Partnerschaft: Berufsschule – Unternehmen

Ausbildende Unternehmen und Berufsschulen sind Partner mit einem gemeinsamen Ziel. Wenn sie gut zusammenarbeiten, schaffen sie die Basis für eine erfolgreiche Ausbildung.

Wenn die Ausbildung ein Erfolg werden soll, müssen Berufsschulen und Unternehmen miteinander sprechen. Spätestens wenn Probleme auftauchen, sollten beide Seiten gemeinsam nach Lösungen suchen. Doch grundsätzlich macht es von Beginn an Sinn, sich abzustimmen – über Anwesenheitszeiten, Inhalte sowie über den Lernstand und eventuelle Fehlzeiten. Diese Erfahrung hat auch Ebru Tuncay, Inhaberin von YUVAM Immobilien, gemacht:

Zeitliche Abstimmung

Berufsschulen bieten oft unterschiedliche Zeitmodelle an: Der Teilzeitunterricht findet über das ganze Jahr an ein bis zwei Wochentagen statt. Vollzeit- oder Blockunterricht bedeutet hingegen, dass die Auszubildenden über mehrere Wochen oder Monate ganztägig die Berufsschule besuchen; die übrige Zeit im Jahr verbringen sie dann im Unternehmen. Auch Mischformen sind möglich.

Dabei dauern Berufsschultage meist volle acht Unterrichtsstunden. Es sind aber auch andere Regelungen möglich, wenn sich Berufsschule und Unternehmen absprechen. Damit alle Beteiligten längerfristig planen können, müssen die Schulen ihre Unterrichtszeiten rechtzeitig bekanntgeben.

Durch diese verlässlichen und flexiblen Regelungen können Unternehmen die für sie beste Lösung finden.

Inhaltliche Abstimmung

Im dualen System vermitteln die Berufsschulen prinzipiell die theoretischen Ausbildungsinhalte. Dazu gehören die fachlichen Kenntnisse, die Auszubildende für ihren Beruf brauchen. Außerdem erweitert die Berufsschule die allgemeine Bildung, etwa um Deutsch- und Fremdsprachenkenntnisse oder Grundlagen von Politik und Wirtschaft. Die Unternehmen hingegen sind vorrangig für die Praxis zuständig. Sie fördern und entwickeln die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die junge Menschen für ihren zukünftigen Beruf brauchen. Dazu zählen zum Beispiel der Umgang mit der üblichen Technik, die Kundenbetreuung und das Management alltäglicher Situationen.

So klar die Aufgabenteilung zwischen Berufsschule und Unternehmen erscheint: Im Alltag ist die Grenze oft unscharf. Denn die Auszubildenden sammeln an beiden Lernorten theoretisches und praktisches Wissen. So bieten Berufsschulen teilweise praktische Trainings in Lehrwerkstätten an. Und Unternehmen erläutern ihren Auszubildenden fallbezogen auch theoretische Inhalte.

Umso wichtiger ist es, dass sich die Partner regelmäßig über die Inhalte abstimmen. So können sich zum Beispiel die Klassen im Unterricht mit echten Kundenaufträgen beschäftigen. Andersherum können Unternehmen auch bei Schulprojekten mitmachen. Diese Verzahnung von Theorie und Praxis motiviert die Auszubildenden, aber auch Lehrkräfte sowie Ausbilderinnen und Ausbilder im Unternehmen.

Information über Lernstand und Fehlzeiten

Zum Ende jedes Schuljahres und jedes Schulhalbjahres bekommen die Auszubildenden von ihrer Berufsschule ein Zeugnis. Es zeigt den Unternehmen den Lernstand und auch eventuelle Wissenslücken und Schwierigkeiten. Um nichts zu verpassen und ihre Auszubildenden zu fördern, sollten Unternehmen aber schon vorher Kontakt mit der Berufsschule aufnehmen. Die Noten ihrer Auszubildenden können Unternehmen jederzeit abfragen.

Nicht nur von den schulischen Leistungen dürfen und sollten Unternehmen regelmäßig erfahren. Die Berufsschule hat auch die Pflicht, eventuelle Fehltage oder einzelne versäumte Unterrichtsstunden mitzuteilen. Umgekehrt macht es Sinn, dass die Ausbilder und Ausbilderinnen der Berufsschule Bescheid geben, wenn der oder die Auszubildende länger im Unternehmen fehlt.

Tipp: Unternehmen sollten auf jeden Fall Kontakt zu den Berufsschullehrerinnen und -lehrern aufnehmen. Diese sind immer bereit für ein Gespräch – an den Sprechtagen oder außerhalb der Reihe, telefonisch oder vor Ort.