Was muss ich tun, um ausbilden zu können?

Wer ausbilden möchte, muss zwei Voraussetzungen erfüllen. Für Unternehmen mit wenig Ausbildungserfahrung oder speziellen Bedürfnissen gibt es besondere Möglichkeiten.


Vielen Unternehmerinnen und Unternehmern erscheint der Weg zum ausbildenden Unternehmen unübersichtlich und kompliziert. Haris Nadi, Inhaber der HMK – Hamburger Masskonfektion, berichtet allerdings von einer etwas anderen Erfahrung:

Grundsätzlich stellt die zuständige Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer fest, ob sich ein Unternehmen als Ausbildungsstätte eignet. Formal geschieht dies erst, wenn die zuständige Kammer den Lehrvertrag registriert. Dennoch sollte ein Unternehmen sich bereits sehr früh darüber informieren, ob es sich als Ausbildungsstätte eignet. Dafür muss es folgende Voraussetzungen erfüllen:

Erstens: Die geeignete Betriebsstätte

Die Auszubildenden sollen alles, was sie für ihr späteres Berufsleben brauchen, im Unternehmen lernen können. Auszubildende brauchen einen eigenen Arbeitsplatz. Ein Unternehmen, das ausbilden möchte, muss deshalb die geeignete Einrichtung haben. Je nach Beruf gibt es hierfür eine bestimmte Ausstattung, die mindestens vorhanden sein muss (Räume, Maschinen, Geräte oder Werkzeuge). Die Auszubildenden sollen mit aktuellen technischen Geräten und Hilfsmitteln arbeiten können – es muss aber nicht die modernste Technik sein. Ein Beispiel: Wer eine Bürokauffrau oder einen Bürokaufmann ausbilden möchte, muss einen Computer nutzen können – es braucht aber nicht der allerneueste PC zu sein.

Doch auch Unternehmen, die einige Inhalte der Ausbildungsordnung nicht selbst vermitteln können, dürfen unter Umständen ausbilden. In überbetrieblichen Berufsbildungsstätten können Auszubildende die fehlenden Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben. Vor allem Handwerksbetriebe nutzen dieses Angebot gerne.