Weshalb soll ich ausbilden?

Eine Fachkraft für die Zukunft? Finanzielle Vorteile? Ein besseres Image? Gesellschaftliche Verantwortung übernehmen? Für ein Unternehmen gibt es viele Gründe, junge Menschen auszubilden. Einer ist dabei für alle gleich: Ausbildung lohnt sich!

Begriff „Migrationshintergrund“

Auf dieser und den folgenden Internetseiten taucht an einigen Stellen der Begriff „Migrationshintergrund“ auf. Damit sind alle Menschen gemeint, die nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugezogen sind, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländerinnen und Ausländer. Zusätzlich bezieht sich der Begriff „Migrationshintergrund“ auf alle in Deutschland mit deutscher Staatsangehörigkeit Geborene, wenn mindestens ein Elternteil nach Deutschland zugezogen oder in Deutschland als Ausländerin beziehungsweise Ausländer geboren ist.

Mehr als 400.000 Unternehmen in Deutschland bilden dual aus. Häufig gehört die Ausbildung zur Unternehmenstradition und die Belegschaft identifiziert sich mit dem Modell der beruflichen Bildung. Dazu gehören Kleinstunternehmen, mittelständische Familienunternehmen und Konzerne aus den unterschiedlichsten Branchen. Doch jedes einzelne Unternehmen musste sich zu Beginn mit derselben Frage auseinandersetzen: Warum sollte ich eigentlich ausbilden?

So unterschiedlich wie die Voraussetzungen fallen auch die Antworten der Unternehmerinnen und Unternehmer aus, wenn sie heute auf ihre Entscheidung für die Ausbildung zurückblicken.

Haris Nadi etwa, Inhaber der HMK – Hamburger Masskonfektion, schätzt besonders den Elan der Auszubildenden und ihr Potenzial für die künftige Entwicklung seines Unternehmens.

„Die Auszubildenden sind noch jung, dynamisch, haben Power; sie lernen, wie wir arbeiten. Ich stelle mir vor, dass er in Zukunft bei uns weiterarbeiten wird und sozusagen von uns geprägt ist. Wir sind ein junges Unternehmen, denken an die Zukunft und möchten uns auch vergrößern. Deshalb bilde ich aus.“

Haris Nadi, HMK – Hamburger Masskonfektion

Die Ausbildung junger Menschen ist für Swetlana Geisler-Reiche aus ganz unterschiedlichen Gründen sinnvoll: Die Geschäftsführerin des Kontaktlinsenversenders Lensspirit führt neben Aspekten, die direkt dem Unternehmen zu Gute kommen, auch soziale und menschliche Motive für die Ausbildung junger Menschen an.

Zusammengefasst profitieren Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland von der dualen Berufsausbildung, indem sie:

Fachkräfte für die Zukunft ausbilden

Viele Unternehmen finden schon heute nur mit Mühe neue Fachkräfte, und dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren verstärken. Wer selbst ausbildet, legt den Grundstein für seinen eigenen Fachkräftenachwuchs und investiert rechtzeitig in die Zukunft. So können Unternehmerinnen und Unternehmer auch langfristig planen, etwa wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter in den Ruhestand gehen wird oder wenn das Unternehmen wachsen soll.

Arbeitskräfte gewinnen

Auszubildende lernen noch. Dennoch kann ein Unternehmen schon nach kurzer Zeit von ihrer Arbeitsleistung profitieren. Bis zum Ende der Ausbildung erledigen die Auszubildenden immer mehr Aufgaben selbstständig und reifen zu einer echten Verstärkung für das Unternehmen. Werden die Auszubildenden im Anschluss übernommen, ist die Fachkraft schon vor Ort und es ergibt sich ein zusätzlicher Vorteil: Die Einarbeitungszeit, die neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter normalerweise benötigen, entfällt.

Identifikation steigern

Jedes Unternehmen hat seine eigene Geschichte, seine eigene Arbeitsweise und seine eigenen Werte. Die Auszubildenden verinnerlichen diese Besonderheiten von Anfang an. Dabei werden sie durch das Wissen und die Erfahrungen der Ausbilderinnen und Ausbilder geprägt. So wird die Grundlage dafür geschaffen, dass sich die Auszubildenden stark und nachhaltig mit dem ausbildenden Unternehmen identifizieren.

Kosten sparen

Durch die Ausbildung entstehen einem Unternehmen Kosten, insbesondere Personalkosten. Zieht man Erträge, die Auszubildende erwirtschaften, von den Kosten ab, muss ein Unternehmen gerade in den ersten beiden Ausbildungsjahren Mittel für den Auszubildenden aufwenden. Im dritten Lehrjahr erwirtschaften die Auszubildenden häufig schon Gewinne für das Unternehmen. Mittelfristig lassen sich auch Kosten durch die eigene Ausbildung allerdings einsparen. Dazu gehören etwa die teure Anwerbung und Einarbeitung externer Fachkräfte.

Frischen Wind in das Unternehmen holen

Junge Menschen, die eine Ausbildung beginnen, bringen neue Ideen mit. Sie sind oft dynamisch und sehen die betrieblichen Abläufe mit anderen Augen. Zusammen mit erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können sie ihrem Unternehmen wichtige Impulse geben.

Motivierte Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter gewinnen

Ausbildende Unternehmen geben jungen Menschen eine Chance, in eine erfolgreiche und sichere berufliche Zukunft zu starten. Die Auszubildenden zahlen dies häufig mit hohem Einsatz und großer Motivation bei ihrer täglichen Arbeit zurück. Auszubilden ist deshalb einer der besten Wege, motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.

Image verbessern

Wer ausbildet, gibt Jugendlichen eine Zukunftsperspektive und wird seiner gesellschaftlichen Verantwortung als Unternehmerin oder Unternehmer gerecht. Ausbildende Unternehmen werden von ihren Kundinnen und Kunden sowie Lieferanten, von ihren eigenen Angestellten und der Öffentlichkeit als engagiert und tatkräftig wahrgenommen – und profitieren von diesem positiven Image.

Die Liste der Chancen für Unternehmen ist also lang. Doch alle Vorteile nutzen nichts, wenn am Ende die Entscheidung für eine Ausbildung ausbleibt – sei es aus Mangel an Zeit, aus Sorge vor einer zu großen Verantwortung oder aus fehlendem Mut.

Hasan Rami Balcok kann diese zögerliche Haltung nicht nachvollziehen. Zu sehr überwiegen für den Geschäftsführer eines Reisebüros die Vorteile der dualen Ausbildung: