berufliche Orientierung der potenziellen Auszubildenden leidet auch weiterhin unter der Corona-Pandemie. Unter anderem, weil Schulpraktika häufig nicht stattfinden können – gerade diese gehören aber zu den ausschlaggebenden Faktoren für eine spätere Berufswahl.

Jeden Dienstag stellt das Projektteam daher über ein Online-Tool spannende Ausbildungsberufe vor und beantwortet im persönlichen Gespräch alle individuellen Fragen zum Thema außergewöhnliche Handwerksberufe in der Region Osnabrück. Neben Einzelgesprächen sind auch Gruppenberatungen möglich. „Uns war es wichtig, ein niedrigschwelliges Beratungsangebot zur Verfügung zu stellen, das keine aufwendige Anmeldung erfordert. Wenn Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, gemeinsam mit Freunden an der Beratung teilzunehmen, baut das oft anfängliche Hemmungen ab und die Erstberatungen sind offener und lockerer“, berichtet Projektleiterin Ireen Mobach.

Besonders freut sich das Projektteam darüber, mit dem Angebot auch auf der Plattform der Ausbildungsregion Osnabrück präsent zu sein, „denn so erreichen wir nicht nur Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Landkreis Osnabrück,“ führt Projektmitarbeiter Jonas Hauschild aus, „sondern auch Eltern und Lehrkräfte, die das Angebot an Interessierte weitertragen, die aber auch selbst herzlich eingeladen sind, an der Sprechstunde teilzunehmen.“ Aber auch in klassischen regionalen Medien, die eher von Eltern, Haupt- und Ehrenamt gelesen werden, wird das Angebot beworben.

Die Ausbildungsregion Osnabrück ist Anfang des Jahres mit ihrer Plattform www.ausbildungsregion-osnabrueck.de online gegangen und verbindet dort alle Akteure des Übergangs Schule – Beruf mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften und natürlich auch mit den Ausbildungsbetrieben der Region. Das Projekt „Special Craft“ nutzt diese Möglichkeiten, um Schülerinnen und Schüler und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren über die Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierewege der weniger bekannten Handwerksberufen, wie etwa Schilder- und Lichtreklamehersteller/innen, Orgelbauer/in oder Orthopädietechnik-Mechaniker/in zu informieren. Dabei ist die Regelmäßigkeit des Angebotes der Schlüssel, um die Zielgruppen zu erreichen.

Zudem finden sich auf der Projekthomepage www.special-craft.de für Ausbildungsinteressierte viele weitere Informationsmaterialien wie Berufsprofile der „Special-Craft-Berufe“, Arbeitsblätter oder ein kurzer Berufswahltest, die die Ausbildungsinteressierten dazu anregen sollen, sich mit ihren eigenen Interessen und Berufswünschen auseinanderzusetzen.

Das Projektteam unterstützt die Ausbildungsinteressierten auch nach der Erstberatung, etwa bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, und stellt den Kontakt zu passenden Betrieben in der Region her. Das ist besonders wichtig, da viele Jugendliche verunsichert sind, ob die Betriebe derzeit überhaupt Praktikums- und Ausbildungsplätze anbieten.

„Insgesamt ist unsere Online-Sprechstunde eine tolle Möglichkeit, Jugendliche über ihre Ausbildungsperspektiven in der Region zu informieren und durch konkrete Unterstützungsleistungen mit unseren ‚Special-Craft-Betrieben‘ in Kontakt zu bringen. So versuchen wir, den Jugendlichen auch ihre coronabedingten beruflichen Zukunftssorgen ein Stück weit zu nehmen“, fasst Ireen Mobach zusammen. Hinzu kommt, dass die Anreise der Ausbildungsinteressierten zur Beratung wegfällt, sodass nichts dagegenspricht, das digitale Format bei den oft weiten Wegen im Landkreis Osnabrück auch nach der Pandemie beizubehalten.

