Wie funktioniert das Ausbildungssystem?

Im dualen System der Berufsausbildung bilden Unternehmen und Berufsschulen junge Menschen gemeinsam aus. Das sorgt für eine gute Mischung aus Theorie und Praxis.


Herzstück des deutschen Ausbildungssystems ist die duale Berufsausbildung (auch „Duales System“). Rund die Hälfte aller Schulabgängerinnen und Schulabgänger entscheidet sich für diesen Einstieg ins Berufsleben und für einen von etwa 330 anerkannten dualen Ausbildungsberufen. Die duale Ausbildung hat sich seit Jahrzehnten bewährt, und viele Länder auf der Welt sehen sie als Vorbild für das eigene Ausbildungssystem.

Neben dem dualen System existieren auch schulische Ausbildungen (insb. in den Sozial-, Pflege- und Gesundheitsberufen).

Unternehmen und Berufsschule

Im dualen System bilden Unternehmen und Berufsschulen junge Menschen gemeinsam aus. Damit sind die Auszubildenden sowohl Arbeitnehmerinnen beziehungsweise Arbeitnehmer als auch Schülerinnen beziehungsweise Schüler. Dabei ist das Unternehmen überwiegend für die Praxis verantwortlich, während die Berufsschule die Theorie vermittelt. Im Alltag gibt es viele Verbindungen, denn die Auszubildenden nehmen im Unternehmen auch theoretisches Wissen auf, und die Berufsschule bietet häufig auch praxisbezogene Übungen an.

Da das Ziel der ausbildenden Unternehmen und der Berufsschule das gleiche ist (eine Ausbildung zur beruflichen Fachkraft), arbeiten beide Seiten gut zusammen. So können sie sich gegenseitig ergänzen und Wiederholungen vermeiden. Mehr zur Zusammenarbeit von Berufsschule und Unternehmen

In ihrer Doppelrolle als Angestellte und Schülerinnen oder Schüler sind die Auszubildenden an drei bis vier Tagen in der Woche im Unternehmen. Dieses zahlt ihnen dafür eine sogenannte Ausbildungsvergütung.

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen werden jährlich in einer Datenbank erfasst und aktualisiert.

Ein bis zwei Tage in der Woche verbringen die Auszubildenden in der Berufsschule. Dort werden einerseits fachliche Inhalte vermittelt, andererseits stehen allgemeine Fächer wie Englisch, Sport oder Politik auf dem Stundenplan.

Zum Teil haben Auszubildende die Möglichkeit, statt an festen Wochentagen an Unterrichtsblöcken teilzunehmen, in denen sie mehrere Wochen am Stück zur Berufsschule gehen (sog. „Blockunterricht“).

Dauer und Ziele

Eine Berufsausbildung im dualen System dauert in der Regel drei Jahre und endet mit der bestandenen Abschlussprüfung. Die genaue Dauer der jeweiligen Ausbildung legt die Ausbildungsordnung fest.

Je nach schulischer Vorerfahrung und Leistungsfähigkeit kann die Ausbildung auch verkürzt werden. Im Falle längerer Krankheit oder einer Teilzeitausbildung kann die Ausbildung verlängert werden, ebenso nach einer nicht bestandenen Abschlussprüfung.

Am Ende der Berufsausbildung sollen mehrere Ziele erreicht sein: Die Auszubildenden kennen nun alle Grundlagen ihres Berufes und beherrschen alle fachlichen Kenntnisse, Fertigkeiten sowie Fähigkeiten. Damit sind die jungen Frauen und Männer auf ihr Berufsleben und den Einsatz im Unternehmen optimal vorbereitet. Außerdem bringen sie bereits eigene Berufserfahrung mit.

Schaffen junge Menschen nicht direkt den Sprung in die Ausbildung, bietet das sogenannte „Übergangssystem“ eine ganze Reihe von Maßnahmen, die Schulabgängerinnen und Schulabgänger auf eine spätere Ausbildung vorbereiten.

Tipp: Das duale System bietet verschiedene Unterformen der Ausbildung an, die spezielle Bedürfnisse von Unternehmen und Auszubildenden berücksichtigen. Dazu zählen unter anderem die Verbundausbildung und die Ausbildung in Teilzeit.