Effizient und nachhaltig: Ausbildungsnetzwerke

Regionale Potenziale nutzen und Synergien schaffen – vernetzen sich Akteure der beruflichen Bildung miteinander, führt dies zu langfristig starken Ausbildungsstrukturen. Wissen zu bündeln, lohnt sich auch in überregionalen Branchennetzwerken.


Junge Frau steht in einem Serverraum an einer Schaltkonsole, in der viele bunte Kabel stecken. Dazu der Slogan: Hier wird Wissen transportiert. Denise Düren macht eine Ausbildung zur Fachinformatikerin Systemintegration.

Die aktuelle Situation der Ausbildung diskutieren, gemeinsame Lösungsstrategien entwickeln oder sich über Erfahrungen austauschen – Netzwerkarbeit ist ein zentraler Bestandteil effektiver Projektarbeit. In Workshops, Expertenrunden oder bei Stammtischen geben die Akteure ihr Know-how weiter oder beraten sich gegenseitig bei bestimmten Problemen. Regionale Ausbildungsnetzwerke stärken somit alle Beteiligten – und damit auch die gesamte regionale Ausbildungsstruktur. Daher fördert JOBSTARTER Projekte, die Konzepte und Strategien zur Vernetzung von Akteuren entwickeln.

Abgucken erlaubt

Weibliche Hand steckt ein Kabel in ein elektronisches Gerät in einem Serverraum.Bildzoom
Immer gut verbunden: Stabile Netzwerke für Ausbildung sichern den Informationsfluss.

Seien es fehlende Ausbildungsplätze oder Mangel an Nachwuchsfachkräften – die Probleme der einzelnen Akteure innerhalb einer Region sind oft ähnlich. Ausbildungsnetzwerke transferieren und archivieren Lösungsstrategien. Doppelstrukturen werden vermieden und Energien gebündelt. Kommen Akteure aus unterschiedlichen Kontexten wie Betrieb, Schule und Arbeitsagentur zusammen, sind die Lösungsstrategien in den meisten Fällen umfassender: Sie sind breiter gefächert, berücksichtigen alle relevanten Aspekte und sind dadurch oftmals in der gesamten Region anwendbar. Außerdem lassen sich viele Herausforderungen gemeinsam effektiver bewältigen als allein.

Regional stark

Übergeordnetes Ziel eines Ausbildungsnetzwerkes ist die Stärkung der regionalen Ausbildungsstruktur und damit des gesamten Wirtschaftsstandortes. Dies geschieht nicht nur über die Generierung eines gemeinsamen Wissenspools. Netzwerkpartner unterstützen sich darüber hinaus zum Beispiel durch eine Ausbildung im Verbund, durch gemeinsame Aktionen im Berufemarketing oder Gemeinschaftsstände auf Ausbildungsmessen.

Thematische Netzwerke

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Geballtes Know-how: In stabilen Ausbildungsnetzwerken wird Wissen bewahrt und weitergegeben.

Ausbildungsnetzwerke können lockere, flexible Zusammenschlüsse mit überwiegend informellem Charakter oder auch strategisch ausgerichtete Kooperationen sein. Neben regionalen Netzwerken gibt es auch überregionale, meist thematisch ausgerichtete Netzwerke.

In solchen Branchennetzwerken haben sich insbesondere forschungsnahe, technologieorientierte sowie beschäftigungsintensive Branchen organisiert. Dies ermöglicht es, sich auf branchenspezifische Schwierigkeiten zu fokussieren und hierfür spezialisierte Lösungsstrategien zu entwickeln.

Überregionale thematische Netzwerke begünstigen außerdem ein enges Zusammenspiel von Forschung und Unternehmen. Dadurch partizipieren alle Partner direkt an neuen Entwicklungen und deren praktischer Umsetzung. Dies ist gerade in den Wachstumsbranchen mit hohem Fachkräftebedarf wie Gesundheitswesen, Erneuerbare Energien, Logistik oder Tourismus relevant. „My Plastics“, eines der federführende Projekte, erlangte sogar für seine herausragende Netzwerkarbeit im Wettbewerb „Kompetenznetzwerke 2012“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie den ersten Platz.

Branchennetzwerk JOBSTARTER-Kunststoffallianz

Ein sehr gutes Beispiel für ein überregionales Netzwerk ist auch die JOBSTARTER-Kunststoffallianz.

Die JOBSTARTER-Kunststoffallianz ist ein Netzwerk für innovative Berufsbildung in der deutschen Kunststoffindustrie. Im Fokus der Allianz stehen der fachliche Austausch und die Netzwerkarbeit über Fragen der Berufsausbildung in dieser Branche. Darüber hinaus werden alle aktuellen Bereiche der Fachkräftesicherung in der Kunststoffbranche in Deutschland thematisiert, zum Beispiel Herausforderungen wie das Branchenimage, ein gutes Berufemarketing oder die Ausbildungssituation.

Gegründet wurde die JOBSTARTER-Kunststoffallianz im Jahr 2010 von vier JOBSTARTER-Projekten, die auf die Verbesserung der Ausbildungsstrukturen für die Kunststoffbranche zielten. Zwei weitere Projekte wurden Teil der Allianz. Mittlerweile sind alle Projekte ausgelaufen. Die Kunststoffallianz wird seitdem von den sechs Allianzpartnern fortgeführt. Die JOBSTARTER-Regionalbüros Ost und Süd unterstützen die Kunststoffallianz fachlich und organisatorisch.

Deutschlandkarte: Darstellung von sechs Projekt-StandortenBildzoom
Von Aachen bis Bautzen: die Standorte der zehn Allianzpartner der JOBSTARTER-Kunststoffallianz
Weitere Informationen über die Angebote der sechs Allianzpartner sowie Kontaktdaten