veröffentlicht am 20. April 2021

Intensiver Projektaustausch zu digitalen Veranstaltungen

18 JOBSTARTER plus-Projekte haben sich über die Herausforderungen bei der Durchführung von digitalen Veranstaltungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) während der Corona-Pandemie ausgetauscht und gemeinsam Ideen für die zukünftige Arbeit entwickelt. Im Mittelpunkt der vom JOBSTARTER Regionalbüro Nord organisierten zweitägigen Werkstatt der 5. Förderrunde standen die veränderten Bedingungen durch die derzeitige Krise: Wie können digitale Veranstaltungen erfolgreich durchgeführt werden? Wie sind Betriebe für eine Teilnahme zu gewinnen? Welche konkreten Schritte müssen bei virtuellen Formaten bedacht werden und wie können sie für den Einstieg in einen Beratungsprozess genutzt werden?

„Auch wenn das Thema Digitalisierung schon seit einigen Jahren die Wirtschaft erreicht hat, ist die Anpassung der Ausbildung gerade in kleinen Unternehmen immer noch Pionierarbeit. Deshalb ist der Austausch unter den Projekten über die Erfahrungen und die entwickelten Lösungsansätze ganz entscheidend“, sagte Stephan Dietrich vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Das BIBB habe sich daher von Beginn an entschieden, die Projekte durch offene Austauschformate zu unterstützen. Ziel der insgesamt vier Werkstätten im Jahr 2021 ist es, von den Projekten benannte aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und Lösungsansätze zu entwickeln.

Bei der ersten Werkstatt stellten insgesamt vier Projekte ihre Konzepte für digitale Veranstaltungen vor. In Kleingruppen erarbeiteten die Teilnehmenden zudem entlang der Leitfragen grundlegende Hilfestellungen und tauschten praktische Tipps und Tricks aus. Am ersten Vormittag standen dabei die konkrete Planung, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen im Vordergrund. Am zweiten Tag setzten sich die Teilnehmenden mit der Suche nach attraktiven Veranstaltungsformaten und -themen auseinander.

„Wir sind zwar eigentlich gut aufgestellt, aber es ist sehr wertvoll, in andere Projekte hineinschnuppern zu können. Man stellt nicht nur große Ähnlichkeiten fest, man bekommt auch viele gute Anregungen - in Bezug auf digitale Tools und Veranstaltungsformate, aber auch zu nützlichen Netzwerkpartnern wie dem Schulamt. Man lernt nie aus“, bilanzierte eine Teilnehmerin. In einer weiteren Rückmeldung wurde betont, dass die Werkstatt die Selbstmotivation noch einmal erhöht und Ideen bei der Ansprache von Unternehmen gebracht habe.

Nach intensiven Diskussionen wurden einige grundlegende Erkenntnisse der konkreten Projektarbeit herausgestellt: Für die Betriebe muss auch bei digitalen Veranstaltungen ein direkter Mehrwert gegeben sein. Dazu seien intelligente, schnelle und passgenaue Angebote erforderlich, die genau den Bedarf der Unternehmen bedienen.  Die Teilnehmenden schätzten den Einsatz von digitalen Tools als sehr hilfreich ein, um Betriebe unter den derzeitigen Umständen zu erreichen. Mehrfach wurde außerdem unterstrichen, dass die Unterstützung durch Netzwerkpartner während der Corona-Pandemie noch einmal an Wichtigkeit gewonnen habe.

