Wer unterstützt mich während der Ausbildung?

Wer ausbildet oder ausbilden will, kann auf Hilfe und Förderung bauen. Für Unternehmen und ihre Auszubildenden gibt es viele Unterstützungsangebote.

Es gibt viele Förder- und Hilfsangebote, die sich an die Auszubildenden richten. Dazu zählen zusätzlicher Unterricht und individuelles Coaching, Sonderformen der Ausbildung und finanzielle Hilfen. Von diesen Leistungen profitieren ausbildende Unternehmen meist indirekt. Gleichzeitig gibt es verschiedene Anlaufstellen, die Informationen und Beratung für Unternehmen bereitstellen.

Information und Beratung

Für Auskünfte, detaillierte Informationen und persönliche Beratungsgespräche können sich Unternehmen unter anderem an folgende Ansprechpartner wenden:

Kammern

Die Kammern (meist Industrie- und Handelskammern oder Handwerkskammern) beschäftigen Ausbildungsberaterinnen und -berater. Diese beraten sowohl Ausbilderinnen und Ausbilder als auch Auszubildende und deren Eltern bei allen Fragen zum Thema Ausbildung. Dazu gehören die nötigen Voraussetzungen genauso wie die Durchführung der Ausbildung.

Für Haris Nadi, Geschäftsführer der HMK – Hamburger Masskonfektion, sind die Kammern ein ganz entscheidender Faktor auf dem Weg zum ausbildenden Unternehmen:

Bundesagentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt Unternehmen im Rahmen ihres Arbeitgeber-Services auf dem Weg zur Ausbildung. Der Arbeitgeber-Service erläutert wichtige Voraussetzungen für die Ausbildung, hilft bei der Vorauswahl von Bewerberinnen und Bewerbern und begleitet die Stellenbesetzung.

KAUSA Servicestellen

An über 20 Standorten in ganz Deutschland stehen KAUSA Servicestellen als direkte Ansprechpartner vor Ort bereit. Sie informieren und beraten Selbstständige, Jugendliche und Eltern mit Migrationshintergrund sowie junge Flüchtlinge in allen Fragen rund um die Ausbildung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben eine erste Hilfestellung und vermitteln Interessenten anschließend an die entsprechenden Stellen – zum Beispiel an die Kammern oder die Agenturen für Arbeit. Außerdem knüpfen die KAUSA Servicestellen Kontakte und betreuen ausbildende Unternehmen oft persönlich über längere Zeit.

Weitere Informationen zu den KAUSA-Servicestellen

Zusätzlicher Unterricht und Coaching

Schlechte Noten sind ein Warnsignal. Wenn junge Menschen in der Ausbildung oder in einer Einstiegsqualifizierung Schwierigkeiten mit dem Lernen haben oder wenn ihnen wichtige Kenntnisse fehlen, sollte etwas unternommen werden. Auch persönliche Probleme gefährden die Ausbildung. In diesen Fällen können zusätzliche Unterrichtsstunden im Rahmen ausbildungsbegleitender Hilfen oder ein persönliches Coaching im Rahmen von VerA helfen.

Ausbildungsbegleitende Hilfen

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) begleiten Jugendliche und Unternehmen zu einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss. Auszubildende erhalten dabei pro Woche zwischen drei und acht Stunden Nachhilfe. Sie können Hausaufgaben nacharbeiten, mathematische Grundlagen und Sprachkenntnisse verbessern oder sich auf Prüfungen vorbereiten. Aber auch persönliche und soziale Probleme – etwa mit der Berufsschullehrerin oder dem Berufsschullehrer – können ausbildungsbegleitende Hilfen oft lösen. Informationen bieten die Berufsschulen sowie die Berufsberatung der Agenturen für Arbeit, die auch die Kosten übernehmen.

Verhinderung von Ausbildungsabbruch (VerA)

Wer in der Ausbildung auf Schwierigkeiten stößt und mit dem Gedanken spielt, abzubrechen, kann sich an VerA (Verhinderung von Ausbildungsabbruch) wenden. VerA ist eine Initiative des Senior Experten Service (SES) und stellt Jugendlichen eine Ausbildungsbegleiterin oder einen Ausbildungsbegleiter zur Seite. Die ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter beantworten unter anderem fachliche Fragen und unterstützen die Vorbereitung auf Prüfungen. Sie fördern die Lernmotivation und helfen bei persönlichen Problemen. Eine VerA-Begleitung ist für Auszubildende und Unternehmen kostenlos und läuft über mindestens ein Jahr. Anfragen können über die Kammern, die Berufsschule oder direkt bei der Initiative VerA gestellt werden.

Besonders intensive Unterstützung

Manche Jugendliche haben besondere Voraussetzungen: Sie haben einen schlechten Schulabschluss, eine Behinderung oder Probleme aufgrund ihres Migrationshintergrundes. Vielleicht tun sie sich auch mit dem Lernen schwer oder suchen schon länger nach einem Ausbildungsplatz. Damit diese Jugendlichen ihre Berufsausbildung dennoch erfolgreich abschließen können, gibt es verschiedene Sonderformen der Ausbildung wie die Assistierte Ausbildung und die begleitete betriebliche Ausbildung.

Assistierte Ausbildung

Mit der Assistierten Ausbildung (AsA) werden Unternehmen durch Bildungsdienstleister unterstützt, wenn sie Jugendliche ohne oder mit schlechtem Schulabschluss, mit Lernbeeinträchtigung oder Migrationshintergrund ausbilden. Die Auszubildenden erhalten Förderunterricht, Nachhilfe in Deutsch oder sozialpädagogische Betreuung. Unternehmen werden bei der Verwaltung, Organisation und Durchführung der Ausbildung unterstützt. Die Assistierte Ausbildung muss bei der Agentur für Arbeit beantragt werden, die auch sämtliche Kosten übernimmt. Unternehmen, die mehr über die AsA erfahren möchten, wenden sich an den Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit oder finden Informationen auf der Website der Arbeitsagentur.

Begleitete betriebliche Ausbildung

Um am Arbeitsleben teilzunehmen, brauchen junge Menschen mit Behinderungen teilweise besondere Unterstützung. Im Rahmen der begleiteten betrieblichen Ausbildung (bbA) bekommen Unternehmen Hilfe dabei, die Ausbildung zu organisieren und durchzuführen und mit Besonderheiten gut umgehen zu können. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Kosten der bbA. Weitere Informationen gibt die persönliche Ansprechpartnerin beziehungsweise der persönliche Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service ihrer Agentur für Arbeit oder die Arbeitgeberhotline.