29.06.2016 | Berlin

Refugees in der Ausbildung

Mehr als 800 Geflüchtete informierten sich im Berufsinformationszentrum (BIZ) über Ausbildungsangebote – ein neues Format und eine besondere Zusammenarbeit zeigen den Erfolg.


„Refugees in der Ausbildung“  ̶  eine der bundesweit größten Ausbildungsmessen für Geflüchtete  ̶ fand am 16. Juni 2016 im Berufsinformationszentrum (BIZ) der Agentur für Arbeit in Berlin Mitte statt. Eingeladen hatten die KAUSA Servicestelle Berlin, die Agentur für Arbeit Berlin Mitte und der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg.

Zwei Männer und zwei Frauen im GesprächBildzoom
V.l.n.r: Elisabeth von Ritter, Thomas Sondermann, Nihat Sorgeç und Gerburg Benneker im Gespräch.

Der Leiter der Unterabteilung der Beruflichen Bildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Thomas Sondermann, der die teilnehmenden Unternehmerinnen und Unternehmer begrüßte, war nicht nur beeindruckt von der Vielzahl der jungen und interessierten Flüchtlinge sondern auch vom Ausbildungsengagement der rund 30 anwesenden Unternehmen.

Idee und Konzept gingen auf: durch intensive Vorbereitung und durchdachte Umsetzung wurden die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt.

Vorbereitende Gespräche mit den für die Geflüchteten Verantwortlichen aus den Berliner Gemeinschaftsunterkünften und Oberstufenzentren im Vorfeld, persönliche Ansprache der Verantwortlichen in den ausgewählten Betrieben verschiedenster Branchen und wöchentliche Abstimmungstreffen der drei Partner dokumentieren die einmalige Zusammenarbeit.

Zwei Frauen und ein Mann am Messestand der von interessierten Besuchern umringt wirdBildzoom
Friseur Civan Ucar und seine Mitarbeiterinnen am Messestand.

Zur Messe selbst kamen die Geflüchteten, häufig begleitet von Betreuerinnen und Betreuern, meist in Kleingruppen, um sich an den Ständen über die Ausbildungsberufe zu informieren. Bei Interesse an einer Ausbildung bei den einzelnen Unternehmen konnten sie sich auf vorbereiteten Kontaktbögen bewerben.

Civan Ucar, Geschäftsführer eines Friseursalons, berichtete, dass er zum weiteren Kennenlernen zu regelmäßig stattfindenden Sprechstunden in sein Unternehmen einladen wird.

Hagen Tuschke vom Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH will alle 40 jungen Menschen, die sich für eine Ausbildung im Gesundheitsbereich bei ihm auf der Messe beworben haben zu einem Kaffee einladen. Er möchte auf diesem Weg weiter mit den Interessierten im Austausch bleiben und mehr über Praktika und Ausbildung im Unternehmen erzählen.

Begleitend zur Messe wurden Informationsveranstaltungen über die duale Berufsausbildung angeboten, bei der u.a. Auszubildende, die selbst nach Deutschland geflüchtet sind, von ihren ersten Erfahrungen bei der Ausbildungsvorbereitung berichteten. Übersetzt wurde die Infoveranstaltung ins Arabische, Farsi und Englische.

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Auch zu rechtlichen Fragen konnten sich die Teilnehmer/-innen an den Ständen informieren.

Es waren auch viele Kooperationspartner wie „bridge  ̶  das Berliner Netzwerk für Bleiberecht“ oder das „NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) vor Ort. Die Geflüchteten konnten sich bei Ihnen zu rechtlichen und fachlichen Fragestellungen beraten lassen oder sich über ihre besonderen Unterstützungsangebote informieren.

Abschließend informierte die Agentur für Arbeit alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber über Unterstützungs- und Finanzierungsmöglichkeiten beim Ausbilden von Flüchtlingen.

Der Erfolg spricht für sich: es konnten bereits elf Praktikums- und Ausbildungsverhältnisse angebahnt werden, weshalb die nächste Veranstaltung für Anfang 2017 auch bereits in Planung ist.