Fortgesetzt wird die Werkstatt-Reihe im April. Dort stehen Beratungswerkzeuge und -konzepte im Fokus.

veröffentlicht am 7. April 2021

Informatives Werkstattgespräch „EXAM goes digital“

Online-Elternabende und zielgruppenspezifische Tutorials, virtuelle Ausbildungsmessen oder der Einsatz von Sozialen Medien: Externes Ausbildungsmanagement (EXAM) erfordert in Zeiten von Corona viel Engagement und Erfindungsgeist. Drei Projekte der 4. JOBSTARTER plus-Förderrunde stellten bei einem zweistündigen Werkstattgespräch ihre Innovationen bei der Arbeit mit Klein- und Kleinstunternehmen (KKU) vor und gaben damit den Impuls für informative und konstruktive Diskussionen. „Es waren drei tolle Runden mit intensivem Austausch“, sagte Judith Ramrath vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Teilnehmende des Werkstattsgesprächs in der Videokonferenz

Die Teilnehmenden tauschten sich über ihre Konzepte bei der Arbeit mit KKU aus.

JOBSTARTER

Ihr Kollege Dr. Daniel König hatte in seiner Begrüßung das Grundproblem skizziert. „Die Pandemie hat im vergangenen Jahr unser aller Leben – privat wie beruflich – von der einen auf die andere Sekunde verändert. Die klassischen Veranstaltungen sind ausgefallen, es gibt seit einem Jahr keine Ausbildungsmessen mehr“, sagte König. Zudem sei der Zugang zu den Schulen nahezu unmöglich, der Zugang zu Betrieben sehr schwierig. Dennoch hätten alle Projekte sehr schnell und kreativ auf die Krise reagiert. Insgesamt wurden beispielsweise etwa 2.000 KKU von den Projekten im Jahr 2020 unterstützt. Man hat gesehen, dass sie erfinderisch gewesen sind und zielgerichtet agiert haben“, sagte Ramrath.

Beispielhaft dafür stellten drei Projekte ihre digitalen Konzepte den Teilnehmenden vor. Silke Waterstrat vom Projekt „Q-net Handwerk – Qualität für ausbildende Betriebe“ erläuterte, man habe während des ersten Lockdowns sehr schnell überlegt, wie man weiterhin Kontakt halten und Hilfe anbieten könne. „Es entstand daraus die Idee, Tutorials für die unterschiedlichen Zielgruppen zu erstellen“, sagte Waterstrat. Diese Videos richten sich an Betriebe, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern, können aber auch von Lehrkräften im Unterricht eingesetzt oder auf der Schulhomepage eingestellt werden.

Besonderes Interesse rief das Format eines digitalen Elternabends hervor, auf dem sich Betriebe auf der einen sowie mögliche Interessenten und deren Eltern auf der anderen Seite kennenlernen konnten. Dieses Angebot soll auch nach der Pandemie weiter genutzt werden, man habe, so Waterstrat, deutschlandweit Nachfragen dazu bekommen: „Dies ist ein Format, mit dem man sehr gut an Eltern herankommt.“

Ralf Ems vom Projekt „IZSZ? In ZUkuNFT steckt ZUNFT“ stellte die Erfahrungen bei der Organisation von virtuellen Ausbildungsmessen vor. So müssten die technischen Voraussetzungen bei den Schulen stimmen, gleichzeitig aber auch Betriebe von den Vorteilen der Formate überzeugt werden. Und diese gibt es: Der zeitliche und technische Aufwand für die Unternehmen ist gering. Man müsse zudem die Chancen der Neuerungen herausstellen. Dafür „sehen Schüler live, was möglich ist“, sagte Ems: „Ein junger Mensch erzählt jungen Menschen, wie der Beruf ist – und was das Tolle an seinem Betrieb ist.“

Wie der Einsatz von Social Media in der Projektarbeit aussehen kann, verdeutlichte Luise Hellwig von „MUT zur Ausbildung“. Die Ziele des Instagram-Accounts seien die Bekanntheit des Projekts steigern, Einblicke in die konkrete Arbeit liefern und Informationen über grüne Berufe vermitteln. Durch Corona habe man sich, so Hellwig, noch einmal stärker auf den Auftritt im Sozialen Netzwerk fokussiert. Beispielsweise werden in dem Format „Deine Chance der Woche“ Ausbildungsbetriebe vorgestellt. Die Erfahrung sei, dass die Zahl der Betriebe auf Instagram steige. Es seien Betriebe auch über Instagram erstmals überhaupt auf das Projekt aufmerksam geworden. Die direkte Ansprache von Jugendlichen gestalte sich allerdings schwierig, die meisten Interaktionen gingen auf das Konto von Netzwerkpartnerinnen und -partnern.

Nach den Vorträgen konnten die insgesamt 44 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei wechselnden Kleingruppen über ihre Erfahrungen aus der Praxis diskutieren. Und der Austausch geht auch über das Werkstattgespräch hinaus weiter: Neben der Möglichkeit, über die Plattform www.ueberaus.de in Kontakt zu bleiben, kündigte Dr. König bereits an, dass die Planungen für eine weitere Veranstaltung in diesem Jahr bereits laufen.

veröffentlicht am 26. März 2021

Von JOBSTARTER plus-Projekt unterstützter Betrieb im ZDF

Mit ihren Schwierigkeiten ist Daniela Russo vom Vital Sanitätshaus nicht alleine. Bis zu sechs Ausbildungsplätze kann der Betrieb mit 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in seinen Filialen im Rheinland anbieten – bisher gibt es aber nur eine Bewerbung. Das Problem, das in Zeiten von Corona auch andere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) kennen und das Russo in der ZDF-Sendung verdeutlichte: Wie kommen Betriebe mit potenziellen Auszubildenden in Kontakt?

Genau hier setzt das JOBSTARTER plus-Projekt „Start ME“ an. „Die Betriebe benötigen in diesen Zeiten sehr einfache und zielgerichtete Unterstützung“, sagt Ausbildungslotse Markus Meurer: „Das Projekt Start ME bietet den Klein- und Kleinstunternehmern im Kreis Mettmann ein breitgefächertes Angebot mit individueller und schneller Hilfe an.“ Das Ziel sei es, Unternehmen und Jugendliche zusammenzubringen.

Auch Daniela Russo hat diese Unterstützung in der Vergangenheit bei verschiedenen Möglichkeiten genutzt, Betrieb und Projekt haben engen Kontakt. „Ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht und halte es für gelungen. Wir haben beispielsweise an einem ‚Speed Dating‘ teilgenommen“, erklärt Russo.

Bei diesem digitalen Format können Unternehmen und potenzielle Auszubildende einen ersten Eindruck voneinander bekommen. „Wir sind digital sehr gut aufgestellt und können Betriebe auf der einen sowie Bewerberinnen und Bewerber auf der anderen Seite professionell beraten und zusammenbringen“, sagt Meurer. Im Fall des Vital Sanitätshauses mit Erfolg, letztlich führte die Maßnahme zu zwei Ausbildungsverträgen.

Eine Fortsetzung ist dabei nicht ausgeschlossen. Auch jetzt ist bei Russo die Bereitschaft wieder vorhanden, über ein virtuelles Format auf Auszubildendensuche zu gehen. Diesmal beim „digitalen Blinddate – dem besonderen Flirt mit den Jobstartern“.

von Dominik Kortus

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Zum Projektsteckbrief „Start ME“ 
Zum Beitrag im ZDF (5:42 bis 7:51)

veröffentlicht am 24. März 2021

Erste Online-Veranstaltungen zum Azubimarketing im Handwerk erfolgreich

Wie gelingt es in diesem Jahr auch ohne persönlichen Kontakt, Ausbildungsbetriebe und Bewerberinnen und Bewerber zusammenzubringen? Rechtzeitig vor dem Start des Ausbildungsjahres 2020 hat das JOBSTARTER plus-Projekt „MAQIH – Mehr Ausbildungsqualität im Hamburger Handwerk“ ein neues Online-Format entwickelt. Zwei Handwerksbetriebe gingen am 16. und 18. Juni 2020 erstmals aktiv online auf Bewerbersuche.

In Form eines Videointerviews stellten sich die Handwerksbetriebe den Jugendlichen vor und gaben einen realistischen und spannenden Einblick in den Arbeitsalltag und die Berufsbilder Anlagenmechaniker/-in SHK und Elektroniker/-in. Die Jugendlichen konnten über den Chat ihre Fragen direkt an die Betriebe richten. Außerdem standen die Ausbildungsvermittler des ESF-Projektes „INa – Integrierte Nachwuchsgewinnung im Handwerk“ der Handwerkskammer Hamburg für Fragen zur Verfügung und informierten zusätzlich rund um die Themen Ausbildung im Handwerk, Bewerbung und Karriereperspektiven.

Trotz der erschwerten Situation bieten die meisten Handwerksbetriebe auch in diesem Jahr Lehrstellen an. Rund 600 freie Lehrstellen waren Anfang Juli noch in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Hamburg zu finden. 

Da Berufsmessen ausfallen und Praktika nur unter bestimmten Bedingungen stattfinden können, sind viele Betriebe offen für digitale Angebote zur Bewerbersuche und sehen die Vorteile: Zum einen bietet sich für sie die Möglichkeit, neue Erfahrungen im Umgang mit digitalen Formaten zu machen und sich als Betrieb weiterzubilden. Zum anderen erreichen sie auf diese Weise potentielle Azubis bequem aus der Werkstatt, während die Jugendlichen ihr Smartphone nutzen.

Eingebunden waren die Veranstaltungen in die Woche der Ausbildung 2020, die gemeinsam von der Jugendberufsagentur, der Handelskammer und der Handwerkskammer Hamburg organisiert wurde.

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veröffentlicht am 09. September 2020 

Parlamentarischer Staatssekretär besucht Projekt

Am „Tag der Ausbildungschance", dem 5. Juni 2020, hat der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Thomas Rachel, MdB, das JOBSTARTER plus-­Projekt „ALEXA - Ausbildung in Lippe EXAm" in Detmold besucht, um sich über die Folgen der Corona-Pandemie für den Ausbildungsmarkt in der Region zu informieren. Neben dem ALEXA-­Projektleiter Thorsten Brinkmann und einem AZUBI-Coach des Projekts, Heike Görder, nahmen die lippischen Mitglieder des Bundestages Kerstin Vieregge und Christian Haase sowie der Schulleiter des Lüttfeld-Berufskollegs Manfred Kreisel an dem Gespräch teil.

„Mit dem Projekt Ausbildung in Lippe mit externem Ausbildungsmanagement, kurz ALEXA, ist Lippe sehr gut aufgestellt", sagte der Parlamentarische Staatsekretär Thomas Rachel. Für ihn stehen derzeit nicht nur große Betriebe im Fokus, sondern gerade kleine und Kleinst-Betriebe benötigten gezielte Hilfe und Unterstützung. Das Jobstarter plus-Projekt bietet AZUBI-Coaches am Lemgoer Berufskolleg Lüttfeld an. Der AZUBI-Coach des JOBSTARTER plus-Projekts arbeitet mit dem Lemgoer Berufskolleg Lüttfeld zusammen und vermittelt Jugendliche nicht nur in Ausbildung, sondern betreut auch die Ausbildungsbetriebe. „Der Einsatz eines AZUBI-Coachs ist äußerst sinnvoll - und wünschenswert für alle Berufskollegs und viele abgebende Schulen", so Thomas Rachel. Manfred Kreisel und Heike Görder sehen gerade in diesem Schuljahr besonderen Handlungsbedarf: „Einzelne Branchen sind im Bereich der Ausbildung nach wie vor stark, bei anderen steht es derzeit total in den Sternen, wie es weitergeht." Für Jugendliche die vom Projekt betreut werden, sei diese Unsicherheit auch menschlich belastend. Um Jugendliche zu unterstützen hat das Projekt eine Broschüre entwickelt, die sich mit 20 plus einem Tipp an ausbildungswillige Jugendliche richtet.

Um die Ausbildung während der Corona-Pandemie zu stärken, hat die Große Koalition beschlossen, dass kleine und mittelständische Unternehmen, die durch die Pandemie besonders betroffen sind, für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro erhalten.

Diejenigen dieser Unternehmen, die die Zahl ihrer Ausbildungsplätze erhöhen, bekommen sogar 3.000 Euro pro Platz. „Es gilt jetzt, jeweils regional und branchenspezifisch zu agieren", so Rachel. AZUBI-Coach Görder und Projektleiter Brinkmann zeigten sich zuversichtlich, dass diese finanzielle Unterstützung eine direkte Hilfe für Betriebe und damit auch die Jugendlichen sein wird.

Gruppenfoto vom Besuch des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Projekt ALEXA.

v.l.n.r. Christian Haase (MdB), Kerstin Vieregge (MdB), Thomas Rachel (BMBF), Thorsten Brinkmann (ALEXA), Heike Görder (ALEXA) und Manfred Kreisel (Lüttfeld BK)

GILDE Lippe-Detmold GmbH

veröffentlicht am 23. Juni 2020 

Projekt nutzt in der Krise digitale Veranstaltungsformate

Am 10. Juni 2020 fand das digitale Speed Dating des JOBSTARTER plus-Projekts „ask for change II“ statt. Die Veranstaltung richtet sich an Studierende, Studienzweiflerinnen und -zweifler sowie Unternehmen. Das Ziel ist, Betriebe bei der Besetzung von vakanten Arbeits- und Ausbildungsplätzen zu unterstützen und sie mit interessierten jungen Menschen zusammen zu bringen.

Das Speed Dating fand bereits im vergangenen Jahr als Präsensveranstaltung an der Hochschule Wismar statt und war sehr erfolgreich. Deshalb war eine Wiederholung für das laufende Jahr fest eingeplant. Da aber aufgrund der aktuellen Situation keine Präsenzveranstaltungen möglich sind, entschied sich das „ask for change II“-Team für eine digitale Variante. Dazu wurde die Kommunikationsplattform Zoom genutzt. Die digitale Durchführung hat den Vorteil, dass für die Unternehmensvertreterinnen und -vertreter eine zeitintensive Anreise entfällt und die Studierenden Zuhause in ihrer gewohnten Umgebung selbstsicherer auftreten.

Im Minutentakt hatten 19 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter, Studierende, Studienaussteiger/-innen sowie Absolventinnen und Absolventen mit spannenden Portfolios und Mentees die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und sich über Einstiegs- und Umstiegsoptionen zu informieren. Auch Vertreter der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer standen für eine Beratung bereit. Das bekannte Format in neuem Gewand wurde von den Teilnehmenden sehr positiv bewertet, weshalb eine Fortsetzung nicht ausgeschlossen ist.

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 veröffentlicht am 19. Juni 2020

JOBSTARTER plus-Projekte gehen in der Corona-Krise neue Wege

Die Corona-Krise wirkt sich auf die Arbeit der JOBSTARTER plus-Projekte unmittelbar aus: Persönlicher Kontakt ist auf ein Minimum reduziert, Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sind im Home-Office, Veranstaltungen fallen aus, Berufsschulen sind geschlossen, Betriebe melden Kurzarbeit an und haben finanzielle Sorgen.

Corona-Krise schränkt Projekt-Arbeit ein

Für die Projekte bedeutet dies: Sie sind in ihrer Arbeit stark eingeschränkt. Schließlich ist der persönliche Kontakt und die Beratung vor Ort im Betrieb wesentlich für die Arbeit der JOBSTARTER plus-Projekte. Auch Netzwerkarbeit ist schwierig, wenn der Ausbilderstammtisch nicht stattfinden kann oder die Ausbildungsmesse zum Azubimarketing abgesagt ist. Hinzu kommt: Manche Betriebe haben finanzielle Sorgen und zum Teil gerade kein offenes Ohr für Beratungsangebote zum Thema Ausbildung.

Claudia Laubenstein vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) fordert die Projekte auf, zu dokumentieren, wie die Situation ihre Arbeit verändert: „Was ist schwierig? Was sind die Bedarfe? Was können Sie anbieten? Wo muss umgesteuert werden?“ All dies ist wichtig und interessant, um auf die Herausforderungen reagieren zu können.

Projekte entwickeln kreative Lösungen

Viele Projekte entwickeln in dieser Situation kreative Lösungen, um Betrieben Informationen zum Thema Ausbildung in der Corona-Krise anzubieten. Die Fragen liegen auf der Hand: Was heißt es für den Azubi, wenn die Berufsschule geschlossen ist? Dürfen Auszubildende in Kurzarbeit gehen? Finden Prüfungen statt? Mit solchen Fragen meldeten sich Betriebe beim Projekt „MACHEN – Mit Ausbildung Chancen im Handwerk ergreifen und nutzen“ der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz in Regensburg.

Daraus entstand die Idee, die wichtigsten Fragen und Antworten in einem FAQ zu bündeln und an die beratenen Betriebe zu verschicken. „Wir signalisieren den Betrieben: Wir unterstützen euch weiterhin in Fragen der Ausbildung“, sagt Projektleiterin Stefanie Sommer. Viele Projekte verfahren ähnlich und verschicken spezielle Newsletter und Mailings oder stellen Informationen auf ihrer Website zusammen:

FAQ des Projektes „Q-net Handwerk“ auf der Website der HWK Unterfranken

Das Projekt „Fit in Ausbildung; Perspektive 4.0“ der GBFW Gesellschaft für berufliche Förderung in der Wirtschaft in Köln geht einen Schritt weiter und hat ein Erklärvideo erstellt mit Tipps für Ausbilder/-innen zu Informationsangeboten, Webinaren, Kommunikationstools für Videokonferenzen, technischer Ausstattung und Möglichkeiten zur digitalen Organisation und Lernplattformen.

Digitalisierung ermöglicht neue Wege

Viele Projekte gehen in der Situation neue Wege: So möchte das Projekt „Ausbildung Ahoi! – Segel setzen für Industrie 4.0“ der Technischen Akademie Nord aus Kiel Betrieben gezielt Unterstützung anbieten, Bewerbungsgespräche virtuell zu führen mit Hilfe von Video-Tools. „Vielleicht ist es kein schlechter Zeitpunkt, um das Thema Digitalisierung anzusprechen, weil es gerade sehr wichtig ist“, sagt Projektleiterin Sabine Kubisch.

In dieselbe Richtung plant auch „Fit in Ausbildung; Perspektive 4.0“: „Wir testen Tools, um unseren Ausbilderstammtisch virtuell abzuhalten oder um Webinare für Betriebe anbieten zu können. Für Webinare brechen wir gerade die Konzepte von Präsenz-Workshops herunter“, berichtet Projektleiterin Danuta Fuchs. Auch Stefanie Sommer nennt Beratungsgespräche per Videokonferenz oder Webinare für Betriebe als Optionen, falls die Kontaktbeschränkungen länger bestehen. Hierfür müsste aus ihrer Sicht auch der Bedarf der Betriebe ermittelt werden.

Claudia Laubenstein ermutigt die Projekte, die neuen Wege weiterzugehen: „Machen Sie das Beste aus der Situation und probieren Sie Dinge aus. Es war schon immer eine Stärke des Programms JOBSTARTER plus, auf Neuerungen reagieren zu können.“ 

Von Benjamin Dresen

veröffentlicht am 14. April 2020